Endlich
kommt der Sommer, man hat ihn schon lange vermisst, und der Wetterbericht ließ
hoffen. Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad. Man konnte laut Bericht
der Wetterfrösche also eine sonnig/schattige Tour beruhigt angehen.
Bereits am Vortag hatte ich mir eine Tour durchs Gesäuse und dann rauf ins Mostviertel
(Ötschergebiet), Eisenwurzen und zurück durchs "Untere Ennstal" zusammengestellt.
Samstag, 23. Juni 2001, 13 Uhr war Treffpunkt in Seekirchen, kurze Info und rauf
ging´s auf den Bock. Mit dabei waren Franz und Monika, Christine und ich.
Von
Seekirchen aus ging es über Hof zur Wolfgangsee Bundesstraße (B 158) in Richtung
Bad Ischl. Bei Bad Ischl wurde rechts auf die Salzkammergut-Bundesstraße (B 145)
in Richtung Bad Goisern und über den Pötschen Pass (982 m) nach Bad Aussee und
weiter bis zur Kreuzung B 146 (Selztaler Bundesstraße) gebikt. Endlich wurde es
wärmer, denn entlang des Wolfgangsees und im Gebirge war es doch noch ein wenig
frisch. Beizeiten wurden die Eisen aufgetankt und eine Zigarettenpause eingelegt.
Auf der Strecke von Irdning nach Liezen konnte man - bedingt durch viele Baustellen
- nicht so richtig am Gashebel drehen. Machte auch nichts, denn wir waren ja nicht
auf der Flucht und unsere Tour war ja für zwei Tage ausgelegt. Kurz nach Liezen
wurde links auf die B 146 in Richtung Admont abgebogen.
Admont,
am Eingang zum Gesäuse gelegen, mit der Stiftskirche zum Hl. Blasius, ehemaliges
Münster, ein neugotischer, mit zwei 70 m hohen Türmen und zwei Portalen, 1869
eingeweihter Bau, ist das weit sichtbare Wahrzeichen des Ennstal.
Nach einigen Kilometern erreichten wir den Eingang ins Gesäuse. Das 16 Kilometer
lange Engtal, das von der Enns durchströmt wird, endet dann in Hieflau. Das Tal
ist von schroffen Hängen der Ennstaler Alpen (höchste Erhebung: Hochtor 2.369
m) eingeschlossen, die Straße windet sich entlang der Enns und bietet einen wunderbaren
Ausblick auf die Großartigkeit der Bergwelt.
Nach
ca. 5 Kilometer gibt es eine Abzweigung von der Hauptstraße, die nach dem 5 Kilometer
entfernt gelegenen Johnsbach führt. Der Besuch des Bergsteigerfriedhofes lohnt
sich. Nach einer kurzen Rast, um das Getöse des Flusses wahrzunehmen und den Raftern
beim spritzigen Vergnügen zuzusehen, wurde wieder aufgesessen und den Eisen die
Sporen gegeben. Links-rechtsschwingend, teilweise mit funkenden Fußrastern wurde
der Reifen planmäßig abgefahren. Genussvoll saugten wir die Faszination der Landschaft,
der Bergwelt und der tiefgrünen Wälder in uns auf.
Am Ende des Gesäuses in Hieflau wurde dann nach links, in Richtung Norden bis
Landl und nach ca. 4 km nach rechts auf der B 25 in Richtung Scheibbs abgebogen.
Sofort ging es bergauf und meine Kawa EN samt Sozia und Reisegepäck hatte ganz
schön zu schnaufen und ich zu schalten. Zuerst 18 % dann 22 % Steigung bergwärts,
dann wieder talwärts schraubend zogen wir unsere Spur auf den Asphalt.
Kurz
nach Erzhofen (Abzweigung auf die B 24 nach Mariazell) verließen wir die steirische
Landesgrenze und erreichten Lassing. Schön langsam kamen wir unserem geplanten
Etappenziel, der Ortschaft Göstling an der Ybbs näher.
Nach kurzem Suchen fanden wir im Gasthof Mandl - direkt an der Kreuzung nach Hollenstein
a.d.Y. gelegen - ein sehr gutes Quartier. Bereitwillig wurde eine Garage für unsere
fahrbaren Untersätze hergerichtet und wir wurden wie alte Bekannte behandelt.
(DZ, ÜF, Kurtaxe, ATS 840.--) Nun war es an der Zeit etwas Kühles durch die Kehle
rinnen zu lassen. Göstling im Östscherland, in den Göstlinger Alpen gelegen mit
verträumten Gassen und schmucken Bürgerhäusern laden zum Verweilen ein. Ein Hallenbad
ist auch vorhanden - leider aber zur Zeit (Juni 2001) geschlossen.
Nach
einem ausgiebigen Frühstück vom Buffett schwangen wir uns wieder in die Sättel
um westwärts auf der 31er durchs Eisenwurzengebiet in Richtung Ausgangspunkt zu
fahren. Bei St. Georgen a. Reith bogen wir rechts ab (Tipp vom Mandlwirt), um
über eine kurvenreiche Straße (22 %) zur Anhöhe "Auf der Kripp" (701 m) zu kommen.
Das Landschaftsbild war geprägt von tiefgrünen Mischwäldern und kleinen glasklaren
Bächen. Bei Opponitz wurde links in Richtung Holleinstein a.d.Ybbs abgebogen.
Bei Krenngraben mussten wir rechts abbiegen um über eine kleine Verbindungsstraße
nach Weyer-Markt zu kommen. Am Anfang reihten sich Kurve an Kurve und der Tanz
konnte wieder beginnen.
Nach ca. 4 Kilometer verließen wir Niederösterreich und kamen nach Oberösterreich
ins Weyer Land. Kurz vor Weyer bogen wir links auf die B 121 ab. Sehenswert in
Weyer Markt ist der Marktplatz mit schönen gotischen Bürgerhäusern, Barockfassaden
und Sgraffitomalereien, sowie das Renaissanceschloss (16. Jhdt.) mit Ecktürmen
und malerischem Arkadenhof.
Kurz
nach Weyer bogen wir rechts auf die B 115 in Richtung Steyr ab. Die bestens ausgebaute
Bundesstraße ließ es wieder einmal zu, den Gashebel kurzzeitig bis zum Anschlag
nach unten zu drehen und auch den Auspuff durchzuräumen. Das Gebiet des Untern
Ennstales bietet eine Fülle von landschaftlichen Höhepunkten. Links fließt schon
- gezähmt durch einige Kraftwerke - die Enns, rechterhand tiefgrünes Weideland,
Wälder und Felder. Vorbei geht's durch Großraming, Reichraming, Losenstein bis
Ternberg.
In Ternberg bogen wir links ab, fuhren über die Enns, um nach Steinach an der
Steyr - ins Steyrtal - zu gelangen. Nach ca. 11 km erreichten wir die 140er. Dort
bogen wir in Richtung Klaus, Kirchdorf an der Krems ab. Bei Aggonitz wurde eine
Pause eingelegt und der Steyrdurchbruch besichtigt.
Tief
unten in der Schlucht schlängelt sich brausend die Steyr in Richtung Norden. Eine
Schlange war auch auf der Aussichtsplattform und schlängelte sich auf den Stufen
nach oben. Kurz vor Klaus hätten wir nach rechts in Richtung Kirchdorf a.d. Krems
abbiegen müssen, leider habe ich als Navigator die falsche Richtung genommen und
waren in Richtung Windischgarsten unterwegs.
Nach
einigen Kilometern - und schon vertrauter Umgebung - (Bericht Pötschen/Pyhrnpaßtour)
- wurde gewendet und jetzt in die richtige Richtung gefahren. Bei Micheldorf wurde
links nach Heiligenkreuz abgebogen um über die Verbindungsstraße zur B120 zu gelangen.
Diese unter Bikern bekannte Straße beginnt nach Heiligenkreuz sanft anzusteigen,
dann jedoch schraubt sie sich in Serpentinen bergwärts. Man muss sich schon ganz
schön in Bodennähe begeben um die engen, teilweise 360gradigen Kurven zu meistern,
aber das ist höchster Fahrgenuss in Reinkultur. Am Scheitelpunkt angekommen, bietet
sich ein herrliches Panorama, links der Höllerberg (1267 m) rechts der Pernegger
Kogel (1078 m) dazwischen saftiggrüne Wiesen und Getreidefelder.
Bei
Graben erreichten wir die B 120, bogen links in Richtung Gmunden am Traunsee ab.
Gmunden am Nordende des Traunsees gelegen, ist bekannt durch die keramische Industrie.
Bekannt durch eine Fernsehserie ist das Landschloss Orth, ehemaliger Besitz des
verschollenen Erzherzogs Johann Salvator, Johann Orth. Von hier führt eine 130
m lange Holzbrücke zum Seeschloss (17. Jhdt.) mit gotischem Laubenhof und Schlosskapelle.
In Altmünster wurde rechts abgezweigt um über die Großalmhöhe (826 m) nach Steinbach
am Attersee zu gelangen. Nach Neukirchen beginnt der Anstieg (15 %) auf die Großalmhöhe.
Die bestens ausgebaute Straße lässt es zu, den "Hobel" in den Kurven - und davon
gibt es jede Menge - bis zum Fußraster bzw. Sturzbügel hinunterzudrücken. Da wären
schon einige PS mehr bei meinem Eisen von großem Vorteil. Beim Adlerhorst in Feuchten
- mit Blick auf den Attersee - wurde letztmalig eine Rast eingelegt, um den Rest
des Weges gestärkt anzutreten.
Bei
Steinbach am Attersee bogen wir links in die 152 in Richtung Unterach a. Attersee
ab. Wie üblich war auf dieser Straße viel Ausflugsverkehr unterwegs. An den Ufern
des Attersees lagen unzählige, in verschiedenen Farben leuchtende Personen, die
den herrlichen Tag genossen. Nach Unterach bogen wir links auf die B 151 in Richtung
Mondsee ab. Kurz nach Mondsee wurde links auf die B 154 und kurz darauf - bei
Gaisberg - rechts auf die Verbindungsstraße nach Thalgau und weiter nach Eugendorf
abgebogen. Dort angekommen, lösten wir unsere Fahrgemeinschaft auf und jeder zog
in Richtung Heimatort.
Roman Sekot

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