Parga
- Wien
Nach einem im Vergleich
zu früheren Reisen recht geruhsamen Urlaub heißt es doch, wieder an
die Heimreise zu denken. Von Sofoklis im Kryoneri-Reisebüro haben wir uns
schon einige Tage vorher im Hotel Oskar in Igoumenitsa avisieren lassen. Obwohl
dieses Hotel selten ausgebucht ist - sicher ist sicher.
Geplant ist, am späteren Nachmittag aus Parga abzureisen, doch wir ertappen
uns dabei, die letzten Sachen bereits gegen 15 Uhr in die Koffer unserer Motorräder
zu packen. Unsere Vermieterin Chrisoula schaut uns begeistert zu, wie all das,
was im Zimmer verteilt war, in den Koffern und Fächern verschwindet (inkl.
7 herrlicher Orangen, die wir nicht in Griechenland verzehren, sondern mit nach
Österreich nehmen).
Der Abschied von ihr fällt herzlicher aus, als wir erwartet hatten.
Auf
geht's! Wir zuckeln durch die Landschaft, geben uns noch ein letztes Mal die verkehrsarmen
Kurven und sind alsbald in Igoumenitsa, wo wir im "Oscar" diesmal ein
sehr schönes Zimmer bekommen: mit Blick nach vorne auf den Hafen, mit großem
Balkon, Kühlschrank, Fernseher und Bad mit Badewanne um 35,- Eus für
eine Nacht. Der alte Kasten ist nicht mehr der gepflegteste. Bei der Leuchtreklame
fehlt das "H" von "Hotel" und ein bißchen Farbe würde
ihm außen auch ganz gut tun. Doch wir brauchen nicht Glanz und Glamour,
wenn wir lediglich für eine Nacht ein Bett wollen.
Uns zieht es in die Stadt, essen im "McDonalds von Igu", wie wir das
Lokal nennen, surfen im IC und einkaufen für die Fähre. Wir gehen an
der Hafenpromenade entlang. Kurz vor der modernen Skulptur im Park finden wir
"unser" Lokal. Den "McDonalds" gibt es noch - und der Chef
erkennt uns sogar wieder. Er spricht ausgezeichnet Deutsch und ist immer guter
Laune! Ein bißchen müssen wir noch warten - das Essen ist erst um 18
Uhr fertig und das Lokal ab dann offiziell geöffnet.

Also
ab ins IC. Es liegt ein paar Meter hinein in die Straße, die gegenüber
von der modernen Skulptur abzweigt. 1 Stunde zu 2,50 Eus und schnelle Verbindung,
das ist OK. Wir schicken das letzte Mail aus dem Urlaub in die Heimat, denn auf
der Fähre kann man billig mit Telefonkarte telefonieren, solange man sich
in griechischen Hoheitsgewässern befindet.
Einkaufen im kleinen Supermarkt oben neben dem Kiosk, dann zurück zum Giros-Spieß.
So einfach das Lokal ausgestattet ist, so gut und preisgünstig kann man speisen.
Wir stellen uns nach Beratung mit dem Chef einen "kleinen Teller" zusammen.
(Wie muss dann wohl der große aussehen?)


Danach ein kleiner Verdauungsspaziergang entlang am Meer zurück zum Oskar.
Am nächsten Morgen
läutet um 6:15 Uhr der Wecker. Wir sind gerade zur rechten Zeit im Hafen,
um unsere Fähre einfahren zu sehen. Sie soll um 8:30 ablegen, was sie auch
brav tut. Die Einweiser weisen uns diesmal im "1. Stock" den Platz zwischen
Geländer und Säulen zu. Den kennen wir schon. Sie lassen uns in Ruhe
einparken und verhalten sich friedlich.
Über
dem Meer gehen in der Abendsonne Gewitter ab, ein herrliches Schauspiel, das wir
genießen, solange wir noch weit weg von Venedig sind. Bei unserer Ankunft
in Venedig scheint die Sonne und es bleibt noch genug Zeit, um die ehrwürdigen
Gebäude mit Morgenbeleuchtung zu fotografieren. Später, im Bauch des
Schiffes, dauert es, bis wir unseren Parkplatz verlassen können.
Stau in der Zufahrtsstraße
zur SS11. Des Verkehrsreglers Handampel zeigt auf Rot - uns winkt er durch. Eine
Wohltat!
Wir halten uns Richtung Triest. Auf der italienischen Tangente geht es ähnlich
zu wie in Wien zur Stoßzeit. Wir tun es einem Einheimischen gleich und fahren
am Stau vorbei.
Vor
Udine erwischt uns ein Wolkenbruch. Die Autobahn verschwindet in einer Wasserwand.
Unter einer Brücke (die leider über sehr große und wasserdurchlässige
Dehnfugen verfügt) zwänge ich mich in eine Louis-Einmal-Regenkombi-für-alle-Fälle.
Klein und handlich ist sie, aber will man hinein, muss man die Stiefel ausziehen.
Nicht das Optimium, wenn es von oben tropft, von der Seite spritzt und unten nass
ist. Rudi verweigert einmal mehr, in Plastik zu fahren.
Kaum in der Regenkombi drinnen, hört der Regen so plötzlich auf, wie
er begonnen hat. Ich bleibe im Plastik-Anzug, denn so ist es etwas wärmer.
Irgendwo nach dem Gebirge ziehe ich ihn wieder aus ... bis Wien bleibt uns weiterer
Regen erspart. (Soviel zur magischen Kraft der Regenkombi.)
Knapp
nach der österreichischen Grenze, die wir ohne Kontrolle passieren, flasht
eine 100-km/h-Beschränkung durch unsere Augenwinkel. Da jedoch auf den weiteren
Kilometern kein Anflug von Gefahr, Stau oder sonstigem droht und uns außerdem
alle anderen Fahrzeuge überholen, glauben wir an einen Irrtum und geben wieder
Gas. Dann die 100-km/h-Erinnerungstafel. Nein, das war kein Irrtum. Das war echt!
Wir sind wieder zu Hause. Im Land der Schilderwälder, die absolut nicht vom
Waldsterben bedroht sind, sondern prächtig gedeihen.
Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.
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