In
Githio dominiert der Hafen das Ortsbild, in dem auch noch alte Fischerboote mit
Fischern drauf, die ihre Netze flicken, zu finden sind. Vor den Restaurants und
Tavernen hängen Tintenfische aus. Das Bild entspricht dem des Reiseführers.
Während das eine Hotel beflissentlich renoviert wird, verfällt jenes
daneben mit dem Schild "For Sale". Unzählige Speiselokale locken,
doch richtig angesprochen hat uns keines. Hier fehlen, wie sonst üblich,
die Speisekartenständer vor den Eingängen. In den Seitengassen der Altstadt
kann man antik Amutendes käuflich erstehen - Touristenkram, der einfallsreicher
erscheint als anderswo.

Von der Hafenpromenade
mit ihren griechisch-klassizistischen Bürgerhäusern sieht man hinüber
auf die durch einen Damm mit dem Festland verbundene Insel Marathónisi,
auf der sich das Volkskundliche Mani-Museum befindet.
In
Githio gibt es keinen Badestrand, wohl mit ein Grund, weshalb sich die Campingplätze
ein paar Kilometer außerhalb befinden.
Das
Internetcafe gegenüber der Kirche nahe dem Kreisverkehr hat geschlossen.
Aber es gibt ein anderes. Am Hafen entlang geht man vom Kreisverkehr aus in östlicher
Richtung, bis man zur Parkanlage kommt, in dem eine große Voliere steht.
Dahinter, im Gassselwerk, befindet sich das Lokal. Die PCs stehen im eingezogenen
Zwischenstock, der über eine enge Wendeltreppe erklommen werden muss. Will
man etwas trinken, muss man es sich von unten mitnehmen oder holen. Sitzt man
erst einmal oben, kommt keiner und fragt nach. Auch wenn es mit der Verbindung
nicht klappt, zerreißt sich niemand, um nachzusehen, woran es liegen könnte.
Mit 4,- Euro pro Stunde liegt der Preis der PC-Benutzung im Durchschnitt.
Da wir Githio nicht so interessant finden wie andere Städte, halten wir uns,
wenn wir nicht gerade auf Tour sind, am Campingplatz auf. Irgendwie kommen wir
auf die Idee, die Chromteile unserer Motorräder putzen zu wollen und ziehen
zur Tankstelle, um uns ein Putzmittel zu kaufen. Tatsächlich findet sich
eine recht große Dose im Regal. Als wir endlich analysiert haben, dass es
sich wirklich für unsere Zwecke eignet und nach dem Preis fragen, ist die
Verwirrung groß. Tankwartin und Tankwart versuchen auf drei Telefonen den
Zuständigen zu erreichen, um ihn zu fragen. Endlich bekommen sie die Auskunft:
3,50 Euro. Wir müssen uns zurückhalten, um nicht in Jubelschreie auszubrechen!
Dann sitzen wir neben unseren braven Radeln am Campingplatz und putzen, bis alles
wieder im Sonnenlicht glänzt und funkelt - wohl leicht kopfschüttelnd
beobachtet von den anderen Campern. Allerdings ist Chromputzen im Urlaub sehr
entspannend, ja fast schon Meditation!
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