Fünf Bikes, das ergibt acht Leute: Roman & Christine auf der EN 500, Wolfgang
auf der 800er Kawa, Martin und Brigitte auf der KTM Enduro (von der wir noch mehr
berichten werden), Felix samt Enkel Sebastian auf Moto Guzzi und Claudius mit
der schönsten aller 535er Viragos.
Von
Seekirchen aus - der Stadt
von wo aus die schönsten Motorradtouren Österreichs und angrenzendem
Deutschlands im Nu zu erreichen sind und wie immer Ausgangsort der BBC-Touren
ist - geht es zügig über die Autobahn bis Salzburg West, runter auf
die Bundesstraße und via Bad Reichenhall durch's kleine deutsche Eck und
über den Steinpaß in den Pinzgau. Der Verkehr ist eher mäßig
bis mittel und der späte Vormittag sieht die BBC-Biker in Bruck a.d. Glocknerstraße
zum doppelten Auftanken - nämlich Sprit und Kaffee.
Martin
ist dann noch kurz erstaunt, wer denn da wohl so einen großen Ölfleck
bei der Zapfsäule hinterlassen hat - bis er merkt, daß es seine KTM
ist, die den Asphalt einölt mit Motoröl, denn das tropft aus dem undichten
Ölschlauch. Bei der Tankstelle ist das Problem nicht zu beheben. Also wird
die KTM zurückgelassen, Martin und Brigitte auf die Soziussitze von 800er
und Virago verteilt und der Glockner in Angriff genommen.
Übrigens:
öS 230,-- kostet die Tageskarte für Motorräder und mit der kann
man dann beliebig oft von Kärntner und Salzburger Seite aus Österreichs
höchsten Berg bezwingen. Auf der Straße jedenfalls.
Das traumhafte Wetter treibt die Ausflügler zu Hunderten auf den Großglockner
und so werden (zumindest bergauf) die Mountainbiker von den Reisebussen überholt,
die Busse von den Autos, die Autos von den Motorrädern. Bei Letzteren wiederum
überholen die Sportler die Cruiser, mittendrin die Enduristen usw.
Auf
der Edelweisspitze dann Freud' und Leid nebeneinander: Freud' über die herrliche
Fernsicht und die hochalpine Wärme. Leid mit kreuz und quer abgestellten
Fahrzeugen, bergwärts hilflos kriechenden Flachländerautos (stehen dann
quer in den Spitzkehren, sodaß nicht einmal Bikes vorbeikommen), qualmende
Kupplungen und Kühler, glühende Bremsen ... Und da ist dann der beschäftigungsmäßig
gut ausgelastete Pannenhelfer des ÖAMTC, den wir zu Martins Ölschlauchproblem
befragen. Passendes Ersatzteil hat er keines mit, aber den Tip, daß wir
uns doch telefonisch bei ihm melden sollten, wenn wir wieder im Tal sind. Möglicherweise
ist Hilfe beim Stützpunkt in Zell am See möglich.
Weiter
geht die Glocknererkundung: hinüber auf die Franz-Josefs-Höhe (auch
gut besucht) mit Blick auf die Pasterze, deren ehemals weißes Eis auch immer
gräulicher wird, und dann endlich die wohlverdiente Mittagsrast.
Wir kehren auf der "Kasalm" ein, auf halbem Weg zwischen Pasterze und der Abzweigung
nach Heiligenblut, ein paar Meter von der Straße runter. Urig und gemütlich,
wenn auch nicht gerade billig (Brettljause namens "Bauernplatte" um einen runden
Hunderter ...). Den Kas machen die dort selbst, er wird auch gerne mit nach Hause
genommen und ist echt empfehlenswert.
Gestärkt
und ausgeruht mit leicht brenzliger Sonnenhaut geht es dann - ohne Felix, der
sich samt Guzzi und Enkel nach Hause verabschiedete - auf einen kurzen Abstecher
nach Heiligenblut.
Fotos machen, Eis schlecken und wieder bergwärts gebraust, denn die KTM wartet
je noch auf Hilfe. Es ist bereits später Nachmittag, als Martin sich in Bruck
auf seine lädierte Enduro schwingen kann, der Pannenhelfer war bereits telefonisch
verständigt worden und wir fahren (nach unserem 2. Volltanken) zum ÖAMTC-Stützpunkt
Zell am See.
Martin braust als Erster los und kommt dann dort als Letzter an, er hat die falsche
Strecke gewählt (durch Zell statt über Thumersbach), womit wieder einmal
ein Bibelwort seine Bestätigung fand: "Die Letzten werden die Ersten sein!"
Mit vereinten Kräften werken unser Endurist und der Pannenfahrer an der Schadensbehebung.
Nach der Devise "Versuch und Irrtum" wurden mehrere Varianten durchprobiert, während
sich der Rest der Truppe im Lokal gegenüber noch für die letzte Etappe
stärkt. Endergebnis ist dann ein behelfsmäßig eingebautes Schlauchstück,
das zwar nicht gepanzert ist, aber von der Dimension her paßt. Bis Seekirchen
sollte das Ganze sogar Martins forcierten Fahrstil aushalten und der vormals gut
geölte Hinterreifen der KTM ist nach einer Runde auf Schotter auch seine
Schmierung los. Brigitte fährt sicherheitshalber auf Wolfgangs 800er mit.
Der Sonnenuntergang taucht die Pinzgauer Bergwelt in kitschige Farben und die
BBC-Biker düsen in lockerer Formation (genauer gesagt jeder, wie es ihm passt!)
heimwärts. Fazit: Ein wunderbarer Bikersonntag mit 320 gefahrenen Kilometern
und Abschluß um ca. 20.00 Uhr
Roman Sekot
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