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Die
Zahl der Motorraddiebstähle ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine
Umfrage des KfV unter Motorradfahrern zeigt, dass das subjektive Sicherheitsgefühl
dadurch nicht gelitten hat.
Vor allem Besserverdiener zwischen 35 und 45 erfüllen sich mit einem
chromblitzenden Motorrad lang gehegte Jugendträume. Ein edles Bike darf schon
mal 8.000 Euro und mehr kosten. Kein Wunder also, dass auch die Motorraddiebstähle
steigen: Während im Jahr 2004 2.318 Diebstähle von Motorrädern
zur Anzeige gebracht wurden, waren es im Jahr 2005 bereits 2.718 (Quelle: BMI).
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) wollte daher wissen, wie es um
das Sicherheitsgefühl der österreichischen Motorradfahrer bestellt ist
und hat unter 100 Bikern zu den Themen Motorradsicherung und Motorraddiebstahl
nachgefragt. Fazit: Der Großteil verzichtet auf effiziente Sicherung.
Motorradfahrer fühlen sich sicher
Der optische Zustand, das Alter der Maschine und ein geringer Wert des Motorrads
sind für das subjektive Sicherheitsgefühl der rechtmäßigen
Besitzer ausschlaggebend. 70 Prozent der Befragten sehen daher keine große
Gefahr lauern, wenn sie ihr Bike abstellen, weil sie es aus eigener Sicht für
Diebe in zumindest einem der drei Aspekte als zu unattraktiv empfinden. Wesentlich
sicherer fühlten sich auch jene Befragten, die mit ihrem Motorrad hauptsächlich
in den Bundesländern und nicht in Wien unterwegs sind.
Jene 30 Prozent der befragten Motorradlenker, die sich vor Diebstahl nicht so
sicher fühlten, gaben als Begründung an, dass organisierte Banden und
Profis am Werk seien. Allerdings sorgt gerade einmal jeder 14. Befragte mit einer
Teilkaskoversicherung auch finanziell für den Fall eines Diebstahls vor.
Alle anderen sahen ihre Erfordernisse mit der Haftpflichtversicherung abgedeckt.
Unter den Erhebungsteilnehmern gab es allerdings nur zwei bestohlene Motorradfahrer:
In beiden Fällen war das Bike lediglich mit dem Lenkradschloss gesichert,
beide Diebstähle konnten nicht aufgeklärt werden.
Wie Biker ihr Bike sichern
Das Vertrauen in die Menschheit ist groß: Als Schutz gegen diebische Begehrlichkeiten
setzten 89 Prozent der Befragten das Lenkradschloss ein das von Profis
innerhalb weniger Sekunden geknackt werden kann. Rund jeder dritte befragte Lenker
schützte seinen teuren Untersatz zusätzlich mit einem Kettenschloss.
Lediglich elf Prozent gaben an, für die Sicherung eine Wegfahrsperre oder
ein Bremsscheibenschloss einzusetzen. Unter den Umfrageteilnehmern gab es durchaus
auch einige Personen, die ihr Motorrad überhaupt nicht sichern: Sie sind
der Meinung, dass ihre eigene Garage Schutz genug ist. Nach der British Crime
Survey 2000 haben Diebe übrigens besonderes Interesse an japanischen Modellen
diese werden in 85 Prozent der Fälle bevorzugt, weil sie
am Ersatzteil-Markt teuer weiterverkauft werden können. Die Tricks sind meistens
banal: Mit Bolzenschneidern, Eisspray und Picking-Werkzeugen sind
Schlösser schnell geknackt. Banden transportieren die Motorräder auch
einfach auf Anhängern ab und rechtfertigen sich Passanten gegenüber
mit plausiblen Erklärungen.
Mehrfach sichern größerer Schutz
Auch wenn das Sicherheitsgefühl sehr hoch ist: Eine Kombination von
zwei oder mehreren Sicherungsarten ist optimal, um potenzielle Diebe schon im
Vorfeld abzuschrecken, rät Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum
& Feuer im KfV. Lenkradschlösser gehören zur serienmäßigen
Ausstattung, darüber hinaus gibt es aber noch Bremsscheibenschlösser,
Ketten- und Bügelschlösser, Wegfahrsperren und Alarmanlagen, die für
mehr Schutz sorgen. Beim Kauf sollte man auf Qualitätsprodukte mit
Prüfsiegel setzen, da diese gegen das von Dieben oft eingesetzte Eisspray
resistent sind.
12. Juli 2007
Text: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Foto: Tjaky
www.kfv.at
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