Die Fahrt über die Brücke ist, wie immer, ein Erlebnis. Sie scheint nach dir zu greifen und dich zu verschlingen.
| Um zu übernachten suchen wir uns ein hübsches Plätzchen am Pier. Gegen Mitternacht, als wir uns schon in unsere provisorischen Betten vor unseren Motorrädern zurückgezogen hatten, tritt ein Jugendlicher gegen den Bus - eine von ganz wenigen unguten und aggressiven Situationen, die wir in all den Jahren in Griechenland erlebt hatten. Nicht gerade bester Laune rappeln wir uns wieder auf und schieben Wache, bis die Gruppe Jugendlicher endlich im abendlichen Getümmel von Patras verschwunden ist. |
Am nächsten Morgen die Tickets bestätigen lassen und dann ein Rundgang durch den Hafen. Hier stehen sie in ihrer Pracht: Schiffe zum Amusement der Touristen und jene der diversen Fährenlinien, einladend, auslandend oder einfach nur wartend.
Im Laufe des Tages
wechseln wir mit unserem Bus Pepi auf jenen Pier, an dem die Anek anlegen würde.
Dort beobachten wir meist junge Männer, die uns schon am Tag zuvor, vor einem
unbewohnten Haus herumlungernd, aufgefallen waren. Sie laufen in kleineren und
größeren Gruppen zwischen den LKWs herum, während die Hafenpolizei
beflissentlich bestrebt ist, sie wieder aus dem Hafenareal zu vertreiben. Ein
Schiff nach Italien ist für diese illegalen Auswanderer, die lediglich einen
kleinen Rucksack oder ein Plastiksackerl bei sich haben, besonders interessant.
Sie versuchen, sich in Fahrzeugen zu verstecken, um so auf die Fähre zu kommen.
Stundenlang beobachten wir das im Grunde sinnlose Spiel: Die Männer laufen
in den Hafen, verstecken sich unter den LKWs, die Hafenpolizisten (auf Moped,
Motorrad oder im PKW) scheuchen sie auf und jagen sie ohne gezielte Absicht, sie
tatsächlich zu erwischen.
Wir spekulieren, dass eine Festnahme, ausser mächtig Papierkrieg, wohl nichts
bringen würde, solange die Männer nichts anstellen. Dennoch muss Präsenz
der Obrigkeit gezeigt werden. Also beschränkt man sich auf diese griechische
Lösung, die vorerst alle zufriedenstellt.
Tatsächlich gelingt es zwei Männern, unter eine LKW-Plane zu schlüpfen.
Der LKW-Fahrer bemerkt es, wirft sie wieder aus seinem Hänger ... und das
Spiel geht weiter.
Dann fährt sie ein, die Elenik Spirit der Anek-Line. Um dem riesigen Schiff
beim Einparken zu helfen, nähert sich ihm ein kleines, das es behutsam an
den Pier stubst.
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