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Hast du dir bereits eine zugezogen, konsultiere einen Arzt.
Die hier beschriebenen Methoden dienen dazu, sie zu vermeiden. Bereits im Winter
solltest du damit beginnen, deine Handmuskulatur aufzubauen, damit Kupplung und
Bremse nicht zum Angstgegner werden.
Jeder, der schon einmal längere Zeit im Sattel verbracht hat, wird die körperlichen
Beschwerden kennen: das Ziehen in der Schultermuskulatur, die Arme, die immer
schwerer oder steifer werden, und die Sehnenscheidenentzündung.
Vom Skisport weiß man, daß niemand ohne vorbereitende Skigymnastik
in den Skiurlaub fahren soll, und auch auf der Piste selbst die Muskulatur erst
einmal kräftig vor jeder Abfahrt aufgewärmt werden muß, um Verletzungen
zu vermeiden. Jeder Sportler, ob Leichtathlet, Fußballer oder anderer, wärmt
sich vor dem Bewerb oder dem Spiel auf.
Die diesbezügliche Propaganda nimmt beim Motorradfahrer eine Stiefkindposition
ein. Daraus resultiert, daß sich Biker auf das Radl schwingen, ohne auch
nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was sie ihren Hand- und Fingergelenken
sowie der feinen Muskulatur im Handbereich damit zumuten. Das Resultat: "Sehnenscheidenentzündung".
Wie kommen die Schmerzen zustande?
Der ehem. Präsident des Österreichischen Budybuilding Verbandes, Artur
Pavlasek, erklärt den Vorgang folgendermaßen:
"Strengt man einen Muskel an, dann entstehen im Gewebe ganz kleine Einrisse.
Das ist vollkommen normal, passiert bei jeder Belastung und es entsteht kein Schaden.
Die kleinen Risse verheilen schnell. Bei extremer Belastung entstehen größere
und mehrere Risse, die nicht so schnell verheilen und schmerzhaft sind. Wir kennen
diese Erscheinung nur zu gut: Im Volksmund heißt sie 'Muskelkater'. Bei
plötzlicher schwerer Belastung eines unaufgewärmten oder untrainierten
Muskels kann es zum Muskeleinriß oder gar zum Muskel- oder Sehnenriß
kommen."
Für Sehnen, Bänder, Gelenks-Innenausstattung und Knorpelmasse sind etliche
biochemische Trägerstoffe zuständig: Glycin, Prolin, Hydroxyprolin,
verzweigtkettige L-Asparaginsäure, Tyrosin, Phenylalanin usw.
Ein gezieltes und wohldosiertes Training der Arm- und Handmuskulatur bewirkt,
daß die Muskeln nicht so schnell einreißen.
AUSSCHÜTTELN
Bevor du deine Muskulatur strapazierst, solltest du wissen, wie man sie richtig
ausschüttelt. Viele glauben, wenn sie wild mit den Händen in der Luft
herumwacheln, lockert das ihre Muskeln auf. Das mag zwar für ihr Gewissen
beruhigend sein, nicht aber für die Armmuskulatur. Wenn schon schütteln
- dann richtig!
Du neigst den Oberkörper (zB. an einer roten Ampel) so lange langsam nach
links oder rechts, bis der ausgestreckte, entspannte Arm senkrecht aus dem Schultergelenk
heraus zu Boden hängt. Jetzt wird geschüttelt, die Hand, der Arm, die
Schulter, alles gemeinsam. Auf diese Art schließt sich die Schulter- und
Nackenmuskulatur gleich an. Natürlich läßt du die wohltuende Entspannung
beiden Armen zukommen.
KNETÜBUNGEN
Um keinen Schaden zu erleiden, solltest du jedesmal, bevor du dich aufs Motorrad
setzt, die Muskulatur deiner Hände aufwärmen.
Übungen, die die Finger- und Handmuskulatur lockern und geschmeidiger machen,
sind leicht und überall durchzuführen. Wirksamer und angenehmer sind
sie, wenn sie über Wasserdampf oder einem wärmespendenden Heizkörper
gemacht werden. Ein guter Zeitpunkt dazu ist auch während eines Vollbades.
WICHTIG IST, DASS NICHT ÜBERTRIEBEN WIRD! Die feinen Muskeln und Sehnen
der Finger sollen geschmeidiger und auf keinen Fall überdehnt werden.
Erlaubt ist jede Bewegung der Hand- und Fingergelenke, die nicht wehtut, bei der
aber die Finger oder die Hand in eine Position gebracht wird, die das genaue Gegenteil
der entspannten darstellt.
Lasse deine Handgelenke kreisen, spreize die Finger, bewege sie intensiv. Öffne
und schließe die Hände und versuche aufmerksam zu fühlen, welche
Muskeln sich in deinen Händen und Fingern befinden. Drücke die Finger
sanft nach hinten. Massiere die Handfläche, die es sicher notwendig hat,
denn die Muskulatur dieses Körperteils ist eine der am wenigsten beachteten.
Solche Bewegungen fördern nicht nur die Durchblutung, sondern stärken
auch die Muskulatur und vermehren die Kraft, die wir besonders bei schwergängigen
Kupplungen brauchen.
Der kleine Finger ist der schwächste. Um ihn zu stärken, drücke
einfach sämtliche Lichtschalter, die du im Laufe eines Tages bedienst, nur
noch mit dem der linken Hand.
STÄRKUNG DER ARM- UND HANDMUSKULATUR
Um
der Armmuskulatur mehr Durchhaltevermögen zu verpassen, bastelte ich mir
ohne großem finanziellen Aufwand ein Trainingsgerät. Man benötigt
dazu ein Rundholz, ca. 30 cm lang und 4 - 6 cm im Durchmesser, eine 1,20 m lange
Schnur und einen Gegenstand, der sich anbinden läßt und dessen Gewicht
1/2 kg NICHT übersteigt (zB. eine Camping-Getränkeflasche 0,5
l). Durch das Rundholz bohrt man genau in der Mitte ein Loch, durch das man die
Schnur zieht und verknüpft. An das andere Ende der Schnur bindet man den
Gegenstand.
In der Ausgangsposition hält man stehend oder sitzend das Rundholz rechts
und links der Schnur in beiden Händen, die Arme sind gerade vorgestreckt,
der Gegenstand berührt den Boden. Nun wickelt man durch gleichmäßiges
Drehen des Rundholzes die Schnur auf, bis der Gegenstand das Holz berührt.
Dann läßt man das Gewicht langsam oder schnell wieder zu Boden.
So leicht die Übung beim ersten "Aufzug" anmutet - bereits nach
dem 6. - 10. Mal spürt man die Wirkung. Die Muskeln reißen ein, die
Arme schmerzen. Und für diesen ersten Tag dürfen auch keine weiteren
Rekordversuche mehr unternommen werden!
WICHTIG!!! Die Übung soll dreimal pro Woche dreimal hintereinander
mit einer kleinen Erholungspause dazwischen nur so lange durchgeführt werden,
solange sie ohne Schmerzen und ohne größere Anstrengung durchgeführt
werden kann! Sie soll einen Aufbau der Muskulatur bewirken und keine Zerreißprobe
sein!
Einmal pro Woche darf - und nur dann, wenn man die anderen Tage regelmäßig
geübt hat - ein Rekordversuch gestartet werden, jedoch sollte man auch diesen
mit Vernunft und nicht bis zur körperlichen Überanstrengung durchführen.
ROTIERENDE KUGELN
Bereits die alten chinesischen Kaiser drehten sie und glaubten, durch das Zusammenspiel
von Yin und Yang in ihren Händen noch älter zu werden. Ich spreche von
Qigong-Kugeln, zwei Kugeln zwischen 4,5 und 5 cm Durchmesser und 330 - 460 g,
mit oder ohne Klang, erhältlich in verschiedenen Materialien (z. B. Stein,
Metall) in Geschäften, die sich auf den Vertrieb fernöstlicher Importware
spezialisiert haben.
Wer vorerst nicht viel investieren will, kann für die ersten Versuche auch
zwei Holzkugeln oder Golfbälle benützen. Je größer und gewichtsmäßig
höher die Kugeln allerdings sind, umso schwieriger wird die Übung.
Die beiden Kugeln sollen in einer Handfläche gehalten und durch vorsichtige
Fingerbewegungen dazu gebracht werden, im oder gegen den Uhrzeigersinn ohne Zuhilfenahme
der zweiten Hand zu rotieren, ohne einander zu berühren - und natürlich
ohne hinunterzufallen.
Beim ersten Versuch wirst du bemerken, wie sehr es dir an Bewegungskoordination
mangelt. Schon nach wenigen Tagen, in denen du dich nicht einmal sehr intensiv
mit den Kugeln beschäftigen mußt, wirst du bemerken, wie die Geschicklichkeit
deiner Hände zunimmt. Probiere zuerst nur die Richtung und die Hand, in der
sich die Kugeln leichter drehen lassen. Später versuche auch die andere.
Spezialisten drehen in jeder Hand drei, sogar vier Kugeln, in jede beliebige Richtung
in jeder gewünschten Geschwindigkeit.
Übe am Anfang immer über einer weichen Unterlage - nie über harten
oder zerbrechlichen Gegenständen!
Dem Kugeldrehen werden viele positive Wirkungen zugeschrieben: Förderung
der Durchblutung, beruhigende aber auch anregende Wirkung, Akupressur der Handreflexzonen,
Auswirkung auf das Großhirn und das autonome Nervensystem, Erhöhung
der Sauerstoffzufuhr und Regulierung der Stoffwechselfunktion.
Dadurch, daß die meisten Menschen nicht sofort mit den Kugeln zurecht kommen,
die Bewegung und Koordination der Finger langsam aufgebaut wird und sich allmählich
steigert, kann man sich beim Kugeldrehen nicht überanstrengen. Vorsicht ist
allerdings bei bestehenden Verletzungen und nach Operationen geboten! Da solltest
du die Kugeln nur solange einsetzen, wie die Bewegung nicht wehtut. Das behutsame
Training mit ihnen hilft aber, gerade in Gesundungsphasen eine Versteifung abzubauen
und eine geschädigte Muskulatur wieder zu stärken.
Kupplungsseilzug tauschen
Hast du dir ein gebrauchtes Motorrad zugelegt, erkundige dich beim Vorbesitzer,
wann er zuletzt die Kupplungs- und Gasseilzüge (auch Bowdenzüge) tauschen
hat lassen. Oft sind diese "Kabel" verdreckt, gesplittet und deshalb
schwergängig. Ein Tausch wirkt manchmal Wunder und die Kupplung läßt
sich sehnenschonender ziehen.
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