Preveza
Die
TZR hat Startprobleme. Wir beschließen, den Urlaub auch
dazu zu benutzen, das Radl zu zerlegen und nach der Ursache zu
forschen.
Nachdem wir den Luftfilter gewaschen, die Elektrik überprüft,
das Spinnennest aus dem Startergehöuse entfernt und Oktanpusher
in den Tank gefüllt haben, läuft sie wieder.
Auf zur Probefahrt. Das Radl rennt. Wir fahren die Küstenstraße
(E 55) entlang südlich durch duftende Nadelwälder bis
Preveza.
Es liegt an der Stelle der altgriechischen Stadt Berniki, welche
von König Pyrrhos 290 v. Chr. gegründet wurde. Sie durchlebte
ein ähnliches Schicksal wie Parga: Venezianer, Türken
und Franzosen wechselten einander in der Herrschaft ab. 1798 wurde
sie von Ali Pascha besetzt, der die Franzosen enthauptete und
ihre Köpfe in die Türkei schickte. Die türkische
Herrschaft dauerte bis 1912.
Als
wir in Preveza ankommen, haben wir einen Kaffee schon dringend
nötig. Auf der nach unserem Reiseführer "belebten
Hauptstraße" finden wir jedoch kein offenes Geschäft,
geschweige denn ein Kaffeehaus oder eine Bar. Von den 15.000 Einwohnern
sehen wir nur ganz wenige.
Wir kämpfen uns auf den spiegelglatten Straßen bis
zum Hafen durch, wo wir endlich ein mit einem Kellner belebtes
Restaurant entdecken.
Die Speisekarte liest sich wieder einmal sehr gut. "Fried
Cheese" entpuppt sich als in Alu-Folie erhitzter Schaftskäse,
garniert mit Gemüse und angereichert mit Gewürzen.
Von
dem kleinen Restaurant hat man einen schönen Blick über
den Hafen. Hier liegen viele Boote, doch alle fest vertaut an
der Mole. Da um diese Jahreszeit in Preveza die Gehsteige offensichtlich
schon hochgeklappt wurden, kehren wir gerne in unser belebtes
Parga zurück.
Allerdings haben wir uns vorgenommen, das nächste Mal den
Golf von Amvrakikos näher in Augenschein zu nehmen. Dieses
Marschland, die Salz- und Süßwassermoore, die Flußmündungen
von Louros und Arachthos mit dem Meeresgebiet und den kleinen,
malerischen Inseln des Amvrakikos bilden ein Ökosystem von
großer ökologischer Bedeutung. Sie beherbergen eine
große Anzahl seltener Tier- und Pflanzenarten.
Der
Golf von Amvrakikos, geschützt vom nationalen Pakt Ramsar,
soll interessante Erlebnisse bieten. Hier sollen Reiher, Silberpelikane
und andere seltene Vogelarten nisten. Auch Delphine sollen zu
sehen sein ... wenn man Glück hat.
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