PARGA - EGIO (1. 6. 2003)


Unser nächstes Etappenziel soll Nafpaktos sein, wo wir am uns bereits bekannten Campingplatz Platanitis übernachten und am nächsten Morgen auf den Peloponnes übersetzen wollen.

Die Strecke über Preveza, durch den Aktio (Tunnel), Vonitsa, Paleros, Mitikas, Astrakos und Etoliko ist uns bereits von unserer Reise 2002 bekannt. Diesmal fliegen die Mehlschwalben hoch und die Schildkröten bleiben im schattigen Gebüsch versteckt.

Uhr mit SchwalbennestVor Paleros halten wir an einer kleinen AVIN-Tankstelle. Ups! Die Mehlschwalben fliegen doch nicht so hoch wie wir dachten! Zwei von ihnen segeln haarscharf an unseren unbehelmten Köpfen vorbei. Der freundliche Tankwart führt uns in das kleine Haus. Im Kassenraum, in dem sich auch eine kleine Bar befindet, hängt eine Uhr an der Wand. Auf ihr nisten - wie er uns erzählt - schon seit vielen Jahren die Schwalben.

Griechische HülsenfrüchteNach dem nächsten Tankstop bei Perithori, bei dem wir vom ebenfalls sehr freundlichen Tankwart einige frisch gepflückte Hülsenfrüchte zum Knabbern bekommen, ist Rudi plötzlich aus Tjakys Rückspiegel verschwunden. Sie wartet, dreht nach einiger Zeit um, um ihn zu suchen. Da kommt ihr Rudi entgegen! Also nochmals wenden! Eine Hausausfahrt bietet sich an, ein bisschen schräg, aber es sollte gehen. Einschlagen, Kurverl, bremsen - und schon neigt sich die Deauville und legt sich hin. Tjaky kann gerade noch wegspringen und so vermeiden, dass sich das bepackte Rad auf ihren Fuß legt. 290 kg kann sie nicht alleine aufheben und Rudi wartet irgendwo. Also auf die Straße gesprungen und mit den Armen gewachelt. Sofort bleibt ein dunkler PKW stehen und auch der weiße dahinter. Die Männer steigen aus, schauen verwirrt. Mit Zeichensprache bittet Tjaky um Hilfe, die Deauville aufzustellen.

Kurz vor dem UmfallerDie beiden packen zu, die Deauville steht wieder auf zwei Rädern. Kurz geschaut: der Spiegel hat sich eingeklappt, der Plastik-Sturzbügel hat ein paar Kratzer, der Koffer auch. Sonst ist optisch alles OK.

Tjaky bedankt sich mit einem herzlichen "Efcharisto" bei den beiden Helfern und meint, sie können getrost weiterfahren. "You are OK?" erkundigt sich der eine zweifelnd. - "Yes, sure!"
Irgendwie skeptisch steigen die beiden wieder in ihre Fahrzeuge und fahren ab.

Die Deauville weigert sich kurzfristig anzusprigen, dann nimmt sie wieder den Betrieb auf. Die ersten Meter fallen schwer, noch dazu, wo der Schalthebel jetzt etwas weiter innen liegt.

Am nächsten Parkplatz untersuchen wir das Rad genauer. Es hat tatsächlich nichts Wesentliches abbekommen. Allerdings haben wir daraus gelernt, wie wichtig gleichmäßiges Packen ist. Links ein bisschen zu schwer, oben um einiges zu voll - und schon hapert's mit dem Gleichgewicht, selbst in einfachen Situationen.

Also weiter Richtung Nafpaktos.

Als wir am Camping Platanitis ankommen, stehen wir mit langen Gesichtern vor verschlossenem Tor - dabei sollte er bereits seit 15. 5. geöffnet sein. Da auch der Campingplatz zwei Kilometer weiter nicht sehr geöffnet aussieht, beschließen wir, nach Patra überzusetzen und uns am Peloponnes eine nächtliche Bleibe zu suchen.

Patra - die Autos rangieren rückwärts auf die FähreDen Fährenhafen in Andirio zu finden, ist nicht schwer. Wir folgen einerseits den Schildern "Ferry Boat", andererseits dem Hauptverkehr. Doch wir haben keine Ahnung, wie die Überfahrt abgewickelt wird. Zuerst warten wir in der Kolonne, dann schlängeln wir uns vor.

Zwei Fähren liegen mit geöffnetem Heck vor uns. Wir wollen auffahren, doch der Einweiser verwehrt uns das und schickt uns zur anderen Fähre. Als wir uns endlich durch die wild wendenden, rückwärts auf die Rampe zurangierenden Blechkisten zum anderen Schiff durchgeschlängelt haben, dürfen wir nur noch zusehen, wie es die Klappe schließt und ablegt.

Leicht verwirrt stellen wir unsere Radeln beim Infohüttel ab und erkundigen uns. Der professionelle Auskunftsgeber rät uns, auf die nächste Fähre zu warten. Sie kämen alle viertel Stunde. Der Hafenpolizist vor dem Hütterl meint, wir könnten doch sowieso gleich auf die Fähre, die gerade beladen wird - eben jene, von der uns der Einweiser weggeschickt hatte - drauffahren.

Rudis Pan im EckGut. Zweiter Versuch. Tatsächlich - verstehe einer die griechischen Fähreneinweiser - lässt er uns nun auffahren und die Räder seitlich mit der Nase zur Klappe aufstellen. Dann wird das Deck mit PKWs zugerammelt. Zum Schluss dürfen noch ein paar Motorräder und Mofas drauf, die jedoch im Gegensatz zu allen anderen Fahrzeugen mit dem Heck zur Abfahrt stehen.

Die Klappe wird geschlossen. Wir legen ab. Während der viertelstündigen Überfahrt gehen zwei Burschen durch und kassieren den Fahrpreis ab: 2,10 Euro pro Motorrad.

Auf der peloponnesischen Seite sollen die Motorräder rückwärts die Rampe runterschieben. Einem wird vom fachkundigen Personal geholfen, andere wenden mühsam und fahren normal ab. Wir stehen bereits in Fahrtrichtung und haben es einfach.

Da wir am erstbesten Campingplatz nächtigen wollen, verlassen wir Patra über die alte Bundesstraße, die wir intuitiv finden, indem wir uns immer links halten und den Schildern nach Athen folgen.

Zwar wurde uns geraten, die sog. Autobahn zu nehmen, da die alte Bundesstraße nicht so gut wäre. Uns gefällt das kurvige, gar nicht so schlechte Straßerl, welches uns durch viele kleine Ortschaften führt, das aber sicher nicht für schnelles Weiterkommen geeignet ist.

Zurück nur Herbergssuche! Beim ersten Schild einer Campingplatz-Ankündigung wurde wohl vergessen, es abzunehmen, denn ihm folgt kein weiteres. Das nächste schickt uns über ein steiles Seitenwegerl einen Hügel hinab. Von einem Campingplatz keine Spur! Also wieder hinauf auf die Bundesstraße. Beim dritten Schild kurz vor Egio passt alles: Platz vorhanden, Tor offen, wir dürfen bleiben.

Zurück   Weiter


Bikerwelt

Unsere Griechenland- und Thailandreisen:

1999 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009
selbst gefahren und erlebt
von den Betreibern der Bikerwelt, Tjaky und Rudi
www.bikerwelt.at


Impressum