Die Tour beginnt auf der B10, die über Bruck/Leitha
bis nach Parndorf
verfolgt wird. Dort biegt man links auf die B50 ein, die man jedoch bald wieder
verläßt, um nach
zu gelangen.
Durch Weiden/See
und Gols
geht es hinein in den Seewinkel. Bis Pamhagen sind kaum Radfahrer auf den Straßen
anzutreffen, denn die gut beworbenen Radwege geben ihnen ihren eigenen Lebensraum.
In Mönchhof
weist ein unscheinbares Schild den Weg zum "Dorfmuseum".
Die anfängliche Privatsammlung wurde in den letzten Jahren zu einem großen
Freilichtmuseum ausgebaut. Neben Arbeitsgeräten und landwirtschaftlichen
Arbeitsweisen gibt es ein Dörfchen wie anno dazumal, mit Dorfplatz und Halterhaus,
Voksschule, Handwerksbetrieben, Gemeindeamt mit Schreibstube, Arzt, Postamt und
ein kleines Feuerwehr-Depot. Aber es gibt noch viel mehr! Einfach hingehen und
ein bißchen zeitreisen.
Weiter geht es durch Frauenkirchen,
eine Stadt, die auch eine Fußgängerzone aufweisen kann, auf die mit mehreren Schildern
intensiv hingewiesen wird, sowie durch das idyllische St.
Andrä, um dessen breiten Anger sich noch typisch burgenländische Streckhöfe
reihen.
Nun geht es flott weiter - wenn auch der Straßenbelag ein akzeptabler Fleckerlteppich
ist, denn in der Mitte der Ausbesserungen gibt es eine unbeschädigte Spur
(was weniger in der Gegenrichtung der Fall ist) - nach Wallern,
dem größten Gemüseort Österreichs hinter Wien.
Im Gegensatz zur 3. Nö-Bgld-Tour biegt
man in Pamhagen
nicht zum Hauptplatz ab, sondern fährt geradeaus weiter zur Grenze. Der Grenzübergang
Pamhagen ist für den Güterverkehr (LKWs) gesperrt. Mit viel Stau ist dort nicht
zu rechnen.
Nach der Grenze wird die Straße enger, die Bodenmarkierung hört auf und der Fahrbahnbelag
ist stellenweise sehr griffig, stellenweise rutschig. Auf der langen Geraden bald
nach der Grenze gibt es einen quer zur Fahrbahn verlaufenden Bodenmuggel, der
bei höherer Geschwindigkeit zur Sprungschanze wird. Er ist zwar brav durch ein
Warnschild gekennzeichnet, viel Zeit zum Bremsen bleibt dort aber nicht mehr!
Nun halten wir uns immer rechts, beim großen grünen Schild Richtung Sopron (keinesfalls
links nach Köszeg abbiegen). Wenige Kilometer weiter gelangt man nach Fertöboz.

Etwa
in der Mitte des Ortes steht auf der linken Straßenseite das Restaurant
Czarda, der hauseigene Parkplatz befindet sich gegenüber. Dort ist Anhalten
unbedingt Pflicht (außer Montag, da haben die Ruhetag!), denn so gut und preisgünstig
ißt und trinkt man so bald nicht wieder.
Die Küche bietet durchwegs ungarische und internationale Spezialitäten. Unzählige
Kellner kümmern sich um das Wohl der Gäste. Die Innenausstattung besticht durch
Holzschnitzereien, die Szenen aus der ungarischen Puszta darstellen. Kurz: Ein
Lokal, wo man sich pudelwohl fühlt, sich selbst einmal richtig verwöhnen kann
und noch tagelang davon schwärmt.
Hat man es dann endlich geschafft, den vollgefüllten Bauch wieder auf den Tank
zu legen, begibt man sich durch schattige Wäldchen nach Balf, wo man NICHT nach
Fertörakos (einem Grenzübergang, der nur Radfahrern und Reitern vorbehalten bleibt)
abbiegt, sondern weiterfährt nach Sopron.
Man braucht nur der Straße nach Klingenbach zu folgen, um an dem schönen großen
Einkaufszentrum vorbeizukommen, wo es - ganz nach österreichischem Vorbild - auch
einen Billa und einen dm gibt. An der Shell-Tankstelle in seiner Nähe kann man
sogar 99-oktaniges-Benzin tanken - so steht es zumindest auf der Zapfsäule und
den Werbeplakaten.
Wer jetzt noch Hunger oder Durst hat, sollte 4 km vor der Grenze in der rechts
am Hügel gelegenen "Pension Hajdu" einkehren. Dort kann man auch gut essen oder
einfach bei einem kühlen Cola den Blick über die ungarische Puszta hinüber auf
das österreichische Ödenburger Gebirge genießen.
Zurück nach Österreich! Am Grenzübergang Klingenbach ist schon mehr los. Im Kreisverkehr
der B16 nach Siegendorf abbiegen. Wir nähern uns St. Margarethen, wo es einen
Steinbruch geben soll. Zuerst fragt man sich, wo der denn ist - nach der Durchquerung
des Ortes taucht er dann auf! Der alte Römersteinbruch ist einer der ältesten
und größten Steinbrüche. Neben einer Fossilien-Ausstellung gibt es eine Freilichtbühne
und unzählige andere Aktivitäten wie "Schatzsuche" für Kinder und Familien oder
Steinmetz-Schnupperkurse.
Umwerfend ist jedoch die Aussicht, die man von der Hügelkuppe über den Neusiedlersee
hat. Wer ihn ausgiebig genießen will, sollte auf dem großen Parkplatz stehenbleiben.
Hügelabwärts kommen wir nach Rust,
einer Stadt, die im Hochsommer gut und gerne mit südländischen Touristenmetropolen
Schritt halten kann. Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Skater auf der Fahrbahn
fahren oder Menschen die Fahrbahn überqueren.
Etwas schwer zu finden ist die alte B10 nach Oggau.
Sie ist nicht angeschrieben, aber dennoch nicht zu verfehlen, wenn man sich am
See orientiert, nicht der angeschriebenen Strecke nach Wien folgt (dann würde
man wieder zurück fahren) und sich streng nördlich hält. Raus aus dem Trubel und
noch ein paar schöne Kilometer genießen.
Um zurück nach Wien zu gelangen, wählten wir die schon in Tour
1 beschriebene kurvige Route von Donnerskirchen über das Leitha-Gebirge nach
Hof und Schwechat.
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