Motorrad Einsteiger

Wer die Wahl hat, hat die Qual! Das erste eigene Motorrad

Egal, in welchem Alter du die Liebe für Motorräder entdeckst – sobald du deinen Motorradführerschein in der Tasche hast wirst du es vermutlich kaum erwarten können, dein erstes eigenes Motorrad zu kaufen! Dabei gibt es vor dem Kauf grundsätzlich ein paar Überlegungen, damit du lange Zeit eine Freude an deinem Bike hast. Unsere Tipps sollen dir bei der Auswahl des für dich passenden Modells helfen!

Lass dir Zeit bei deiner Wahl

Chopper, Enduro, Sportler oder Tourer – Motorrad ist nicht gleich Motorrad! So gibt es für jeden Einsatz das passende Bike. Im Moment führen sportliche Motorräder den Markt an, dicht gefolgt von den geländegängigen Enduros. Doch auch unverkleidete und somit besonders leichte Motorräder mit neuester Technik sind sehr beliebt! Aber egal, in welche Richtung der Trend geht, dein Motorrad muss genau auf deine Vorlieben und Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Um das passende Modell für dich zu finden, überlege erstmal in Ruhe wofür du das Motorrad hauptsächlich nutzen möchtest. Alltag oder Freizeit, zu zweit oder lieber alleine? Möchtest du ein Motorrad für Offroad Ausflüge oder lange Strecken? In erster Linie geht es also um deine persönlichen Vorlieben. Dabei ist es wichtig, dass du dich auf deinem Motorrad wohl fühlst. Stimmt die Chemie nicht und fühlst du dich unbehaglich, wirst du keine Freude haben – ganz egal, wie toll das Bike auch aussieht! Die Auswahl und Vielfalt an unterschiedlichen Modellen ist groß, somit ist für jeden Motorrad-Liebhaber das richtige Bike dabei! Unterschieden werden die Motorradtypen wie folgt:

  • Allrounder – z.B. Honda CB 500 F
  • Naked Bike – z.B. Ducati Monster
  • Supermoto – z.B. KTM 690 SMC
  • Enduros – z.B. KTM 690 Enduro R
  • Reiseenduro – z.B. BMW 1200 GS
  • Sporttourer – z.B. Honda VFR 800
  • Crossover – z.B. Ducati Multistrada
  • Tourer – z.B. BMW K 1600 GTL
  • Sportler – z.B. Ducati 1299 Superleggera
  • Classic- oder Retrobike – z.B. BMW R nineT
  • Cruiser oder Chopper – z.B. Harley Davidson
  • Muscle Bikes – z.B. Triumph Rocket III

Das perfekte Motorrad muss zu deiner Körpergröße passen. Dabei sollst du möglichst aufrecht sitzen können. Ist das Motorrad zu groß, kann das für dich gefährlich werden, hingegen werden zu kleine Motorräder rasch unbequem. Längeres Probesitzen ist sehr wichtig, nimm dir ruhig Zeit dafür! Achte auf Details: Kommen deine Beine bequem auf den Boden? Sitzt du auch wirklich komfortabel im Sattel?

Unterwegs mit Koffer oder Netz?

Manchmal ist es notwendig, etwas Gepäck mitzuführen. Überlege dir also, wie wichtig dir dieses Thema Gepäck ist, wie häufig Koffer oder Netz bei deiner Motorradfahrt zum Einsatz kommen werden. Wenn du versuchst einen Koffer an einem Sportler zu befestigen, wirst du kläglich daran scheitern – es klappt einfach nicht. Möchtest du nun auf diesem sportlichen Modell etwas befördern, hast du die Möglichkeit deine Sachen in eine Tasche zu packen und mit einem Netz festzuspannen. Das passende Netz ist im Handel erhältlich und in der Regel auch recht praktisch. Allerdings hat es den Nachteil, dass dein Gepäck unversperrt ist und du somit dein Bike nicht aus den Augen lassen kannst.

Bei einem Tourer hingegen ist die Montage eines Kofferträgers grundsätzlich kein Problem. Mit ein paar Handgriffen ist der Koffer befestigt und deine Sachen können bequem darin verwahrt werden. Für Chopper-Modelle gibt es eine große Auswahl an passenden Taschen. Diese sind meist aus Leder und aus diesem Grund nicht wasserdicht. Planst du also mit deinem Motorrad längere Urlaubsreisen, solltest du diese Dinge bei deinem Kauf berücksichtigen!

Hauptständer oder Seitenständer

Es erscheint auf dem ersten Blick banal, aber auch dies solltest du beachten: Einige Motorräder haben lediglich einen Seitenständer. Um zum Beispiel eine Kette zu schmieren hast du jedoch die Möglichkeit, recht kostengünstig einen Montageständer oder einen Motorradheber zu besorgen. Diese Art von Ständer sind jedoch wirklich nur für eine Reparatur geeignet und nicht, um das Motorrad auf der Straße stehen zu lassen. Ein Hauptständer ist sicherer, das Motorrad steht stabiler und die Stoßdämpfer werden entlastet. Außerdem ist die Wartung mit einem Hauptständer einfacher.

Ersatzteile und Zubehör

Bevor du dich für den Kauf eines Motorrads entscheidest, prüfe wie schnell und unkompliziert Ersatzteile geliefert werden können. Vertraue dabei jedoch nicht dem Verkäufer des Motorrades, teste es lieber selbst indem du einen Testanruf bei einem Zubehörhändler tätigst. Erkundige dich dabei, wie rasch du ein bestimmtes Zubehör oder Ersatzteil für dein Modell bekommst. Dabei kannst du zum Beispiel nach einem Kofferträger, Auspuff oder einem neuen Sattel fragen – auf diese Weise erfährst du aus erster Hand, wie hoch der Preis und wie lange die Lieferzeiten sind. Denn leider stellt sich oft erst im Nachhinein heraus, dass Zubehör nur sehr schwer oder im schlimmsten Fall gar nicht zu bekommen ist.

Auf das Material kommt es an

Ganz klar – Verschalungsteile kosten viel Geld. Diese bei jedem winzigen Schaden nachzukaufen kann teuer werden! Alternativ kannst du die gebrochenen Teile auch mit einem passenden 2-Komponenten-Kleber und Verstärkungsgitter kleben. Fällt dein Bike um, ist ein Plastikteil schnell gebrochen. Und viel Plastik bedeutet unter Umständen auch viel kleben. Falls du keine Lust auf Bastelarbeit hast, wähle besser ein Motorrad ohne viel Plastik aus.

Strahlend weiß und glänzender Chrom

Zugegeben, es sieht schon sensationell aus: Strahlend weiße Felgen und viel Chrom! Doch das bedeutet auch putzen, putzen und noch mehr putzen. Vor allem bei viel Chrom musst du regelmäßig eine intensive Reinigung einplanen, damit es schön aussieht. Darum bedenke vor dem Kauf deines Motorrades, wieviel Zeit du in putzen investieren möchtest.

Gebraucht oder doch lieber neu?

Beides – ob nun neu oder gebraucht – hat seine Vor- und Nachteile. Bei einem brandneuen Motorrad ist besondere Vorsicht geboten, da du natürlich das unversehrte Äußere nicht beschädigen möchtest. Dies kann auf Dauer ganz schön stressig sein. Hingegen musst du beim Kauf eines gebrauchten Bikes Kosten für Service und Reparaturen beim Kaufpreis berücksichtigen. Egal, wofür du dich schlussendlich entscheidest: In beiden Fällen ist intensives Probesitzen das um und auf.

Mut und Übermut auf dem Motorrad

Es ist meistens so: In den ersten Monaten, nachdem du deinen Führerschein gemacht hast, sitzt du hochkonzentriert auf deinem Motorrad und versuchst, das vor kurzem erlernte in der Praxis umzusetzen. In der Regel funktioniert das auch recht gut! Du bist zwar verkrampft und quälst dich teilweise mit zusammengebissenen Zähnen nach Hause – aber du kommst sicher ans Ziel.

Die gefährliche Phase beginnt erst in der zweiten Saison! Statistisch gesehen passieren in dieser Zeit die meisten Unfälle auf den Motorrädern. Denn während die meisten Motorradfahrer in der Anfangszeit noch gut aufpassen, werden sie in der zweiten Saison (zu) selbstsicher und probieren aus, was möglich ist. Und dies teilweise mit schwerwiegenden Folgen! Aber auch später, wenn du schon sicher mit deinem Bike die Kurven wetzt gibt es immer wieder Tage, wo es einfach mit dir durchgeht, der Adrenalinspiegel ins unermessliche steigt. Wenn das passiert, dann denke daran: Das sind genau die Tage, an denen du ganz besonders aufpassen musst!

Unangenehm und lästig: Sehnenscheidenentzündung

Wenn du schon einmal längere Zeit auf deinem Motorrad gesessen bist, werden dir diese Beschwerden bekannt vorkommen: Schmerzhaftes ziehen in der Schulter, immer schwerer und steifer werdende Arme und zu guter Letzt – die Sehnenscheidenentzündung. Es ist bekannt, dass die Aufwärmphase vor jedem Sport unerlässlich ist, um Verletzungen vorzubeugen. Doch leider wird dieses Aufwärmen der Muskeln beim Motorradfahren sträflich vernachlässigt.

Woher kommt der Schmerz?

Eine Sehnenscheidenentzündung ist äußerst schmerzhaft. Dies kommt davon, wenn durch die Anstrengung des Muskels im Gewebe winzige Einrisse entstehen. Normalerweise ist dies kein Problem und es entstehen keine Schäden. Doch bei einer extremen Belastung entstehen mehrere und größere Risse, die nicht mehr so rasch verheilen und außerdem sehr schmerzhaft sind. Nun kann es bei einer plötzlichen schweren Belastung des unaufgewärmten Muskels zu einem Muskeleinriss oder zu einem Sehnen- oder gar Muskelriss kommen. Dem kannst du durch gezieltes Training am Armmuskel sowie der Handmuskulatur entgegenwirken.

Die Motorradfahrt auf dem Rücksitz

Auch auf dem Sozius kannst du eine Motorradfahrt in vollen Zügen genießen! Ganz nach dem Motto “Geteilte Freude ist doppelte Freude” reisen viele Menschen gerne zu zweit auf dem Motorrad. Damit die Fahrt auch für den Rücksitz ein Genuss wird, müsst ihr ein paar grundlegende Dinge beachten. Als erstes solltet ihr zwei Handzeichen vereinbaren: Ein Zeichen für “Bei nächster Gelegenheit stehenbleiben” und eines für “Alarm! Sofort anhalten”. Weiters ganz wichtig: Die Füße des Sozius bleiben während der gesamten Fahrt auf den Fußrasten! Festhalten ist wichtig, aber nicht an irgendeinem Griff, sondern am Fahrer. Nur so ist die Fahrt auch wirklich sicher. Dabei ist es entscheidend, dass sich der Sozius eng an den Körper des Fahrers drückt. Dies geschieht aus ganz einfachen Gründen:

  1. Bei einer höheren Geschwindigkeit bilden sich bei einem Freiraum zwischen beiden Personen Luftwirbel, die eine ruhige Fahrweise negativ beeinflussen.
  2. Durch den engen Kontakt legt sich der Sozius auf dem Rücksitz ganz automatisch genau richtig in die Kurve.

Tipps für mehr Fahrvergnügen auf dem Sozius des Motorrades

Diese Tipps solltest du auf dem Sozius beim Fahren beachten, damit die Fahrt zu zweit zu einem grandiosen Ausflug wird:

  • Sitze locker und dennoch mit einer gewissen Körperspannung.
  • Folge der Bewegung des Fahrers, auch in einer Schräglage. Keine Panik, wenn dabei Maschinenteile leicht am Asphalt kratzen.
  • Richte dich in einer Kurve niemals auf.
  • Mache während der Fahrt keine plötzlichen Bewegungen
  • Rücke dicht zum Fahrer auf, ohne diesen einzuengen. Das Motorrad lässt sich besser beherrschen, wenn ihr eine Einheit bildet.
  • Lehne dich während der Fahrt nicht zurück.
  • Bleib an einer Ampel stets startbereit.
  • Halte dich an der Taille des Fahrers fest.
  • Greife bei einer starken Bremsung um die Taille des Fahrers und stütze dich am Tank ab.
  • Blicke bei einer Rechtskurve über die rechte Schulter des Fahrers, bei einer Linkskurve über die linke Schulter.
  • Stelle während der Fahrt sowie bei Stopps deine Füße auf die Fußrasten. Auf diese Weise ist es für den Fahrer einfacher, die Balance zu halten.

 

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