PARGA - IOANNINA - ARTA - PARGA (18. 6. 2003)


Wie so oft kommt es anders als man denkt! Wir finden heraus, dass Emiliano, der ehemalige Koch von "Rudi's" in Parga nun in Ioannina im Hotel Epirus Palace tätig ist. Wir beschließen, ihn zu besuchen und fahren über Igoumenitsa nach Ioannina. Die kurvenreiche Bergstrecke wurde teilweise neu überarbeitet und bietet nun herrlichen Fahrgenuss - speziell auch weil Pfingstferien sind und deshalb nur wenige LKWs unterwegs sind.

In Ioannina fahren wir durch. Diese Stadt haben wir bereits auf unserer Tour 1999 näher kennengelernt.


HOTEL EPIRUS PALACE*****

Schattiges Plätzchen für Pan und DeauverlDas Hotel liegt ca. 6 km südlich von Ioannina an der Hauptstraße (E 951) nach Arta. Hat man die edel-dezente (fast unauffällige) Einfahrt passiert, bietet sich ein großer Parkplatz an, um das Fahrzeug abzustellen. Wir parken unsere Radeln in der Nähe der Rezeption, wo wir ein vollschattiges Plätzchen für sie finden.

In der riesigen Rezeptionshalle, in der die Farbe Braun mit Gold harmoniert, dominieren phantasievoll gestaltete Sitzgruppenelemente. Das Ambiente erinnert an Schloß Schönbrunn und die Kaiserzeit. Die Rezeption versteckt sich dezent im Hintergrund.

Portal des Epirus PalaceTrotz unserer insektenleichenverschmutzten Lederkleidung werden wir, nachdem wir die Treppe zum säulengerahmten Portal erklommen haben, freundlich von dem Mann an der Rezeption empfangen. Wir erkundigen uns nach Emiliano. Ja, er arbeitet tatsächlich dort, wird aber erst gegen 20 Uhr eintreffen. Schade! Wir hinterlassen ihm Grüße auf einem Bikerwelt-Karterl und erkundigen uns weiter, ob wir hier einen Kaffee bekämen. "At the bar by the swimming-pool", antwortet uns der Rezeptionist.

Natürlich richten sich alle Augen der anwesenden (sonnen)badenden oder relaxenden Hotelgäste auf uns, als wir in voller Montur zuerst durch die kleine Parkanlage, dann durch die Reihen der Liegen und Tische zur Bar stiefeln, wo unser Wunsch nach zwei Kaffee Frappé sofort erfüllt wird.

Wir nehmen an der Bar Platz und sehen uns ein bisschen um. Der Name des Hotels passt genau: ein Palast. Strahlendes Weiß dominiert am Pool: die Stoffdekoration, die sich über den antik anmutenden riesigen Milchglas-Kronleuchtern unter dem Sonnendach drappiert; die Vorhänge, die leicht im Wind wehend die Zugänge zum Pool-Gelände abschließen; die Liegen und Sitzgarnituren, die zum Verweilen einladen.

Die nur einstöckigen, ebenfalls weißen Gebäude spiegeln sich im Pool wieder. Die Szenerie erinnert auch hier an ein Schloss aus der Kaiserzeit Wiens, nur daß die Kutschen, die hier um die Ecke kommen, von weitaus mehr PS bewegt werden als die vom alten Franz-Joseph.

Nur mühsam lösen wir uns aus der luxuriösen Hotelanlage, die wir gut und gerne in Nizza oder Monte Carlo erwartet hätten, nicht aber außerhalb einer Stadt mitten in Griechenland. Hier könnte man es zweifellos einige Tage aushalten!

Epirus Palace

www.epiruspalace.gr



Vom märchenhaften Hotel geht es weiter in Richtung Arta auf einer Straße, die genau für unsere Tourenräder geschaffen wurde (oder die Radln für solche Straßen?). Sie führt flach in großzügigen Kurven durch die Bergzüge des Mt. Tomaros, welches mit seinen grünen, oft sogar bewaldeten Hängen eine wohltuende Abwechslung fürs Auge bietet und ein ganz neues Fahrgefühl vermittelt. Eine Straße die sich z.T. mitten durch schattigen Wald windet, ist in Griechenland, wo es kaum natürliche schattige Plätze entlang einer Route gibt, eine echte Rarität!

Gegen Arta zu treten die Hügel auseinander, die Sonne knallt uns wieder auf die Helme. Es ist Pfingstsonntag in Griechenland (eine Woche später als in Österreich oder Deutschland). Die Polizei ist am Fahrbahnrand präsent und beobachtet jene, die in den Ortschaften plötzlich nicht schneller als 50 km/h fahren.
An einem guten Platz zum Fotografieren stehen sie ebenfalls, was uns nicht daran hindert, dort ebenfalls anzuhalten.

Wir kommen mit den Hütern der öffentlichen Ordnung ins Gespräch. Zwei von ihnen sprechen ausgezeichnet Deutsch. Sie bestätigen uns, was wir bereits von anderen gehört haben: Die Helmpflicht wird exekutiert. Wer keinen trägt, wird mit bis zu 75,- Euro Geldbuße bestraft. Wenn sie ganz hart durchgreifen, muss man sich - sofern man den Helm nicht mit hat - erst einen besorgen, bevor die Weiterfahrt erlaubt wird. Auch bei Alkohol und Drogen am Steuer greifen sie zur Zeit hart durch.

Als wir uns von den Herren der Exekutive verabschieden, ruft uns einer ein herzliches "Pfiat di!" nach.

Das letzte Stück der Strecke (Arta - Parga) kennen wir bereits von unserer Tour 2001.

Nachmittags kommen wir nach heißen 285 km in Parga an. Es ist Mitte Juni und bereits normal, dass das Thermometer unter Tags auf 36° C klettert. Es wird Zeit, dass wir in die Heimat zurückkehren, denn für Biker wie wir, die immer in Leder fahren, wird es auf Griechenlands Straßen langsam zu heiß.

Zurück   Weiter


Bikerwelt

Unsere Griechenland- und Thailandreisen:

1999 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009
selbst gefahren und erlebt
von den Betreibern der Bikerwelt, Tjaky und Rudi
www.bikerwelt.at


Impressum