Parga
"Ganz
in das Grün von Olivenhainen und Zitrusplantagen eingebettet, gruppieren
sich die Häuser der Stadt amphitheatralisch um eine Bucht, in der mehrere
winzige Inselchen direkt vor der Küste liegen." Dieser Satz aus dem
Marco-Polo-Reiseführer und ein Foto ließen uns 2001
den Plan fassen, uns Parga anzusehen. Es sollte nur ein Tagesausflug werden, doch
Tjakys Motorrad streikte und hielt uns 2 Wochen im Ort fest.
Anders wie in anderen Küstenstädten, wo sich das Leben nur an der Hafenpromenade
abspielt, setzt sich das bunte Treiben in Parga in seinen schmalen Seitengassen
den Hügel hinauf fort. Restaurants und Bars in sämtlichen Stilen, musikuntermalt,
von rustikal bis modern, alles vorhanden. Es gibt unzählige Läden, Gold-
und Silberschmiede, Souveniers, Bekleidung, Ledersachen und dazwischen immer wieder
kleine Lokale, aus denen es verführerisch duftet.
Das
beste Jahr in Parga - aus der Sicht des Fremdenverkehrs - war 2002.
Und Parga expandierte, weil man annahm, dass der Trend anhalten oder sich steigern
würde. Gästevillen, von der einfachen Unterkunft bis hin zum Luxusbau,
schossen aus dem Boden. Neue Lokale eröffneten. Man baute und verbesserte
Straßen und Kanalisation.
Dann nahten die Olympischen Spiele 2004. Über Griechenland herrschte plötzlich
die allgemeine Meinung, dass es teuer geworden sei - was jedoch nicht stimmte.
Doch die Zahl der Griechenland-Reisenden ging zurück.
Am
Beispiel von Parga, welches wir jedes Jahr besuchen, merken wir, dass es besonders
in der Vor- und Nachsaison ruhiger wurde. Jene, die kommen, versickern fast in
den unzähligen Hotels und Villen. Auch die Gastronomie, die für eine
weit größere Anzahl Gäste bereit steht, ist nicht mehr so gefordert
wir früher. In den Tavernen und Restaurants geht es wieder gemächlich
zu. Kein Kellner drängt den Gast, damit der Tisch schnell wieder frei wird
für jene, die bereits in der Warteschleife stehen.
Wir
entdecken gegen 10 Uhr Vormittags menschenleere Badebuchten. In der Villa, in
der wir wohnen, sind wir die einzigen und haben die Gemeinschaftsküche für
uns alleine.
Trotzdem sperren sie alle ihre Geschäfte und Betriebe auf, denn die Menschen
von Parga wollen - im Gegensatz zu vielen anderen Städten - dass ihr Ort
auch in der Vor- und Nachsaison lebt und nicht durch heruntergelassene Läden
(und sei es auch nur teilweise) zur Geisterstadt wird.
Wer Ruhe
und Erholung sucht und trotzdem den vollen Service eines Urlaubsortes genießen
will, ist in Parga - besonders in der Vor- und Nachsaison - genau richtig. Von
teuer kann bei Angeboten von 8,- Euro aufwärts pro Nacht und Nase wohl keine
Rede sein. Das Cola muss man nicht an der Hafenpromenade mit Meeresblickzuschlag
konsumieren, man kann auch kleine Tavernen abseits der touristischen Trampelpfade
auswählen. Preisvergleiche lohnen sich. Wir stellten fest: je weiter weg
vom Ortszentrum, umso billiger - das gilt auch für Tankstellen.
Natürlich
haben wir uns auch bemüht ein bisschen Sonne für Ernstl und die Toy-Run
mitzubringen und wie man es merkte, für heuer hat´s gewirkt!
Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.
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