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NEWS-ARCHIV |
| KfV fordert: Licht am Tag außerorts während
der Winterzeit |
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Eine
neue Studie im Auftrag der EU, die z.Z. noch im Ministerium unter Verschluss liegt,
und die 41 alte Studien unter heutigen Aspekten mit neuen Erkenntnissen unter
Berücksichtigung modernster Technik zu einem ordner-füllenden Werk vereinigte,
bildet die Basis für die Forderung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.
Gefordert wird "vorerst" die verbindliche Benutzung
von "Licht am Tag" in den dunklen Wintermonaten außerhalb von
Ortschaften sowie die Einführung eines im Gegensatz zum Abblendlicht schwächeren
Tageslichtes für alle motorisierten Fahrzeuge (wogegen absolut nichts einzuwenden
wäre). Und "zu einem späteren Zeitpunkt" soll "Licht
am Tag" endültig über das ganze Jahr eingeführt werden.
Die bislang von den Gegnern des "Tageslichts" propagierten Argumente
scheint die EU-Studie außer Kraft zu setzen:
Argument) Signalwirkung von Motorrädern wird reduziert - sie fallen optisch
von weitem nicht mehr auf.
Gegenargument> Eine Studie der Uni Amsterdam hätte klar bewiesen, dass
dem nicht so sei. Den Testpersonen wurden kurz Fotos mit mit Licht fahrenden Fahrzeugen
gezeigt und sie sollten angeben, wie viele Fahrzeuge bzw. andere Verkehrsteilnehmer
sie sehen würden. Das Ergebnis soll außergewöhnlich positiv gewesen
sein.
 
Bikerwelt] Wir finden, der Versuch hinkt. Es ist eine ganz
andere Situation, im "Labor" darauf vorbereitet zu sein, etwas zu sehen
oder nicht zu sehen, als sich, abgelenkt von vielen anderen Dingen, durch ein
sich bewegendes Verkehrsgeschehen zu manövrieren und zu reagieren.
Argument) Mehrverbrauch an Treibstoff (ca. 10 Liter pro Auto pro Jahr)
Gegenargument> Wenn Autofahrer bereit sind, 2 Liter Sprit/100 km für eine
Klimaanlage zu opfern, sollten 0,2 l/100 km für Licht am Tag egal sein und
der Benzinverbrauch falle bei Fahrten über Land schon gar nicht ins Gewicht.
Bikerwelt] Nicht jeder hat eine Klimaanlage und nicht jedem ist sein Spritverbrauch
egal.
Argument) Blendung durch falsch eingestellte Scheinwerferanlagen und keine
Möglichkeit für einen Blickkontakt mit dem Fahrer.
Gegenargument) Eine Blendung sollte bei richtiger Einstellung der Scheinwerfer
nicht vorliegen. Sind die Scheinwerfer falsch eingestellt, fällt das in den
Aufgabenbereich der Exekutive. Wenn sich Menschen trotzdem geblendet fühlen,
sollten sie zum Augenarzt gehen.
Bikerwelt] Verständlicher Weise entfällt die Problematik der Blendung
in der EU-Studie und natürlich ist der Blickkontakt bei "Licht am Tag"
auch weiterhin möglich, wird doch in der Studie angenommen, dass alle die
"Fahrzeuge von morgen" mit dem tiefer liegenden und nicht so stark leuchtenden
Tageslicht fahren.
 

In der oben dargestellten Situation ist es einem anderen Verkehrsteilnehmer
völlig egal, ob "der Rote" mit oder ohne Licht fährt. Würde
er aber blenden, ist für den Gegenverkehr der weitere Verlauf der Straße
fraglich.
Argument) Kürzere Lebenszeit der Glühbirnen durch Mehrbelastung,
dadurch mehr Sondermüll.
Gegenargument> Es wurden inzwischen Glühbirnen entwickelt, die eine 2-
bis 3fache Lebensdauer haben. Die neue Studie würde eine "exzellente
Kosteneffizienz" beweisen.
Bikerwelt] Wie viel so eine länger lebige Glühbirne kostet und ob
es sie bereits für alle Fahrzeugmodelle gibt, wurde nicht verraten.
Sämtliche Gegenargumente des KfV mögen ihre Gültigkeit haben, wenn
"Licht am Tag" dann eingeführt würde, sobald alle Fahrzeuge
serienmäßig mit Tageslichtern ausgestattet wären.
Das KfV drängt jedoch auf die Umsetzung der Forderung zum baldmöglichsten
Termin, denn bis 2010 soll die Zahl der Toten im österreichischen Straßenverkehr
um mindestens 50 % gesenkt werden. "Licht am Tag" würde sich ihrerer
Ansicht nach mit 30 Toten p.J. weniger in der Statistik niederschlagen.
Da jedoch bislang kaum ein Fahrzeug mit Tageslicht ausgestattet ist, würde
vorerst einmal alles beim Alten bleiben.
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Einspurig Motorisierte sowie Fußgeher (speziell Kinder)
würden im Lichtergewirr leichter übersehen werden.
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Blender würden weiterblenden, denn die Exekutive leidet
unter Zeit- und Personalmangel, um sich effizient um solche "Kleinigkeiten"
zu kümmern.
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"Licht am Tag" würde von "Außerorts"
in die Ortschaften "mitgebracht" werden, denn es ist kaum anzunehmen,
dass sich die Autofahrer die Lichtein- und ausschaltorgie bei ihren Fahrten antun.
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Der Blickkontakt, in der Fahrschule gepredigt, käme nicht
zustande.
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Da die Fernlichtkontrolllampe am Tag oft nicht gut erkennbar
ist, erhöht sich die Verwechslungsgefahr von Abblendlicht und Fernlicht.
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Die Anzahl der "Einäugigen" wird ansteigen,
denn der Wechsel einer Glühbirne gestaltet sich bei vielen modernen Autos
zum Spießrutenlauf und muss bei manchen Modellen bzw. bei Xenon-Lämpchen
sogar in der Werkstatt durchgeführt werden.
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Batterien werden bei häufigen Kurzstrecken nicht so effizient
geladen, geben also früher und unvermutet den Geist auf.
Alle ernst gemeinten Überlegungen, die dazu beitragen, Unfälle im
Straßenverkehr zu vermeiden, sind zu begrüßen. Allerdings bringt
es nichts, neue Gesetze zu beschließen, wenn schon die alten von den Verkehrsteilnehmern
nicht befolgt und von der überlasteten Polizei/Gendarmerie nicht exekutiert
werden sowie die dazu benötigte Technik im heutigen Straßenverkehr
nicht existiert.

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