PARGA - WIEN (18. - 20. 6. 2003)


An unserem letzten Tag in Parga trödeln wir. Wir haben keine Lust zum Packen, schlendern lieber durch das Städtchen und verabschieden uns von unseren alten und neuen Freunden: bei Sophoklis in seinem Reisebüro, bei Christos in der Terra-Bar, bei Yannis in seinem Restaurant und bei Vassili vom Hotel Kitsos - doch der ist nicht da.

Riesen-Bio-ZitronenSpäter treffen wir ihn doch noch. Er gibt uns zum Abschied ein Plastiksackerl voll mit seinen herrlichen Zitronen mit - damit wir auf der Heimfahrt genug Vitamine bekommen!
Glücklicher Weise ist in der Deauville noch ein bisschen Platz. Vier der gelben Früchte kommen rechts in den Seitenkoffer, die anderen ins Topcase.

Damit wir uns nicht hungrig auf den Weg machen, bekommen wir von Daphne, der Platzmeisterin vom Parga-Camping, noch zwei Stück Selbstgebackenes mit, was wir allerdings nicht mehr in den Koffern unterbringen, sondern gleich im Magen.

Als wir losfahren, ist die Deauville streng rechtslastig ... ach ja! Vassilis Zitronen!

In Igoumenitsa angekommen, machen wir, nachdem wir im Hotel Oskar unser Zimmer bezogen haben, einen kleinen Stadtspaziergang. An der Promenade hat sich einiges geändert. Dort, wo voriges Jahr nur Bars zu finden waren, gibt es jetzt wieder Restaurants und Tavernen sowie zwei Internet-Cafes nebeneinander in Höhe des alten Hafens für kleine Boote. Die beiden vom Vorjahr gibt es auch noch und ein neues, etwas weiter oben in der Straße dazu.

Jetzt gibt es genug neue Rampen im Hafen von IgoumenitsaIm Hafen haben sie schnell ein paar frische Rampen aufgebaut. Wir beobachten eine Fähre der Anek Line, die problemlos alle Fahrzeuge aus- und einlädt.

Auf dem Rückweg ins Hotel Oskar nehmen wir eine große Flasche Wasser und zwei von Vassilis Zitronen mit, um daraus gute, erfrischende Limonade zu machen.

Als wir am nächsten Morgen in den Hafen kommen, legt unsere Fähre, die Lefka Ori, gerade an.
Warten ....Wir lassen uns Zeit, warten, bis die meisten PKWs drauf sind und setzen uns mit unseren Rädern in Bewegung. Die Truppe der Einweiser ist wieder einmal von der hinterwäldlerischen Sorte. Sie betrachten Motorräder nicht als solche, sondern als Mofas und wollen die großen Maschinen zwischen einem Geländer und Säulen geparkt sehen. Und wenn's zu breit ist, solle man eben die Koffer abnehmen.

Wir kommen aus dem Kopfschütteln und Schimpfen nicht mehr raus. Selbst wenn man bei der Pan die Koffer abnehmen würde, bliebe sie aufgrund ihrer breiten, überbauten Rückspiegel immer noch so breit wie vorher. Obwohl das Oberdeck nicht voll ist, muss sie an die Seite und wird an einem LKW festgebunden.

Eine Beruhigung: umfallen kann sie nicht!Bei der Deauville bestehen sie darauf, dass sie den vorgesehenen Platz bekommt. Zwar steht sie dann ohne weitere Beschädigung zwischen dem Geländer und der Schiffswand, doch ein bequemes Entpacken ist nicht mehr möglich. An den linken Seitenkoffer kommen wir überhaupt nicht mehr. Und um zum Rad oder vom Rad wegzukommen, müssen wir über das Geländer turnen, denn vor dem Deauverl steht ein anderes Motorrad, schwer bepackt, vorbeikommen an beiden Fahrzeugen seitlich unmöglich.

Sauer über die primitive Denkweise der Einweiser suchen wir uns ein Plätzchen an Deck - diesmal sind die Bänke in Ordnung - und fassen wieder einmal den Entschluss, nie wieder mit der Anek Line zu fahren. Nach und nach beruhigen wir uns wieder. Klar, die Einweiser müssen den Lärm im Schiffsbauch überschreien, doch die Art, wie sie es tun, erregt in einem Urlauber, der wochenlang von höflichen Gastgebern umringt war, Aggressionen. Klar, dass sie sich auch bei ihrer Tätigkeit durchsetzen müssen, sonst würde sich jeder hinstellen, wie er will. Was uns aber immer noch ärgert, ist, dass sie nicht verstehen, dass unsere Motorräder um die 300 kg haben, die man nicht herumschieben kann wie ein Mofa und dass unsere Fahrzeuge auch einen weitaus höheren Wert als ihre "Fahrräder mit Motor" haben.

Auf der Anek LineEgal - wir wollen uns die Reise nicht verderben lassen.
An Deck wird der Pool befüllt, die Fahrgäste genießen die Sonnenstrahlen, man labt sich zu überteuerten Preisen am Buffet und an der Bar. Irgendwo vor Albanien, irgendwann um die Mittagszeit, verdunkelt sich der Himmel plötzlich. Innerhalb weniger Minuten ist es stockdunkel um uns. Ein Gewitter bricht los! Rund um das Schiff schlagen Blitze ins Meer. Donner dröhnt in den Ohren.
Wir streifen uns die Lederjacken über - recht angenehm bei dem Wetter - und bewundern das außergewöhnliche Schauspiel, vor dem die meisten Reisenden bereits geflüchtet sind.
Erst als der Sturm dermaßen stark tobt, dass er den Regen unter die Sonnendächer hineinpeitscht, verlassen auch wir das Deck.

Zwei Stunden später ist alles vorbei. Die Sonne scheint wieder und wir beziehen unseren Schlafplatz an Deck.

Am nächsten Morgen treffen wir pünktlich in Triest ein. Hatten wir auf unserem Weg nach Griechenland nur in Slowenien unsere Pässe herzeigen müssen, verlangen es diesmal auch die italienischen Grenzbeamten auf der Fähre. Danach müssen wir das Schiff verlassen und über den Pier zur anderen Rampe wieder hinein zu unseren Fahrzeugen gehen.

Irgendwo in SlowenienAls Rudi aus seinem engen Parkplatz rausschiebt und die Pan abstellen will, gerät sein Seitenständer in ein Loch im Fußbodengitter. Die Pan fällt um. Gleich springen drei andere Biker herbei und helfen. Mit größter Mühe schaffen es drei der Männer, die schwer bepackte Pan auf dem glatten Deck wieder aufzustellen, während sich der vierte der Befreiung des Seitenständers aus dem Gitterloch widmet. Nochmals ein herzliches Dankeschön an die Helfer!
Na gut, sie steht! Doch der Seitenständer ist verbogen und sie steht fast gerade.

Schön, dass wir ohne weitere Hoppalas und Streitereien aus dem Bauch der Fähre rauskommen. So können wir die zügige Fahrt durch Slowenien und Österreich bis Zöbern genießen, wo es leicht zu regnen anfängt. Bei einem heißen Häferlkaffee warten wir ab, wie sich die Wetterlage weiterentwickelt. Doch die Regenkombis dürfen im Koffer bleiben. Es tröpfelt nur noch und die Tröpfelei beruhigt sich bis Wien wieder.

Zurück in der großen Stadt fahren wir gleich zu Brunos Werkstatt. Der Meister schlägt wohldosiert mit einem großen Hammer auf den zarten Ständer ein, der dann wieder gerade ist und die Pan schief steht.
Alles paletti!

Daheim werden Vassilis Zitronen gewogen und gemessen. 14 cm lang, 33 dag schwer. (3 Zitronen = 1 kg.)

Tjaky mit Deauville Es war eine wunderschöne Reise mit unzähligen neuen, interessanten und beeindruckenden Erfahrungen.

Es hat uns gefreut, in diesen Tagen viele Biker und Reisende aus Österreich, Deutschland, England und den Niederlanden persönlich getroffen zu haben, die unsere Seiten gelesen haben, unseren Spuren gefolgt sind und unsere Tipps und Ratschläge gut gefunden haben. Wir schicken ihnen auf diesem Weg liebe Grüße!
Wir haben versucht, mit dieser Website unsere Eindrücke zu schildern und an Euch weiterzugeben. Solltet Ihr noch Fragen zum Thema haben, schreibt einfach ein Mail an Tjaky oder Rudi. Rudi mit Pan

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von den Betreibern der Bikerwelt, Tjaky und Rudi
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