Ausgehend von Schwechat verfolgt man die B9 durch Fischamend
wo es ein Museum
der Fotografie gibt.
Der nächste interessante Ort ist Maria Elend. Spekulationen über den
Namen dieses Wallfahrtsortes gibt es viele. Uns gefällt die am besten, wo
Kinder am Flußufer der Donau ein Muttergottesbild entdeckten, welches -
wie man herausfand - in Ungarn ins Wasser geworfen wurde und wundersamerweise
stromaufwärts getrieben war. Aus "Maria an Land" wurde über
"Allandt", "Aelandt" und "Ellandt" das heutige "Elend".
Gegenüber der kleinen Kirche befindet sich ein 4 ha großer Park, in
dem eine Nachahmung der Originalgrotte in Lourdes (Südfrankreich) zu finden
ist. Auch für diejenigen, die sich weniger für Wallfahrtsanlage und
Kreuzweg interessieren, ist dieses naturbelassene Fleckchen Wald ein netter Ort,
um einmal tief durchzuatmen.
Archäologie-Interessierte
werden sicher im nächsten Ort verweilen: Petronell
- Carnuntum.
Kommt man nach Hainburg
a.d. Donau, bitte nicht sofort auf die Donaubrücke abbiegen, sondern
durch das ampelgeregelte Wienertor in die Stadt fahren. Verläßt man
sie durch die alte Stadtmauer auf der anderen Seite wieder, biegt man gleich danach
links auf den 350 m hohen Braunsberg ab.
Die erste Kurve mag ungeübte Fahrer abschrecken, da lacht das Kopfsteinpflaster
entgegen. Doch nur in der ersten Kurve. Trotzdem sollte man bei der Auf- und Abfahrt
aufpassen, denn die Kurven sind nicht schotterfrei.
Oben auf der Kuppe des Berges muß sich anno dazumal mächtig viel abgespielt
haben. "Asyrische Siedlung ... keltische Walburg ... von den Römern zerstört",
steht auf diesem Stein. Der Sturzhelm stammt aus unserem Jahrhundert.
Oben wird man an klaren Tagen mit herrlichem Fernblick bis nach Bratislava, hinüber
auf den Hundsheimer Berg und über den Nationalpark Donauauen belohnt. Gut
zu sehen ist auch die Burg Hainburg, die um 1050 von Kaiser Heinrich III. In Auftrag
gegeben wurde. Die Ruine ist gut erhalten und über einen Fußweg leicht
erreichbar. Die Burgmauern, die Pankratiuskapelle und der Wohnturm wurden renoviert.
Nun geht es über die moderne Donaubrücke nach Marchegg.
In dieser bereits 1268 von Przemysl Ottokar als Bollwerk gegen die Magyaren planmäßig
erbauten Stadt sind heute noch die Reste der 8 Meter hohen Stadtmauern sowie das
Wienertor und das Ungartor (Wachtürme) zu sehen.
Empfehlenswert ist eine Stärkung im Gasthaus Kurz, wo man die ganze Palette exzellenter
Kreationen vom Wildschwein bis hin zur Hausmannskost bekommt. Saisonbedingt gibt
es dort auch frischen Hollersaft. Der Gastgarten ist nett, das Personal freundlich
und gut gelaunt.
Geht man durch das an den Gasthof anschließende Schloß hindurch, gelangt man zum
1.130 ha großen WWF-Naturreservat, wo sich zur Zeit 110 Störche in der größten
Baumhorstkolonie vermehren. Wir gehen den Weg entlang, die Störche sind tatsächlich
da und ziehen - ungeachtet der Zuschauerschaft in angemessener Entfernung - ihre
Jungen groß.
Hie und da schwingt sich einer in die Lüfte und zieht über unseren Köpfen majestätisch
seine Runden. Wirklich erstaunlich, was der WWF da auf die Beine gestellt hat,
um Naturschutz und neugierige Menschen auf scheinbar einfache Weise zu vereinen.
Im
Augebiet lockt aber nicht nur die Storchenkolonie, sondern auch die vielen Wege,
auf denen man - geführt oder alleine - Rot- und Schwarzmilan, Seeadler oder Würgfalken
sehen kann ... wenn man Glück hat!
Weiter geht es nach Baumgarten a.d. March, von wo aus man über Oberweiden
nach Schönfeld gelangt. In Obersiebenbrunn biegt man links nach Leopoldsdorf
ab. Oder man folgt einfach den Schildern, die zur "Landesgrenze Wien"
verweisen.
In Orth
an der Donau findet man mehr, als es zuerst den Anschein hat. An Sonn- und
Feiertagen kann man gemeinsam mit erfahrenen Nationalpark-Betreuern, ausgerüstet
mit Lupe, Tümpelnetz und Fernglas auf einer Wanderung Au.blicke auf Wasser
und Wald dieser Flußlandschaft erleben.

Das
Wahrzeichen von Orth ist das gleichnamige
Schloß - eine viertürmige Wasserburg, in welcher vier Museen (Donau-,
Fischerei-, Heimat- und Bienenzuchtmuseum) untergebracht sind.
Eine Einkehr im Restaurant Massinger lohnt sich auf alle Fälle. Man wird
mit Fisch- und Truthahnspezialitäten verwöhnt. Kennst Du "Karpfenmilchner
gebacken"? Wenn nicht, dort kannst Du ihn kennenlernen!
Nach diesem kulinarischen Genuß geht es zurück nach Wien.
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