238 km liegen vor
uns, doch das wissen wir am Morgen noch nicht genau, denn die Angaben unserer
Karten schwanken zwischen 218 und 278 km.
In
Githio lässt der von Zweigen völlig überwachsene Wegweiser nur
erahnen, dass man an der Straße entlang des Hafens links abbiegen muss,
um nach Sparta zu gelangen. Zuerst verläuft das Asphaltband recht kurvig,
später verliert es sich in einer langen Geraden etwas entfernt am Pindos-Gebirgszug
vorbei, den wir aus den Augenwinkeln beobachten. Ursprünglich wollten wir
uns den Pass zwischen Sparta und Kalamata unter die Reifen nehmen, doch dicke
graue Wolken über den Gipfeln bestärken uns in unserem Entschluss, eine
andere Route zu wählen.
Im
ampellosen Sparta überfällt uns der Stoßverkehr: Stau auf der
Hauptstraße, der sich am Ortsende in Nichts auflöst. Etwas ruhiger
geht es nach einem Tankstopp außerhalb der Stadt (da ist der Sprit billiger)
über eine kurvige Bundesstraße Richtung Tripoli weiter. Bald verbreitert
sich die Fahrbahn und wir kommen zügig voran. Da und dort gibt es direkt
an der Straße ansehnliche Lokale und Tankstellen.
In Tripoli biegen wir gleich nach dem Bahnübergang links ab und folgen an
der nächsten großen Kreuzung den Schildern "Kalamata", wieder
nach links. Nach dem Ortsende verliert sich die Straße in Kurven. Tankstellen
und Gaststätten zum Pausieren sind echte Raritäten. Ein letzter Hügel
noch, dann gibt das Gebirge den Blick auf Megalopoli und sein Kraftwerk frei.
Über einige Serpentinen, deren schwarze Ablagerungen auf der Betondecke wir
nicht deuten können (Öl? Gummi?), geht es hinab in die Stadt.
Endlich
wieder massenhaft Tavernen und Bars, die zum Verweilen einladen, doch wir finden
keinen Parkplatz, der groß genug wäre, zwei Motorräder UND einen
PKW aufzunehmen. So biegen wir am Hauptplatz rechts nach "Karitana"
ab, in der Hoffnung, außerhalb des Ortes etwas Passendes zu finden. Auf
der Straße, die von Megalopoli wegführt, hat man noch einmal eine gute
Sicht auf das Kraftwerk.
Unsere Hoffnung auf ein gutes Mittagessen wird vorerst enttäuscht. Die gut
asphaltierte, kurvige Straße, an der es anfangs noch Schotterplätze
zum Pausieren gibt, windet sich traumhaft schön durch die gebirgige Landschaft.
Wir merken, dass wir höher kommen, denn es wird kühler.
Laut
Karte müssen wir VOR dem Ort Katirena links abbiegen und dürfen auf
keinen Fall in den Ort hinein. Wir befürchten, die Kreuzung zu verpassen
- doch sie ist unübersehbar! Sie ist so groß, dass zwei Fußballfelder
bequem darauf Platz hätten, kommt es uns vor. Hier gibt es auch eine große
Tankstelle - die letzte auf den nächsten 60 Kilometern.
Die Kurven auf gut ausgebauten Straßen scheinen an diesem Tag kein Ende
nehmen zu wollen. Nach Karitena sind wir fast alleine auf der Strecke unterwegs.
Wenn uns zehn Fahrzeuge bis Andritsena entgegengekommen sind, waren es viele!


Am Ortsbeginn von
Andritsena hat die Förderung des griechischen Straßenbaues ein jähes
Ende. Durch den Ort, dessen Häuser wie Schwalbennester am Berghang kleben,
führt nur eine einspurige Straße, und diese ist so desolat, dass oft
nur eine halbe Spur befahrbar ist. Begegnen einander zwei Fahrzeuge, wird in aller
Ruhe so lange verschoben, bis sie aneinander vorbei sind.
Am
Ortsende nach Pygros zu, wo sich nach links die Abzweigung zum Apollo-Tempel befindet,
wurde eine große Fläche gebaut, wo das Abstellen von Fahrzeugen problemlos
möglich ist. Wir machen das, gehen zu Fuß in den Ort zurück und
essen recht preisgünstig in einer der Tavernen.
Nach Andritsena hat das Kurverln in der Ideallinie ein jähes Ende (wobei
sich "Ende" auf "Ideallinie" bezieht und nicht auf "Kurven").
Grundsätzlich wäre die Gebirgsstrecke recht schön, wären da
nicht unzählige Asphaltabsenkungen, nach außen hängende Kurven,
viele Schlaglöcher und manchmal der verzweifelte Versuch, die Schäden
in Ordnung zu bringen, indem man die desolate Asphaltdecke ohne Vorwarnung auf
ein paar Meter einfach entfernt.
Hier ist es eng und die Fahrt ungemütlich. Zur beginnenden Müdligkeit
wird es nun auch wieder wärmer, denn wir verlassen die kühl-schattigen
Berge. Vegetation und Streckenführung erinnern stark an eine Tour durch einen
niederösterreichischen Nadelwald.
Bald zeigt sich auch wieder Zivilisation in Form von kleinen Ortschaften, in denen
kleine Lokale Speis und Trank anbieten und der Tank befüllt werden kann.
Die Landschaft verändert sich schlagartig nach Krestena. Nun befinden wir
uns im Tal des Flusses Alfios. Seine Ufer werden von riesigen Schilfgewächsen
und niedrigem Buschwerk gesäumt.
Zuerst kämpfen wir uns durch Krestena durch, wo es bereits eine Zufahrt zum
Camping Diana geben sollte, die wir jedoch nicht entdecken. So folgen wir dem
Hinweis eines Busfahrers, der mit seinem Gefährt mitten auf der Kreuzung
anhält, um uns weiterzuhelfen, sowie den manchmal schon sehr verwitterten
und kleinen Wegweisern nach Olympia.

Nach der großen
Brücke über den Alfios entdecken wir bald nach Flokos den ersten Hinweis
auf den Platz, dann den zweiten und dann den Campingplatz selbst. Der Ortskern
von Olympia ist nun nur noch 100 m von uns entfernt.
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