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Der "Flow" ist das Gefühl des völligen
Aufgehens in einer Tätigkeit. In diesem Zustand sind Fühlen, Wollen
und Denken in diesem Augenblick in Übereinstimmung.
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Mit
der Headline "'Um das Gleiten zu spüren' - Generation 40+ im Motorrad-Flow"
- "Tiefenbefragung zeigt: Motorrad-Wiedereinsteiger suchen den Ausbruch aus
der Routine und die geregelte Rebellion gegen das Establishment. Die damit verbundenen
Risiken werden gerne beiseite geschoben" gab das Kuratorium für Verkehrssicherheit
am 14.5.2008 das Ergebnis einer Umfrage an die Presse weiter. Eine Präsentation,
die so manch einem im Auditorium erstaunt eine Augenbraue hochziehen ließ
und nachdenkliche Runzeln auf die Stirn trieb.

Im KfV betrachtete man sich die Unfallzahlen aus dem Jahr 2007, erkannte mit
klarem Auge, dass die Kurve bei den 40- bis 45jährigen ihren Höchststand
erreicht und will mehr über diese Altersgruppe erfahren, die sich da so akut
gefährdet einspurig über die Fahrbahnen bewegt. Dazu zieht man eine
Umfrage von 200 Motorradfahrern zu Rate, die im August 2006 durchgeführt
wurde - auf der Soboth, einer Passstraße in der Nähe des Dreiländerecks
Kärnten-Steiermark-Slowenien (wikipedia.org).

Mag es da verwunderlich erscheinen, dass 82 % der Befragten das Motorrad ausschließlich
in ihrer Freizeit verwenden, nur 1 % hauptsächlich beruflich und 17 % in
beiden Fällen? Eine Umfragte auf der Mariahilfer Straße in Wien hätte
wohl ein wesentlich anderes Ergebnis geliefert.
Tatsächlich wurden nur die Herren unter den MotorradfahrerInnen befragt.
Auf Nachfrage aus dem Publikum, was denn mit den immerhin 20%igen Frauenanteil
wäre, erklärte Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV, dass diese durchaus
vernachlässigt werden könnten, da sie durch ihr anderes Fahrverhalten
kaum in der Unfallstatistik aufscheinen würden.
Was weiters erzählt wird, wissen wir bereits ohne Umfrage: dass sportliche
Fahrer eher Kurven bevorzugen während die gemütlichen lieber über
eher geradlinigere, malerische Landstraßen cruisen; dass man Motorrad fährt,
"um das Gleiten zu spüren, mit dem Motorrad Eins zu werden" und
"um abzuschalten, zu entspannen"; dass das Motorradfahren in der Stadt
als am gefährlichsten empfunden wird; aber auch, dass Schutzkleidung als
nicht so wichtig angesehen wird.
Auch nach dem Selbstbild und dem Fremdbild wurde gefragt und zu den Antworten
auf der Projektionswand ein Bild projiziert, welches sich auch in den Presseunterlagen
wieder findet. Lassen wir völlig dahingestellt, welcher MC da zu Ausdrücken
wie "Wilde Idioten, unverantwortliche Raser, Geschwindigkeitsfanatiker, verrückte
Spinner, Störfaktoren" abgebildet ist - wohl jedem Club würde es
sauer aufstoßen, mit derartigen Begriffen in Zusammenhang gebracht zu werden.

Abschließend präsentiert man "Maßnahmen für mehr
Sicherheit", die darauf abzielen, die Unfallzahlen bei dem einen Drittel
der allein Verunfallten zu verringern:
"Maßnahmen sollten an allen drei Hebeln - Infrastruktur, Fahrzeug und
Mensch - ansetzen. Gefährliche Motorradstrecken sollten mittels Road Safety
Inspection überprüft und gegebenenfalls durch Verbesserungsmaßnahmen
entschärft werden, um zu Forgiving Roadsides' zu werden. Aus fahrzeugtechnischer
Sicht sollte auf gesamteuropäischer Ebene ABS forciert werden. Angesichts
der manchmal jahrzehntelangen Fahrpausen plädiert das KfV bei Wiedereinsteigern
für eine Mehrphasenausbildung, die deutlich macht, dass sich die Anforderungen
des Motorradfahrens wesentlich von jenen des Autofahrens unterscheiden."
Angedacht könnte da zu letzterem Punkt eine Art der "Beweiserbringung"
für jene sein, die jahrelang kein Motorrad fuhren, aber den A-Schein besitzen,
so sie sich in fortgeschrittenerem Alter ein Motorrad zulegen. Wie das genau durchzuführen
wäre, darüber müsste man noch nachdenken.
Nachgefragt, was man beim KfV mit jenem weitaus größeren Anteil
jener zwei Drittel, die mit anderen kollidiert sind, zu tun gedenkt, schiebt man
diese Aufgabe den Fahrschulen zu.
Dermaßen informiert verlasse ich die Pressekonferenz und entdecke am
nächsten Tag auf den Österreich-Seiten der "Heute" folgenden
Artikel:

Quelle: Heute, 15.5.08, S. 7
Schön, dass in einer Tageszeitung auch einmal etwas Nettes über die
Motorradfahrer geschrieben wird.
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