Ausflug
in den Osten
Gegen
10 Uhr brechen wir zu einem weiteren Auflug auf: An Eretria auf der gut ausgebauten
Umfahrung vorbei, den wiederum meist mur griechisch beschrifteten Schildern nach
Kymi (oder Kimi) nach.
Die Strecke
bietet volle Abwechslung. Zum Teil befahren wir alten Bundesstraßenbeton,
der sich gefühlvoll engkurvig durch die leicht hügelige Landschaft windet,
zum Teil gibt es breit ausgebaute Straßenstücke, die in Kymi-Hafen-Nähe
auch Platz zum Anhalten und Fotografieren lassen.
Am Vormittag
herrscht in den Städten (besonders in Amarinthos und Allveri) reger Betrieb.
Die Straßen beinhalten mehr Fahrzeuge als flüssig durchkommen würden,
doch man arrangiert sich auf griechisch-gelassene Art.

In
Platana zweigt die Straße links nach Kymi ab, geradeaus, so meint der Wegweiser,
ginge es in den Hafen - über eine enge, einspurige Brücke. Hat man diese
passiert und das Stückchen Weg entlang dem Meer auf sehr brüchigem Untergrund
(aber durchaus befahrbar, wenn man die Gegenspur benutzt) zurückgelegt, verbreitert
sich die Fahrbahn nach einer engen Kurve auf Schnellstraßenqualität
bis in den Hafen hinein.
Als
wir die Motorräder an der Promenade abstellen, treffen uns die ersten Tropfen
aus einer dicken, schwarzen Wolke, die sich über die Hügel herab Richtung
Meer schiebt. In einem halbstündigen Guss erleichtert sie sich dann über
dem Städtchen.

Obwohl
sich (auch ohne Regen) kaum Menschen auf der Promenade aufhalten, haben doch alle
Lokale und Geschäfte, mehr für die Einheimischen als für griechische
oder ausländische Touristen, geöffnet. Wir nehmen in einem der Lokale
unter regenfestem Sonnendach Platz und genießen den Regen, die Lichtspiele
in den Wolken und die Ruhe.
Nach einer
halben Stunde ist der Gewitterspuk vorbei und die Fahrbahn wieder trocken.
Es
ist die Zeit der Heuernte. Schon am Vormittag sind wir auf der kurvenreichen Strecke
nach Amarinthos hinter Heutransportern hergezuckelt. Wie jedoch dieser Grieche
seinen Heckspoiler zur Heuballenhalterung umfunktioniert, fasziniert uns.
Da wir dem
Wetter nicht trauen, verzichten wir darauf, noch nach Kymi hinaufzufahren und
brechen bald über dieselbe Strecke zurück nach Eretria auf. In den Städten
ist nun kaum Verkehr - Mittagspause ist angesagt. Auch das Wetter spielt mit.
Zwar zeigt sich da und dort noch eine Regenwolke, die sich aber freundlicherweise
nicht auf unsere Helme abregnet.
Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.
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