Die Tour beginnt mit geraden Straßen in den Süden - aber die Kurven
kommen noch!
Über Traiskirchen geht es nach Wiener Neustadt und Neunkirchen.
In Gloggnitz kannst du bereits tief duchatmen, denn hier beginnt ein Luftkur-Gebiet,
das eigentlich ein bißchen in Vergessenheit geraten ist, zu Kaisers Zeiten
jedoch als solches sehr beliebt war. Museen: Museum
für Zeitgeschichte in der Renner-Villa, Semmeringbahn
von Gloggnitz bis Mürzzuschlag (Ghega-Bahn).
Payerbach liegt an den bewaldeten Steilhängen der Vorberge des Schneebergmassivs
und dem Ufer der Schwarza. Hier ist auch der Ausgangspunkt der Tunnel- und Viaduktstrecke
der weltberühmten Ghegabahn über den Semmering (erste Gebirgsbahn der
Welt).
In Reichenau a. d. Rax, mit seinen prachtvollen Villen und dem Kurpark, wo die
kaiserliche Familie ihre Sommer verbrachte und Arthur Schnitzler somanches Werk
schrieb, geht es einigemale links, danach rechts und immer den Schildern "Höllental",
Schwarzau i. Geb. oder St. Ägyd folgen. Nun ist es vorbei mit den langen
Geraden. Die Voralpen lassen grüßen!
In Kaiserbrunn
ist eine Pause angebracht. Dazu bietet sich der bikerfreundliche "Alpengasthof
Kaiserbrunnen" an. Der nette Wirt tritt auch gerne einmal vor sein Lokal, um sich
Bikes anzuschauen - eine Freude, die ihm aus Zeitgründen bisher selbst versagt
blieb. Von Malakofftorte und Häferlkaffee streckt sich die Speisekarte bis
zu Fischspezialitäten (zB gegrillte Scholle in Knoblauchsauce!) und bodenständiger
Hausmannskost. (Mehr über
das Bikerfest am 8.7.2000 und Kaiserbrunn)
So klein Kaiserbrunn auch ist - so berühmt sollte es sein. Denn hier beginnt
die 1. Wiener Hochquellwasserleitung. Jägern, Holzknechten und Mönchen
war die Quelle schon lange bekannt. 1728 veranlaßte Kaiser Karl VI., der
sie anläßlich eines Jagdzuges auffand, daß ihr Wasser durch Wasserreiter
nach Wien gebracht wurde. Der 100 km lange Leitungskanal wurde nach 4jähriger
Bauzeit am 24. Oktober 1873 mit der feierlichen Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens
in Wien durch den Kaiser eröffnet. (Wasserleitungsmuseum,
Naturlehrpfad)
Eine super belegte Straße führt durch das Höllental. Ab und zu
kann jedoch Steinschlag auftreten und da und dort ein Stück Fels auf der
Fahrbahn liegen! Das ist besonders im Frühjahr oder nach Regen der Fall!
Bis zur Einführung der Braun- und Steinkohle sowie des elektrischen Stroms
war Holz der Heiz- und Baustoff schlechthin. Vor mehr als 200 Jahren entstanden
deshalb in den heutigen Quellenschutzwäldern Wiens, wozu das Höllental
gehört, riesige Kahlschläge. Um das Öko-System wieder ins Gleichgewicht
zu bringen, forstete man mit Fichten auf. Mitte der 70er Jahre vernichteten katastrophale
Windbrüche große Teile des Schutzwaldes. Die Fichtenwälder wurden
in Mischwälder umgewandelt und das Gleichgewicht konnte wieder hergestellt
werden.
Ein funktionierender Wald ist das wichtigste Kriterium, um das Quellwasser zu
schützen. Deshalb kaufte und kauft die Gemeinde Wien die Gebiete des Quellschutzgebietes
auf, denn nur wer Eigentümer von Grund und Boden ist, kann auch wirklich
für Schtutz und Sicherheit sorgen.
In Schwarzau im Gebirge kann man den Naturpark mit Wildgehegen, sowie das Holzknechtmuseum
in der Heimat des Raxkönigs besuchen.
Rohr im Gebirge:
Wer in der "Kalten Kuchl" nicht nur gut essen will, sondern sich auch über
die Geschichte dieser Region informieren will, kann das im Freilichtmuseum
"Kalte Kuchl" tun.
Pernitz
Etwas unbekannter ist die Strecke zwischen Markt Piesting und Berndorf. Man biegt
von der Umfahrungsstraße nach Piesting links ab, im Ort wieder links, danach
rechts über den Bahnübergang geradeaus, wo wenige Meter später
die erste Serpentine beginnt. Die Nadelbäume werfen gerne ihre Zapfen ab,
also bitte aufpassen. Ebenfalls größte Vorsicht ist auf der langen
Geraden im Waldstück geboten. Die Kurven an ihrem Ende werden gerne zu spät
bemerkt und unterschätzt. An ihrem Ende in Richtung Berndorf befindet sich
eine Kreuzung, wo die Einbiegenden ein heranbrausendes Fahrzeug meist zu spät
bemerken.
In Berndorf findet man die Berndorfer Stilklassen. Die beiden Schulen, links und
rechts von der Margaretenkirche, wurden in den Jahren 1908/1909 errichtet und
sind kulturhistorische Unikate. Die künsterlische Ausstattung der Klassenzimmer
in zwölf Stilrichtungen - von den alten Ägyptern über Byzanz, Barock
bis zum Empire - wurde von Arthur Krupp finanziert. Die Klassenzimmer, in denen
heute noch unterrichtet wird, können ganzjährig von jedermann besichtigt
werden!
Weitere Museen in Berndorf:
das Modellbahn-Museum,
die Privatsammlung Rudolf Knöppel - "Ha-nö"-Museum sowie
das Stadtmuseum Berndorf. Neuhaus
In Alland kann man die Gedächtnisstätte
Kronprinz Rudolf, Mayerling besichtigen.
Über Gaaden und Mödling geht es zurück nach Wien.
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