Von
unserem Basislager am Klopeinersee brechen wir nach Völkermarkt auf, das
wir in nordöstlicher Richtung durchfahren. Erst geht es unter der Autobahn
hindurch auf ziemlich gerader Strecke bis Griffen. Die dortige Burg wurde zwischen
1124 und 1146 erbaut und genauso sieht sie aus. Ab diesem Ort wird's kurvenreich.
Leider wird der Fahrgenuß etwas durch den stellenweise sehr unruhigen Straßenbelag
getrübt, der die Aufmerksamkeit mehr in Anspruch nimmt als die herrliche
Waldlandschaft. Apropos Wald: Auf dieser Tour kommen wir immer wieder an intensiv
duftenden Sägewerken vorbei - und auf der Strecke ist stets damit zu rechnen,
daß unvermutet ein holztransportierender LKW auftaucht!
Am
Ende des Bergstraßerls folgen wir den Pfeilen, die nach Wolfsberg weisen.
Die ziemlich gerade Straße veführt zum Gas geben, natürlich nur,
wenn man sich zwischen den kleinen Ortschaften befindet!
Man darf sich aber nicht vom kleinsiedlerischen Flair der Umgebung täuschen
lassen! Hüpft vor uns doch tatsächlich ein Reh über die Fahrbahn
(... was es lt. Führerschein-Prüfungsfrage überhaupt nicht darf!
Dort ist die "Mittagszeit" im Zusammenhang mit Wildwechselzeiten NICHT
anzukreuzen). Weg vom Gas! Einem Reh folgen meistens andere! Wir hatten Glück
- dieses war ein Single.
Nach
Wolfsberg wird es wieder etwas kurviger, hügeliger und waldiger.
In Bad St. Leonhard machen wir Kaffeepause, um danach auf der B 78 Richtung Zeltweg
bis ins Steirische hineinzustoßen.
In Obdach verlockt uns ein grünes Schild, links abzubiegen. "Seetaler
Alm" steht d'rauf. Es ist kein Fehler, dem Hinweis zu folgen. Am Ende der
fast (!) unbefahrenen gewundenen Straße liegt St. Wolfgang (ohne See) am
Kienberg. Geht man die paar Schritte am Kircherl vorbei, kann man - Schönwetter
vorausgesetzt - den herrlichen Blick über die Packalpe genießen.
Da
es sich bei diesem Straßerl um eine Sackgasse handelt, lassen wir uns die
Kurven wieder runter und fahren die B 78 retour bis kurz nach Bad St. Leonhard,
um unser eigentliches Ziel in Angriff zu nehmen: das Klippitztörl. Am Plan
sieht das Straßerl zwar eng, aber weit nicht so kurvenreich aus, wie es
tatsächlich ist. "Absichtlich geht's wirklich nicht besser!", meint
Rudi. Als Wiener aus dem Flachland genießen wir ganz besonders den Reiz
dieser Kurven aller Arten.
Oben,
auf 1644 m, pausieren wir in der Seetalerhütte (= nicht zu übersehen).
Vor dem Fenster breitet sich die Große Saualpe aus, die wir an diesem Tag
schon zur Hälfte umrundet haben.
Gestärkt machen wir uns an den Abstieg, der dem Aufstieg um nichts nachsteht.
(Der Straßenbelag läßt hier allerdings zu wünschen übrig!)
Gegen Mösel zu beruhigt sich die Strecke und die Serpentinen liegen hinter
uns.
In Mösel zweigen wir links ab, fahren unter der Burg in Ebenstein vorbei
und kommen nach Brückl - ein straßenbaulich sehr interessant gestalteter
Ort, hat man es doch tatsächlich geschafft, auf den paar Metern drei Kreisverkehre
einzubauen!
Wir ziehen durch das ebene Tal weiter, umrunden Klagenfurt
und wenden uns südlich Richtung Ferlach.
Ferlach
ist für die Waffenschmiedekunst seiner Büchsenmacher bekannt. Tatsächlich
finden wir ein solches Geschäft, doch es ist Wochenende und die Rolläden
sind runter. Das Schloß Ferlach beheimatet das Ferlacher Jagd- und Büchsenmachermuseum,
die Stadtbücherei sowie die Tourismusinformation, welches im Sommer täglich
geöffnet ist.
Von dort fahren wir über St. Margareten nach Sittendorf. Abermals täuscht
uns die Karte. Das Straßerl, das uns durch liebenswerte ländliche Ortsbilder
führt, geht bergauf, bergab, kurvenreich gewunden - eine weitere angenehme
Überraschung. In Sittendorf biegen wir links ab - hier täuscht die Karte
nicht - um zu unserem Quartier am Klopeinersee zurückzukehren.
Auf der gesamten Tour erlebten wir ständig, oft kurzfristig wechselnden Straßenbelag,
von superschön, manchmal tief gefräst, bis urzeitlich. Dazwischen immer
wieder die Kärntner Eigenheit, Teermuster über den Asphalt zu ziehen
- was sich bei nasser Fahrbahn u.U. negativ auf die Haftung der Reifen auswirken
kann.
Nach
der Motorradtour begeben wir uns in den Fichtenhof in Unterburg, Georgibergstr.
20 (9122 St. Kanzian), wo man herrlich speisen kann und das Personal ausgesprochen
zuvorkommend ist. Wir sind einigemale dort eingekehrt und es hat jedesmal exzellent
geschmeckt: Kärntner Kasnudeln genauso wie Fleischspeisen, bei denen man
auch kundtun darf, ob man das Fleisch lieber ganz mager oder eher durchzogen mag
- besonders aber der gemischte Salat und da wiederum der Zellersalat - hat's uns
angetan!

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