Die Tour beginnt auf der B9. In Fischamend
biegt man an der Kreuzung rechts ab und gelangt durch Enzersdorf
a.d. Fischa auf die B10, die über Bruck/Leitha
bis nach Parndorf
verfolgt wird. Dort biegt man links auf die B50 ein, die man jedoch bald wieder
verläßt, um nach
zu gelangen.
Freude kommt auf, fährt man die lange Gerade runter zum
See, denn dieser Parkplatz ist gratis. Die "Maut" fürs Strandbad wird nur
von Badewilligen kassiert.
Im Seerestaurant kann man gut essen. Die Portionen sind groß, auch wenn
man sich "nur" einen Salat bestellt. Die Preise sind's auch. Dafür kann man
den Ausblick über den See genießen und den Enten beim Sonnenbad zusehen.
Eintrittsfrei gelangt man auch zu den Mietbooten und zur einstündigen Seerundfahrt,
letztere mit öS 60,- pro Erwachsenem sogar sehr preisgünstig.
Durch Weiden/See
und Gols
(wo der Geschwindigkeitsrausch durch eine ortsfüllende 30er-Zone gebremst wird
- durchhalten! Das bleibt nicht so!) geht es hinein in den Seewinkel. Hier sind
kaum Radfahrer auf den Straßen anzutreffen, denn die gut beworbenen Radwege
geben ihnen ihren eigenen Lebensraum.
In Mönchhof
weist ein unscheinbares Schild den Weg zum "Dorfmuseum".
Wer nicht weiß, was dahintersteckt, fährt einfach daran vorbei. Die
anfängliche Privatsammlung wurde in den letzten Jahren zu einem großen
Freilichtmuseum ausgebaut. Neben Arbeitsgeräten und landwirtschaftlichen
Arbeitsweisen gibt es ein Dörfchen wie anno dazumal, mit Dorfplatz und Halterhaus,
Voksschule, Handwerksbetrieben sowie einem Bauernhof. Als eigenes Gebäudeensemble
präsentiert sich das Verwaltungszentrum: Gemeindeamt mit Schreibstube, vis
a vis davon die Ordination der Hebamme, des Arztes und des Tierarztes, das Postamt
und ein kleines Feuerwehr-Depot. Aber es gibt noch viel mehr! Einfach hingehen
und ein bißchen zeitreisen. Den Eintritt von öS 50,- für Erwachsene
und öS 20,- für Kinder ist in Ordnung.

In Frauenkirchen
blickt ein trauriger Geistlicher aus Stein auf die schöne Kirche.
Warum er traurig ist, verrät er genauso wenig wie seinen Namen.
Aber auf der Säule steht geschrieben: "ERNEUERT ÜBERTRUG MICH HIRHER NACH
2 JAHRHUNDERT DIE FROMME GEMEINDE UND IHR VORSTAND JAC. KÜRZ 1863" ... na
wenigstens das weiß der alte Knabe!
Neugierig auf den größten See im Seewinkel folgen wir in St.
Andrä der Straße mit den Schildern "Zum Zicksee", welcher etwas
außerhalb des Ortes liegt. Kurz vorm Ziel: ein kleines Hütterl, wo
die Eintrittsgebühr eingehoben wird. Leider eine Unart, die sich immer mehr
in unserem Land einbürgert. Wer am Ufer nur einen Kaffee trinken und den
Blick über die Landschaft genießen will, wird genauso zur Kasse gebeten,
wie jemand, der ganztätig das Naturbad in Anspruch nimmt. Also: Wer keine
Lust hat, im Zicksee zu baden, kann sich eigentlich den Weg dorthin sparen.
Nun geht es wieder flott weiter - wenn auch der Straßenbelag ein akzeptabler
Fleckerlteppich ist, denn in der Mitte der Ausbesserungen gibt es eine unbeschädigte
Spur - nach Wallern,
dem größten Gemüseort Österreichs nach Wien.
Den Glockenturm von Pamhagen,
heute Türkenturm genannt, gab es schon um 1400, als die Kirche noch 1 km
außerhalb des Ortes auf einem Hügel stand. Wurde die Glocke im Turm
geläutet, war dies für die Gläubigen das Zeichen, daß die
Messe bald anfängt.
In der Zeit der Türkenkriege dürfte sich ein (osmanisches) Kommando
in Pamhagen aufgehalten haben. Die freundlichen Pamhager schafften es, in Frieden
mit den "Besatzern" zu leben und buken sogar gemeinsam das Brot mit ihnen. Als
Dank für die gute Aufnahme ließ der türkische Feldherr auf dem
Glockenturm eine 1 Meter lange Stange befestigen, mit türkischer Fahne, dem
Halbmond und dem Roßschweif. Auf der Fahne stand 1683 (letzte türkische
Belagerung von Wien) und in Blockbuchstaben: MOSCO PASCHA. Das war das Zeichen
für die nachfolgenden Türken, daß die Stadt bereits geplündert
war. (Nach der handschriftlichen Chronik von Michael Egger.)
Im Gasthaus zum Türkenturm kann man ausgezeichnet speisen. Die Speisekarte
präsentiert Hausmannskost genauso wie Zander der gehobenen Art, aber auch
pannonische Spezialitäten wie zB "Balasn", Äpfel mit Zimt in feiner
Teighülle (unbedingt zu empfehlen!). Im Gastgarten an der Hauptstraße
kann man die Ruhe des kleinen, idyllischen Ortes bei exzellentem Essen genießen.
Nach dem Türkenturm folgt man rechtsabbiegend der Hauptstraße und gelangt
über schöne, gerade Straßen nach Apetlon.
Wenn in Apetlon jemand vom "Gansl-Strich" spricht, meint er keinesfalls einfältige
Damen aus dem Rotlichtmillieu, sondern die tausenden (Grau-)Gänse, die sich
ab Mitte Oktober an der "Langen Lacke", der größten Lacke des Seewinkels,
nordöstlich von Apetlon, versammeln. Auch sonst ist viel von "Vögeln"
die Rede: 140 verschiedene Vogelarten sind im Gebiet der Langen Lacke zu finden.
Illmitz,
der am tiefsten gelegene Ort Österreichs.
Der erste Steppennationalpark
Mitteleuropas wurde 1993 gemeinsam mit Ungarn gegründet. Auf österreichischer
Seite umfaßt er rund 95 km², 45 km² davon liegen rund um Illmitz.
Das Nationalpark-Info-Zentrum in Illmitz ist die beste Auskunftsstelle für
alle Naturinteressierten. Auf 1.300 m² gibt es eine Bibliothek, ein kleines
Kino, Ausstellungsräume und einen 12 m hohen Turm, von dem aus man einen
weiten Blick über die Tiefebene hat. Wer das 4.000 Hektar große Gebiet
erforschen will, schließt sich am besten ausgebildeten Exkursionsleitern
an. Sie kennen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch deren Aufenthaltsorte.
Außerdem findet man in Illmitz die Bartholomäus-Quelle, ein halbartesischer
Brunnen (188 m tief), mit Heil- und Mineralwasser.
Wieder beinahe kurvenlos gelangt man nach Podersdorf
am See, wo uns sofort die große Windmühle
ins Auge springt. Ihr Betrieb ist ziemlich kompliziert und abhängig von der
Windrichtung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie bombardiert und stark
zerstört. 1955 - 1956 wurde durch Eigeninitiative das Dach und die Welle
erneuert. Erst 1975 wurde die Windmühle, die in Privatbesitz ist und von
der Marktgemeinde Podersdorf verwaltet wird, unter Denkmalschutz gestellt.
Ein kleines Stück geht es jetzt die Straße durch Weiden und Neusiedl/See
zurück zur Abzweigung nach Eisenstadt. Nach so viel Sonnengenuß wählen
wir die waldig-schattige Straße nach Kaisersteinbruch über das Leitha-Gebirge,
um über Wilfleinsdorf, Schwadorf
und Schwechat
nach Wien zurückzukehren.
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