Motorrad Ausrüstung

Selbstverständlich steht bei der Wahl der Motorradausrüstung die Sicherheit bzw. der Schutz im Falle eines Sturzes im Vordergrund. Damit auch gröbere Crashes glimpflich ausgehen, sollte keinesfalls am falschen Ende gespart werden. Doch die Outfits spielen in der Motorradszene nicht bloß eine funktionelle Rolle. Zum einen soll die Bekleidung zur Motorradkategorie passen – schließlich ist man auf einem Supersportler am ehesten mit einem Touren-Outfit bedient, Motorradjeans und Lederjacke passen auf eine Enduro und moderne Naked Bikes lassen viel Raum für die individuellen Stilvorlieben –, zum anderen identifiziert sie den Fahrer als Mitglied eines Rockerclubs oder einer Fahrgemeinschaft.

Helm

Der Helm ist das einzige “Kleidungsstück”, das gesetzlich vorgeschrieben ist. Es dürfen nur mehr Schutzhelme angeboten werden, bei welchen das Zeichen ECE-R 22.04 eingenäht ist. Stahlhelme, Bauhelme etc. entsprechen nicht den Vorgaben von Sturzhelmen gemäß des § 1e KDV (Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung) und dürfen aus diesem Grund nicht verwendet werden.

Beim Kauf sind einige Dinge zu beachten, weshalb man sich auch ausgiebig dafür Zeit nehmen sollte. Immerhin soll seine Schutzfunktion dem Fahrspaß nicht im Wege stehen.

Sicherheit

Neben einer guten Stoßdämpfung – beim Anprobieren kann man da ruhig ein bisschen draufschlagen – spielt auch ein sicherer Sitz eine wesentliche Rolle. Denn was nützt einem schon der beste Helm, wenn sich Kopfschutz und Fahrer bereits vor dem Aufprall mit dem Boden trennen? Der Helm darf bei geschlossenem Kinnriemen nicht vom Kopf gezogen werden können.

 

Bei der Außenschale gibt es zwei Varianten: Sie wird entweder aufwendig per Hand laminiert (Duroplast) oder aus erhitztem Kunststoff in Formen gespritzt (Thermoplast). Manche Helme weisen mittig eine feine Naht auf. In diesem Fall wurden zwei Halbschalen zusammengeschweißt. Diesem Verfahren wird nachgesagt, dass das Resultat weniger Sicherheit bietet als ganzschalige Helme, welche jedoch in der Regel kostspieliger sind.

 

Offene, visierlose Helme bieten unvollkommenen Schutz. Ein dicker Brummer, der einem bei hoher Geschwindigkeit ins Gesicht platscht, ist nicht nur schmerzhaft. Wer mag es denn schon, wenn sich Körper, Flügel und Gedärme einem über Wangen und Lippen verteilen? Noch schlimmer, wenn er aufs Auge trifft. Doch auch Regentropfen, Insektenschwärme oder Staub können Störungen darstellen, die die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Ebenso ist beim Sturz beim offenen Helm das Gesicht ungeschützt. Deshalb sollte man zu Vollvisierhelmen mit breitem Kinnteil greifen, denn diese bieten besonders für die untere Gesichtspartie guten Schutz. Manchmal kann allerdings der schmalen Sehschlitz das Sichtfeld stark einschränken. Andererseits schützen Helme mit übergroßem Ausguck bei einem Unfall schlechter.

Der Verschluss sollte einfach bedienbar sein, sodass auch ein Uneingeweihter im Notfall den Helm abnehmen kann, ohne eine Bedienungsanleitung zu brauchen. Verschlüsse, bei denen der Riemen durch zwei Metallringe gezogen wird, gelten zwar als sicherer, sind aber auch umständlicher. Klickverschlüsse hingegen sind simpler in der Bedingung, leiern jedoch mit der Zeit aus. Leider merkt man dies meist erst dann, wenn der Riemen ohnehin schon recht locker sitzt.

Signalwirkung

Nachgewiesenermaßen werden Motorradfahrer mit auffällig lackierten Helmen doppelt so früh von Mitverkehrsteilnehmern bemerkt als Fahrer, die dunkle Helme tragen. Eine optimale Signalwirkung erzielen hier die Farben Orange, Gelb und Weiß. Auch Rot ist geeignet. Weniger gut sind die Farben Blau und Grün. Absolut ungeeignet sind Schwarz, Grau und Braun – Mattschwarz ist zudem auch ziemlich kratzempfindlich.

Zusätzliche reflektierende Dekors steigern die Auffälligkeit bei Dunkelheit.

Auf unlackierte Thermoplast-Helme dürfen weder Lack noch Aufkleber angebracht werden, denn dabei kann die Helmschale porös und brüchig werden. Wer dennoch auf einen lackierten oder airgebrushten Helm besteht, sollte sich beim Spezialisten informieren, welches Modell dafür am besten geeignet ist.

Verarbeitung

Der Helm darf keine scharfen Kanten aufweisen und die Polsterung muss gut mit der Schale verbunden sein. Außerdem sollten verschiedenen Belüftungsmöglichkeiten vorhanden sein. Nachträglich in den Helm gebohrte Belüftungslöcher verringern die Schutzwirkung bei einem Sturz.

Passform

Zu kleine oder zu schwere Helme können an Stirn und Schläfen drücken und bei längeren Fahrten Kopfschmerzen auslösen. Der Helm darf also weder zu locker noch zu fest sitzen.

Kaugummi-Test

Zum Helmkauf empfiehlt es sich einen Kaugummi mitzunehmen, und diesen bei der Anprobe zu kauen. Beißt man sich beim Kaugummikauen leicht in die Wangen, passt der Helm optimal!

Hat man erst einmal eine Vorauswahl getroffen, ist es ratsam den Helm auf eine 15-minütige Spritztour mitzunehmen. Manche Händler erlauben das. Dann merkt man nämlich gleich, ob es irgendwo klappert, bei Kopfbewegungen drückt oder zieht.

Brillen- und Sonnenbrillenträger sollten den Helm unbedingt mit Brille anprobieren. Einer, der ohne Brille optimal passt, kann unter Umständen mit aufgesetzter Brille drücken. Es ist außerdem ratsam sich ein “unkaputtbares” Brillengestell zuzulegen, da bei einer normalen Metall- oder Plastikbrille im Falle eines Sturzes die Bruchstücke in die Augen oder Haut einfahren können.

Visier

Das Visier sollte nicht nur in sehr kleinen Stufen oder gar stufenlos, sondern auch mit Handschuhen leicht mit einer Hand zu öffnen sein. Wer bei Regen das Visier offen lassen muss, damit es nicht beschlägt, riskiert, dass durch den Spalt viel Wasser eindringt. Ist man dazu auch noch Brillenträger, kann die Regenfahrt zu einem einzigen Blindflug werden!

Auf getönte oder dunkle Visiere sollte man unbedingt verzichten, da sie die Sicht beim Durchfahren eines Tunnels, während der Dämmerung oder bei Nachtfahrten beeinträchtigen.

Zerkratzte Visiere sind umgehend auszutauschen, da die Kratzer stark Licht zerstreuen und der Träger bei Nacht und im Nebel vom eigenen Visier geblendet werden kann.

Um beim Helmkauf keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt es sich im Vorfeld Informationen zu der Lieferbarkeit wie auch den Kosten einzuholen.

Aerodynamik

Seitenruder und Kanten, welche im Rennsport entwickelt wurden und bereits am Helm vorhanden bzw. zum nachträglichen Aufkleben im Handel erhältlich sind, bringen bei 130 km/h wenig. Viel eher dienen sie der sportlichen Optik.

Wann muss ein neuer Helm her?

Sieht der Helm äußerlich noch passabel aus, gibt man ihn nur ungern her – hat er sich doch mit der Zeit vorbildlich an die Kopfform angepasst. Belastungstests zeigen, dass auch bei bis zu 20 Jahre alten Helmen die Dämpfungswerte großteils fast dem Niveau neuer Helme entsprechen. Doch auch, wenn sich nach jahrelangem Begleitschutz das Innenleben noch nicht auflöst, heißt dies nicht, dass der Helm ausreichend Sicherheit bietet. Mängel und Beschädigungen entziehen sich nämlich häufig dem Auge des Betrachters.

Deshalb sollte je nach Intensität der Nutzung der alte Helm alle zwei bis fünf Jahre durch einen neuen ersetzt werden.

In jedem Fall ist nach einem Sturz der Helm in Pension zu schicken, auch dann, wenn von Außen keine Schäden festgestellt werden können. Bei einem weiteren Sturz könnte kein Schutz mehr gewährleistet sein.

Versicherungstechnisch erfüllt ein Helm nicht mehr die Sicherheitsvorgaben, wenn er einmal runtergefallen ist.

Tipps zum Deckel:

  • Zum Säubern ausschließlich sanfte Mittel wie Wasser, Seifenlauge oder einen Helmreiniger verwenden.
  • Das Verschlusssystem sollte mit Vaseline, nicht aber mit Fett oder Öl geschmiert werden. Es ist ratsam öfters zu prüfen, ob Riemen und Schloss in Ordnung sind. Man sollte diese keinesfalls selbst tauschen!
  • Helme sollten nie am Tankdeckel abgelegt werden, da der Helm weder mit Benzin noch mit Benzindämpfen in Berührung kommen darf.
  • Ebenso ist darauf zu achten, dass unlackierte Polycarbonat-Helme nicht unnötig dem UV-Licht ausgesetzt sind.
  • Auch ist die Helmhalterung, welche sich oft über dem Auspuff befindet, nicht der richtige Ort für einen Helm. Denn die große Hitzeeinwirkung nach der Fahrt schadet der Polystyrol-Innenschale.
  • Alte Helme gehören nicht in den Sonder-, sondern den Hausmüll.
  • In Tankstellen, Geschäften und vor allem in Banken ist der Helm abzunehmen!

Exkurs: La Falappa

Zweifellos ist eine herausnehmbare Innenhaube eine feine Sache. Sie nimmt den Schweiß auf, kann bei 60°C ausgewachsen werden und macht damit das Innenleben des Helms hygienischer.

Leider eignet sich sich nur dann gut, wenn man kurze oder gar keine Haare hat. Lange Haare, insbesondere wenn sie zu einem Zopf zusammengebunden sind, können sich leicht in den Kletthaken verheddern. Dadurch kann das Ausziehen des Helms zu einer mühsamen Tortur werden.

Kombi

Die Schutzbekleidung sollte aus einem hitzeresistenten und abriebfesten Material wie speziellen Textilfasern, beispielsweise Cordura, oder Leder bestehen. Der Fahrer wird dadurch beim Rutschen über die Fahrbahn geschützt. Außerdem sollte die Kleidung Protektoren, welche Schläge und Aufprall dämpfen, enthalten. In diesem Sinne sind normale Straßenkleidung, Arbeitskleidung, Armeebekleidung oder etwa Bomberjacken ungeeignet.

Hose und Jacke, sofern sie zu einer zweiteiligen Kombi gehören, können durch einen Reißverschluss verbunden werden. Dies dient zum einen der Reduktion der Zugluft zum anderen kann die Jacke bei einem Sturz nicht verrutschen, wodurch sie dann nicht mehr die Schutzfunktion optimal erfüllen könnte.

Obermaterial

Das Obermaterial der Kleidung muss extrem abriebsfest sein, um im Falle eines Sturzes bzw. beim längeren Rutschen über den Asphalt den Fahrer schützen zu können. In diesem Sinne leistet Leder wesentlich bessere Dienste als die meisten Textilgewebe. Hydrophobiert kann sich das Leder nicht mehr mit Wasser vollsaugen und perlt stattdessen an der Oberfläche ab. Auf diese Weise imprägniertes Leder hält somit auch bei Nässe den Körper warm und hat zudem eine längere Lebensdauer.

Motorradkombis gibt es nicht nur im klassischen Schwarz, sondern mittlerweile auch in auffälligen Farben, oft auch mit beispielsweise neongelben oder neonorangen Farbapplikationen. Wie bereits erwähnt, erhöhen die reflektierenden Flächen zusätzlich die Erkennbarkeit von Motorradfahrern bei Schlechtwetter oder Dunkelheit.

Futter

Neben ihrer Schutzfunktion hat die Kombi die Aufgabe den Fahrer im Falle eines Sturzes warm zu halten. Denn ein unterkühlter Fahrer ist unkonzentriert und neigt eher dazu Fehler zu machen. Hierbei haben sich sowohl eine mit einer Klimamembran versehene Leder- wie auch Textilbekleidung bewährt. Die Klimamembranen, welche zum Beispiel aus Gore-Tex oder Sympatex hergestellt werden, lassen den Scheiß in Form von Dampf nach außen und machen dadurch die Kleidung windundurchlässig sowie wasserdicht.

Das innerste wärmende Futter lässt sich zumeist aus der Oberjacke heraustrennen, sodass bei heißen wie auch kalten Temperaturen gefahren werden kann. Durch den Fahrwind sorgen Lufteinlässe für zusätzliche Kühlung.

Protektoren

Angemessenen Schutz bietet Kleidung, welche an Schienbein, Knien, Hüften, Unterarm, Ellenbogen und Schultern nach EN 1621-1 und am Rücken mit Protektoren nach EN 1621-2 ausgerüstet ist. Diese sind der Körperform angepasste, stoßdämpfende Schutzelemente aus festem Kunststoff oder auch, in neuerer Ausführung, aus stoßsensitiven Schaumstoffelementen. Bei Körpertemperatur sind sie flexibel und weich und weisen damit eine hohe Bewegungsfreiheit auf. Bei einem Sturz verhärtet sich das Material und schützt so den Körper.

Wie auch bei Helmen, sollten harte Protektoren nach einem Unfall prinzipiell nicht mehr weiterverwendet werden. Sie verformen sich nämlich und haben beim nächsten Mal eine unzureichende Dämpfungswirkung.

Airbag

Kommt es zu einem Crash, bläst eine pyrotechnische Treibladung oder eine Gaspatrone Luftkammern auf, deren Funktion darin besteht, möglichst viel Energie beim Aufprall des Körpers auf andere Gegenstände umzuleiten oder abzufangen. Airbags sind in zwei Varianten erhältlich: als fixer Bestandteil von Motorradjacken oder als eine Weste, die zusätzlich zur herkömmlichen Jacke getragen wird. Auch die Auslösung betreffend sind zwei Modelle erhältlich mechanisch oder elektronisch.

Handschuhe

Es ist ein natürlicher Reflex des Menschen, sich beim Sturz mit seinen Händen und Armen abzufangen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten kann das schwere Handverletzungen zur Folge haben, sofern keine Handschuhe getragen werden. Für den Motorradsport gibt es deshalb Handschuhe mit speziellen Protektoren aus Karbonfaser oder Stahl. Es muss wohl nicht hinzugefügt werden, dass fingerlose, lediglich aus dünnem Leder bestehende Handschuhe, die die Fingerknöchel nicht bedecken, kaum bzw. keinen Schutz im Falle eines Sturzes bieten. In den meisten Ländern besteht keine Pflicht normgerechte, also der DIN EN 13594 entsprechende “Schutzhandschuhe für Motorradfahrer” zu tragen. Eine Ausnahme stellt hier jedoch Frankreich dar, wo das Tragen nichtkonformer Handschuhe mit einem Verwarnungsgeld bestraft wird.

Stiefel

Motorradstiefel können mit robuster Kunststoff- oder Stahlverstärkung versehen sein, um den Fuß ausreichend bei einem Sturz zu schützen. Schwerste Verletzungen können durch das Tragen kniehoher Stiefel vermieden werden. Letztere bringen außerdem den Vorteil mit sich, dass sie an den Knieprotektor anschließen und so das Schienbein ganz bedecken.

Für Fahrten auf unbefestigten Strecken und im Gelände wurden spezielle Enduro- und Cross-Stiefel entwickelt, welche nicht nur den ganzen Unterschenkel umschließende Hartschalenkonstruktion besitzen, sondern auch ein grobstolliges Profil.

Zwar sind auch in diesem Fall Motorradfahrer in den meisten Ländern nicht verpflichtet Stiefel nach der Norm DIN EN 13634 zu tragen. Dennoch dürfen Hersteller kein Schuhwerk als “Motorradstiefel” an den Mann bringen, solange es nicht diese Norm erfüllt.

Sonstiges

Rückenprotektor

Ein Rückenprotektor dient dem Schutz bei langem Rutschen auf dem Rücken oder bei einem Aufprall. Er senkt die Gefahr von Weichteilverletzungen sowie Brüchen im Rippen- und Schulterbereich. Ebenso schützt er die Wirbelsäule bei einem Aufprall. Ein Rückenprotektor kann entweder separat oder in eine passende Jacke eingelegt getragen werden. Die separate Version deckt zumeist einen größeren Bereich ab und ist häufig mit einem Nierengurt kombiniert.

Protektorenjacken

Protektorenjacken sind Unterziehjacken, die zumeist aus luftigem Mesh-Material hergestellt und mit Protektoren bestückt sind. Es gibt beispielsweise Rücken-, Schulter-, oder Ellbogenprotektoren. Ihr wesentlicher Vorteil ist, dass sie mit Klettriegeln körpernah befestigt werden können.

Protektorenjacken zählen heutzutage zu den flexibelsten Bestandteilen persönlicher Schutzausrüstung. Ältere Motorradkleidung, die nicht mit Protektoren versehen ist, kann so zur Sicherheitskleidung upgegradet werden. Wer also das “klassische” Motorrad-Outfit bevorzugt, erreicht mit einer Protektorenjacke die Sicherheit von Protektorenkombis.

Bislang weit weniger verbreitet als der Oberkörperschutz sind Unterhosen mit Protektoren bzw. Unterzieh-Shorts, welche zusätzlichen Schutz für Steißbein, Hüfte, Oberschenkel, sowie, in der langen Ausführung, ebenfalls für Knie und Schienbein bieten.

Nierengurt

Ein Nierengurt, der zum Beispiel aus Neopren oder etwa PU-Schaum bestehen kann, schützt die Lendenwirbelmuskulatur vor Kälteeinwirkung und beugt so schmerzenden Muskelkontraktionen oder Verspannungen vor. Von vielen Motorradfahrern wird der Nierengurt als vibrationsdämpfend und für die Rückenmuskulatur als entlastend empfunden. Heute hergestellte Nierengurte haben zumeist Stretcheinsätze. Beim Anlegen wird damit ein leichter Druck auf die inneren Organe ausgeübt, was durchaus erwünscht ist und bei einem Unfall die Verletzungsgefahr vermindert.

Irrtümlicherweise wird häufig angenommen, dass der Nierengurt die Nieren vor Unterkühlung schützen soll. Doch bevor die Nieren auskühlen, ist der Motorradfahrer aufgrund starker Unterkühlung ohnehin nicht mehr bei Bewusstsein.

Motorradbrille

Die Motorradbrille schützt die Augen vor Fahrtwind wie auch den in der Luft befindlichen Partikeln. Während in der Vergangenheit die Brille nicht in den Motorradhelm integriert war, wurde sie später in Form des Visiers integraler Bestandteil des Helms.

Gegenwärtig wird die Motorradbrille jedoch auch als separates, eher stylisches Element in den unterschiedlichsten Formen und Farben produziert und weist zudem auch unterstützende Eigenschaften wie etwa den Einsatz sicherer und leichterer Spezialglasbauteile oder Sehstärken-Optimierung auf. Ist sie stabil und schlagsicher, kann sie anstelle eines Visiers getragen werden.

Kutte

Anders als die zuvor genannten Teile der Motorradausrüstung, die primär dem Schutz des Motorradfahrers dienen, weist die Kutte auf die Zugehörigkeit des Trägers zu einer Motorradfahrgemeinschaft oder einem Motorradclub hin. Neben Abzeichen oder Aufnähern eines befreundeten Clubs – bei manchen Fahrern sind das richtige flächendeckende Sammlungen –, kann die Kutte auch mit angehängten Gegenständen wie Ansteckern, Nieten, Pins und Plaketten dekoriert sein. Diese können für den Träger eine amulettähnliche Funktion haben oder einfach nur schmückendes Beiwerk sein.

In der Rocker-Subkultur ist die Kutte das Statussymbol schlechthin. In größeren Clubs gilt sie als Clubeigentum, sodass im Falle der Entlassung eines Mitglieds, der Club die Kutte zurückfordern kann. Der Verlust einer Kutte kann mancherorts sogar eine Bestrafung des Mitglieds nach sich ziehen. Manchen Trägern ist die Kutte so “heilig”, dass sie nicht einmal von einem Fremden berührt werden darf. Dies wird nämlich als Angriff auf den Träger selbst bzw. seinen Club angesehen.

Mittlerweile eher eine Seltenheit, wird in einigen wenigen Clubs die sog. Kuttentaufe durchgeführt. Mit ihr wird der Prospect zu einem Vollmitglied. Die Kutte wird je nach Tradition des Clubs auf eine besondere Weise eingeweiht, beispielsweise durch ein Kuttenburnout, bei welchem das Motorrad über der Kutte gestartet wird und die Reifen durchgedreht werden, der Anwärter wird in einer Schlammgrube geworfen oder die Kutte wird bepinkelt.

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