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SICHERHEIT |
| Nicht ohne Schloß |
Jährlich
verschwinden in Österreich immer mehr Motorräder. Die Maschinen lassen
sich mit einfachen Mitteln schützen.
Alarmanlagen
bekämpfen die größte Angst der Motorradbesitzer: Diebe könnten
die Maschine mit einem Lastwagen abtransportieren und noch so raffinierte Zusatzschlösser
in Ruhe knacken. Kriminalisten sind anderer Meinung: Der Abtransport kommt kaum
vor. Jeder Biker kann sein Gefährt mit einem Zusatzschloß wirksam vor
Dieben schützen.
Motorradteile
Vielfach dienen Motorräder als leicht "ausschlachtbare" Ersatzteillager auf
der Straße. Am häufigsten bestellen die Diebstahlsopfer in den Motorradzubehörgeschäften
Griffe, Scheinwerfer und Top-cases. Hoch im Kurs stehen Seiten- und Verkleidungsteile,
wegen hoher Anschaffungspreise und großer Beliebtheit bei Motorradfans.
Bei folgenden mechanischen Sicherungen beißen Zweiraddiebe auf Granit
Bremsscheibenschloß
an die Bremsscheibe montiert.
Praxis: speziell der Mini Disc-Lock bietet kaum Angriffspunkte für
Seitenschneider und Sägen, mehr Angriffsfläche bieten Minibügel.
Vorteil: klein und handlich, wird in die Tasche gesteckt oder am Gürtel
befestigt, ohne den Fahrer zu stören.
Nachteil: das Motorrad kann nirgends angekettet werden.
Vorsicht: Bügelbolzen paßt nicht in Bremsscheibenlöcher
jedes Motorrades!
Mechanische Schlösser haben Wirkung
Panzerschloß: Kette mit Kugelgliedern, die sich bei einem Aufsägeversuch
abrollen. Innen verläuft ein Stahlseil.
Vorteil: falls vorhanden, kann das Motorrad an einem Ständer oder
Lichtmast angekettet werden - an Verkehrstafeln ist es verboten! - oder
mehrere Motorräder miteinander verbunden werden.
Nachteil: wuchtig, sperrig, schwer zu transportieren.
Bügelschloß:
wirkt nur, wenn es aus hochwertigem Material gefertigt ist; billige Bügelschlösser
sind mit einem Bolzenschneider rasch geknackt.
Nachteil: für Breitreifen werden breite Bügelschlösser benötigt
- das macht die Sache sperrig und teuer; insgesamt sind Bügelschlösser
noch schwieriger zu verstauen als Panzerschlösser, weil sie unbeweglich sind.
Lenkgriffschloß:
fixiert Gas und vorderen Bremsgriff.
Nachteil: läßt sich in billiger Ausführung relativ leicht
durchschneiden, hochwertige Produkte sind teuer aber empfehlenswert.
Einmaleins der Motorradalarmanlage
Erschütterungsalarm:
Vorteil des "Quecksilber-Neigungsschalters": Die Anlage schlägt bei
geringer Erschütterung nicht sofort Alarm.
Nachteil: heikler Einbau, schwierige Einstelung, optimale Funktion nur
bei Bewegung in eine Richtung.
Kugelschalter ("Spy Ball"): Registriert Positionsänderungen in jede
Richtung.
Kontaktschalter: Schützt vor Ersatzteiljägern. Etwa am Seitendeckel
montiert, löst er bei einem Aufbruchsversuch Alarm aus.
Nachteil: extrem fehlalarmanfällig; wird nur auf Sonderwunsch eingebaut
und nicht im Paket angeboten.
Selbstversorger: Schlägt auch Alarm, wenn das Bordnetz außer
Gefecht gesetzt wird. Unbedingt notwendig als Sabotageschutz.
Jumping Code Anti-Scanner: Programmiert bei Funkfernsteuerung nach jedem
Schließvorgang einen neuen Code - ihn zu kopieren nützt nichts, da
er beim nächsten Aufsperren nicht mehr gilt.
Nachteil: Profis haben sicher (bald) ein Mittel dagegen. Trotzdem unbedingt
empfohlen.
Startunterbrechung: Obligat bei Alarmanlagen. Selbst wenn das Zündschloß
aufgebrochen wird oder die Kabel kurzgeschlossen werden, bleibt die Stromversorgung
des Startrelais unterbrochen.
Panik-Alarm: Überfallstaste; funktioniert nur bei ausgeschalteter
Zündung; löst per Fernsteuerung Alarm aus, etwa im Fall eines Überfalls
in einer Tiefgarage - Reichweite: etwa 25 Meter.
Kriminalpolizeiliches Beratungszentrum der Wiener Polizei
Andreasgasse 4, 1070 Wien
Tel. 01 - 521 02 - 4484
Öffnungszeiten
Montag - Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag 8 bis 12 Uhr
Einkaufssamstag 8 bis 17 Uhr
Quelle: Kriminalpolizeilicher Sicherheitsdienst
Folder, August 2000
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