Parga
historisch
Gegen
Ende des 13. Jhdts. v. Chr. ließen sich mykenische Siedler an der Stelle
der heutigen Stadt nieder. In den folgenden Jahrhunderten war von einem friedlichen
Leben keine Rede, denn immer wieder wurde die Stadt, die damals Toryne hieß,
überfallen. Urkundlich wird Parga 1320 zum erstenmal erwähnt.
Die Gründung des heutigen Parga geht auf eine Legende zurück. Ein Schäfer fand in einer Höhle in der Valtos-Bucht eine Panagia-Ikone, die er mit nach Palevkastro nahm. Dreimal verschwand das Bild auf unerklärliche Weise, dreinal wurde es in der Höhle in der Valtos-Bucht wiedergefunden.
Ab 1360 steht Parga unter normannischer Herrschaft. 1401 fiel es an die Venezianer, 1452 - 54 war die Stadt kurzfristig in türkischer Hand, danach wieder in venezianischer. 1537 wurde sie von Kheir el-din Barbarossa völlig verwüstet. Nach Napoleons Sieg über Venedig wurde die französische Oberherrschaft anerkannt, nachdem es 1797 von den Franzosen eingenommen worden war. Sie errichteten ein kleines Fort auf der dicht bewaldeten Insel Panagia.
Am
21. März 1800 unterzeichneten Rußland und die Türkei den Vertrag
über die Septinsulaire Republik. Unter dem Schutz Rußlands war Parga
von 1800 - 1807 unabhängig, bis es durch den Vertrag von Tilsit 1807 wieder
an Frankreich fiel. Sieben Jahre später gehörte es den Briten. Der grausame
Türke Ali Pascha, der stets vergeblich versucht hatte, das strategisch wichtige
Städtchen zu erobern, kaufte es um 150.000,- Pfund im Jahre 1817 den Engländern
ab. Die Bevölkerung flüchtete auf die Ionischen Inseln. (Wenn man sich
mehr mit den Eigenheiten Ali Paschas beschäftigt, verwundert das nicht!)
Anfang 1913 endete nach der Befreiung Ioanninas auch in Parga die türkische
Herrschaft. Seitdem gehört es zu Griechenland.
Spaziergang
auf die Burg
Auf die Burgruine gelangt man vom Ende der Hafenpromenade aus schräg links durch die Altstadt Pargas über die Treppen hinauf. Sie ist von 8 - 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist (noch) frei.

Nachdem man das
Tor zur Burg durchschritten hat, bietet sich eine Rast im "Cafe inside the
Castle" an, denn die steilen, steinigen Wege am Burggelände haben es
- besonders bei sommerlicher Hitze - in sich. Wendet man sich nach dem Burgtor
nach rechts, erreicht man über ausgetretene Pfade das Plateau, von dem man
einen herrlichen Blick über Parga bis hinüber zur Valtos-bucht hat.
Die Burg wurde 1572 von den Venezianern erbaut und von den Türken verstärkt.
Die Türme aus der venezianischen Zeit erkennt man an den sorgfältig
ausgeführten Ecksteinen.
Es gab neben den
Wohnräumen auch große Magazinräume und ein türkisches Bad.
Durch Lehmrohre gelangte das Wasser aus der "Maras"-Quelle in große
Behälter, die es in den verschiedenen Ebenen der Burg gab und aus denen es
entnommen werden konnte.
Die Reste der Burg, auf die man auf der dem Land zugewandten Seite stößt,
lassen nur schwer erahnen, wie es damals ausgesehen haben mag, als die Gebäude
noch unversehrt waren. Dennoch entdeckt man da und dort Kleinigkeiten wie ein
Ornament im Bodenstein oder über einer Türe, die darauf hinweisen, dass
es doch recht prunkvoll gewesen sein muss.
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| Blick treppauf ... | ... und treppab. Hier ist (oder war) tatsächlich eine Treppe! |
Es empfiehlt sich,
gute Schuhe anzuziehen, wenn man das gesamte Burggelände erforschen will.
Zwar sind Renovierungsarbeiten im Gange, doch gibt es einige Treppen, die recht
gefährlich zu begehen sind. Ausserdem weiß man nie, was da in der naturbelassenen
Vegetation lebt ... Schlangen und Skopione sind in Griechenland überall zu
Hause.
Speziell auf der dem Meer zugewandten Seite der Burg gibt es hauptsächlich
Trampelpfade durch wild wuchernde Vegetation mit vielen wackeligen Steinen.


Von der Burg aus hat man einen herrlichen Blick über Parga, die Valtos-Bucht, hinüber zu den Inseln Panagia, Paxi und Antipaxi.
Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.
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