Oropos

Wir beschließen, mit der Fähre nach Oropos rüberzufahren. Gegen 17 Uhr brechen wir auf, um über den Kanal überzusetzen. Am Hütterl kaufen wir uns zwei Fahrkarten zum Preis von 1,40 Euro pro Person. Der Fähreneinweiser entwertete sie.

Man glaubt von außen kaum, wie viel Komfort einem Fußpassagier auf so einem Fährschiff geboten wird - dauert die Fahrt doch gerade 35 - 40 Minuten. Es gibt massig Sitz/Sonnenplätze an Deck, eine Bar mit Erfrischungen sowie einen großen Saal für all jene, denen es draußen zu zugig ist.

Der Seegang war wohl ein geschätzter 3er (nach Beaufort). Einige Wellen hatten ausgeprägte Schaumkronen und das große Stahlschiff schwankte einigermaßen. Interessant auch, wie geschmeidig es ist. Da vermutet man den festen Verbund der Platten und Streben, dabei merkt man erst, wenn es sich gegen die Wellen, die schräg steuerbords voraus gegen den Rumpf drücken, auflehnt, wie geschmeidig sich der Kahn durch die Fluten windet.

Drüben angekommen, spazierten wir durch das Städtchen, das sich absolut untouristisch gibt. In dem Lokal, wo wir zu Abend speisten, fanden wir die erste Speisekarte lediglich in Griechisch gehalten. Wir bekamen trotzdem, was wir wollten.

Fasziniert haben uns besonders die beiden Fischstände und das Fischgeschäft. Den Geruch von frischem Fisch, gelagert auf kleinen Eissplittern, ist unsereins, der Meeresbewohner nur in Quadern verpackt mit dem Aufdruck einer Gefrierwarenfirma kennt, schon völlig aus dem Gedächtnis gewischt. Da präsentieren sich leblos, aber in ihrer voller Schönheit, ganz kleine, silberne Fischchen neben rosigen Tintenfischen, Lachs und Schwertfisch (samt Schwert).

Nicht nur die Promenade ist interessant, sondern auch die Seitenstraßen, die sich den Hügel hinaufziehen. Dort gibt es viele Geschäfte, die auch Waren anbieten, die man sonst in den touristischen Hochburgen nie an einer Hauptstraße finden würde.

Begeistert hat uns dieser "Zeitungsladen". Hunderte von Zeitungen und Zeitschriften, von den normalen Tageszeitung bis zu Spezialthemen über die Weltkriege und die deutsche Luftwaffe (die Zeitung heißt sogar "Luftwaffe", ist aber auf Griechisch). Es gibt überhaupt nur griechische Druckwerke und Spurenelemente dazwischen in Englisch. Auf der anderen Seite der Kassenbudel geht es noch einmal so groß weiter: die Buchabteilung.

Auf einem Hauptplatz finden wir diese Dame:



Irgendetwas hat man ihr weggenommen ... und eine Pediküre hat sie auch bekommen ...


Bei der Rückfahrt nach Eretria bricht die Nacht an. Für uns Landratten ist es erstaunlich, wie sicher der Kapitän sein Schiff bei völliger Dunkelheit auf die Anlegestelle zusteuert und einen Meter vor dem Beton zum Stillstand bringt.







     Weiter

Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.


Bikerwelt

Unsere Griechenland- und Thailandreisen:

1999 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009
selbst gefahren und erlebt
von den Betreibern der Bikerwelt, Tjaky und Rudi
www.bikerwelt.at


Impressum