Keinesfalls in einem Tag zu schaffen, was man in der 35 km langen
Wachau (Video)
alles erleben kann! Die Winzerorte mit ihren gotischen Wehrkirchen, die wildromantischen
Burgen auf den Bergkuppen über dem Strom und die kunsthistorischen Schatzkammern
wie Krems und Stein, die Klöster Göttweig
und Melk oder die alte Kuenringerstadt Dürnstein.
Von Wien geht es über die A22 und später über die B3 nach Krems,
wo sich die Landschaft schlagartig wandelt und die Wachau beginnt. Vorweg: Die
Straße nach Melk ist mit erstklassigem Belag versehen, den zahlreichen Radfahrern
wurde ein separater Radweg gebaut (eine sehr kluge Entscheidung der nö. Straßenplaner!)
und durch die meisten Ortschaften kommt man zügig vorwärts - sofern
man will, denn es gibt außer dem Strom, der in ruhigen Windungen das bis
zu 750m hohe bergige Land durchzieht, viel zu sehen.
In Krems sind weiters zu besichtigen: die Galerie Stadtpark Krems, das Schreibmaschinenmuseum
Krems/Donau, das Weinmuseum und historische Weinkeller, Krems-Stein sowie das
WEINSTADTmuseum Krems.
Die Burgruine von Dürnstein ist heute völlig verfallen. König Löwenherz
wurde hier 1192 - 1193 gefangengehalten. Der Sage nach wurde er von seinem Sänger
Blondel durch das Singen einer Liedstrophe, die er ergänzte, entdeckt.
Aus einer Mautstelle am Donauufer entwickelte sich das heutige Dürnstein,
wo man sicher 14 Tage voll beschäftigt wäre, um das Schloß, die
ehemalige Klarissinnenkirche, das Augustinerchorherrenstift ... und ... und ...
und zu besichtigen.
Im Hintertrakt des Teisenhoferhof in Weißenkirchen ist der Märchenkeller
Weißenkirchen und das Wachaumuseum untergebracht. Das an dieses angrenzende
Schulgebäude wurde bereits 1385 urkundlich erwähnt und ist die älteste
noch aktive Schule des Landes.
Das Schiffahrtsmuseum
in Spitz
an der Donau dokumentiert den Alltag der Schiffsleute seit der Antike und
zeigt neben Plänen und verschiedenen Bootsmodellen einen in Lebensgröße
nachgestalteten Schifferzug.
Aggsbach
Markt bzw. Willendorf wurde bekannt durch den Fund der nur 11 cm großen
"Venus von Willendorf", die 28.000 Jahre in der dortigen Erde verbracht
hat und 1908 beim Bau der Donauuferbahn von Krems nach Grein gefunden wurde. Heute
läßt sie sich gerne im Steinzeitmuseum Willendorf (naja, nicht gerade
die ideale Sozia!) begutachten. Außerdem besitzt Aggsbach-Markt den schönsten
Badestrand der Wachau.
Bei Aggsbach-Markt gibt es den Erlebnispark Hubhof, wo nicht nur Zwerge und 9
große Roboterinsekten leben, sondern u.a. auch über 50 Giganten der
Urzeit.
Irgendwann stellt sich uns die Frage, wo wir unseren Hunger stillen. Die Auswahl
an Lokalen ist grandios. Wir entscheiden uns, bis Melk
zu fahren, um dort am Hauptplatz Nr. 10, im Café Central - welches neben
gut gelaunter Serviererin, Mehlspeisen und Eisspezialitäten auch eine kleine,
aber durchaus passable Auswahl an warmen Speisen anbietet - an einem der Tische
vor dem Lokal direkt unter dem Stift
Melk Mittag zu essen. Beim Rundgang durch die Stadt findet man Reste der alten
Stadtmauer, das überlebensgroße Standbild des hl. Nepomuk, dem Brückenheiligen,
bei der Stadtpfarrkirche sowie das "Haus am Stein" mit seinem uralten
unter Naturschutz stehenden Weinstock.
Für Museen-Liebhaber gibt es die Dauerausstellung
in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Melk, das Stadtmuseum
Melk und die Stiftssammlungen
Melk.
Weil uns die Wachau so gut gefallen hat, entschließen wir uns, am rechten
Donauufer zurückzufahren. Man fährt, so wie man gekommen ist, ein kurzes
Stück aus der Stadt hinaus und sieht, gut in grün ausgeschildert: "Wachau,
rechtes Donauufer". Hier präsentiert sich die Straße viel enger
als am anderen Ufer. Sie führt durch kleine, verwinkelte Dörfer, wo
manchmal zwischen zwei Häusern keine zwei PKWs aneinander vorbeikommen und
eine 30er-Beschränkung zum Langsamfahren zwingt. Auch Radfahrer sind hier
wieder anzutreffen.
Schönbühel-Aggsbach-Dorf
Kulturinteressierte dürfen bald wieder anhalten, um zu Fuß (ca. 1 Stunde)
oder über die Straße von Aggstein zur Burgruine Aggstein zu kommen,
wo anno dazumal die Eingekerkerten 300 m über dem Fluß den herrlichen
Panoramablick genießen durften.
Nun geht es weiter über Mautern
a.d. Donau und Traismauer
immer geradeaus nach Ried a. R., wo man nach ein paar interessanten Kurven im
Gasthaus J. und R. Eigner zur letzten Rast vor der Heimfahrt über den Riederberg
nach Wien einkehren kann.
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