Die
kerzengeraden und rechtwinklig zueinander verlaufenden Straßen der künstlich
in die Landschaft gesetzten Stadt sind sehr sauber und touristentauglich gestaltet.
An vielen Stellen steht ein Stadtplan, abends beleuchtet, der das hilfreiche "You
are here" nicht vermissen läßt. Die Hauptstraße präsentiert
sich mit Souvenierläden, Juwelieren (ein zarter Goldring 90,- Euro, Handeln
ist sicher möglich) und Lokalen, die allesamt - sogar die in den Seitengassen
- hoch bemessene Preise für wenig Speis verrechnen. Nur in den kleinen Stehimbissbuden
kommt man billiger weg - Qualität und Frische der Speisen lassen - zumindest
in der Vorsaison - allerdings sehr zu wünschen übrig.
Die ganze
Stadt strahlt "frisch gestrichen" aus (und "bitte nicht berühren"
gleich dazu). Der neue EU-geförderte Bahnhof präsentiert sich im Stil
eines antiken Tempels. An der großen Kreuzung vorne beim Hotel Olympia Palace
wird eifrig gebaut. Die Parkanlage, in Terrassen angelegt, ist schon fertig. Der
Strom der jährlich erwarteten 800.000 Touristen kann anrollen. Die Fremdenführer
und Hoteliers stehen an der Startlinie.
Trotz dem deutlich gezeigten Willen der Stadtväter zur Verschönerung
des Ortes haben wir das Gefühl, dass die alten Steine drüben am Ausgrabungsareal
mehr Flair ausstrahlen als die neue Stadt, in der wir fast nichts mehr von der
griechischen Gastfreundschaft zu spüren bekommen und wo wir das Gefühl
nicht los werden, dass unser Essen nicht wie sonst in Griechenland mit Herz zubereitet
wurde ... ja, sogar die Olive fehlt am Tsatsiki - wenn ihr versteht, was wir meinen.

Das
neue Olympia ist keine Stadt, die zum Verweilen einlädt, sondern sich lediglich
auf schnelles Durchschleusen des Touristenansturms spezialisiert hat.
Die einzigen, die völlig anders gesinnt waren, waren unsere Gastgeber Thusinidas
Kosmopoulas und seine Frau, zwei vom alten Schlag, die den Campingplatz Diana
leiten und mit ganzem Herzen für die Wünsche und die Zufriedenheit ihrer
Gäste da sind.
Internetcafe
Aiolos
An
zwei Tagen versuchen wir, unsere drei wichtigsten Mailboxen einzusehen und Spam
zu löschen. Normalerweise brauchen wir dazu eine Stunde. Doch die PCs im
IC Aiolos scheinen von ihren Betreibern nicht mit Strom gefüttert zu werden,
sondern mit Schlaftabletten. Alle paar Minuten bricht die Verbindung ab ... neu
einloggen ... schauen ... löschen ... geht nicht ... Session beendet ...
Verbindung unterbrochen. Wir verlassen die Lokalität und hoffen auf bessere
Connection am nächsten Tag.
Aber auch da spielt sich nicht viel ab. In den fast zwei Stunden, die wir vor
dem Monitor verbrachten, "arbeiteten" wir tatsächlich 1/2 Stunde.
Der Rest der Zeit verging mit warten. Warten, bis die Seiten aufgingen, warten,
bis Aktionen durchgeführt wurden und warten, bis das Servicepersonal den
Server neu verbunden hatte.
Und wer glaubt, es hätte eine Entschuldigung oder einen Preisnachlass gegeben,
täuscht sich! Übrigens: den Spam aus unseren drei wichtigsten Boxen
zu löschen und den Papierkorb zu leeren, gelang uns im Internet-Cafe Aiolos
in insgesamt 3 Stunden an zwei Tagen nicht.
20 Minuten 1,50 Euro, 1 Stunde 4,- Euro.
Das sind unsere persönichen Erfahrungen. Sollte jemand andere oder ähnliche
gemacht haben, lasst es uns wissen - wir veröffentlichen eure Meinung ebenfalls
gerne.
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