Bestens
ausgeruht nehmen wir unsere nächste Etappe in Angriff. Unser lieber Platzwart
vom Camping Methoni hat versucht, Camping Platanitis bei Nafpaktos telefonisch
zu erreichen, doch er hörte nur: "Kein Anschluss unter dieser Nummer".
Das weist darauf hin, dass dieser Platz immer noch geschlossen ist und wir uns
eine andere Nächtigungsmöglichkeit vor Patra suchen müssen.
Zuerst verspricht unsere Straßenkarte noch einige Kurven, dann soll es ziemlich
gerade weitergehen. So rechnen wir zwar mit ein paar Kehren, nicht aber mit dem,
was uns in der Stadt "Hora" (nördlich von Pylos) erwartet, die
besser auf "Horror" ungetauft werden sollte. Über ein für
den Ortsfremden verwirrendes Ein- und Zweibahnsystem wird man mittels "Karpenissi"-Schildern
durch den oft engstraßigen Ort gelotst, dessen bis zu ca. 30%ige Steigungen
und Gefälle glatt wie Eis sind. Für uns mit unseren beladenen Straßenmaschinen
eine herbe Sonderprüfung, nach der wir im nächsten Ort eine kleine Pause
machen.
Nach Gargaliani wird die Streckenführung so kurvenlos, dass wir wieder ausprobieren
können, ob der Gasgriff noch funktioniert. Es ist nach all den kurvigen Strecken
in den letzten Tagen ein herrliches Gefühl zu spüren, dass das Motorrad
schneller als 80 km/h geht!
In
manchen Orten führt die im Plan als gerade durchgehend eingezeichnete Route
durch Seitenstraßen. Erst als sich die Bundesstraße zur ausgebauten
Schnellstraße wandelt, geht es zügig weiter. Der typisch griechische
Nachteil: Es gibt keine Raststationen und keine Lokale direkt an der Strecke.
Lediglich an Tankstellen mit dem Schild "Mini Market" bekommt man Flüssigkeiten
für Fahrzeug und Mensch.
Es ist zwar erst kurz nach Mittag, dennoch beschließen wir, einen Campingplatz
zu suchen, da wir uns die Überfahrt mit Fähre + die 100 km bis zum nächsten
uns bekannten Platz bei einer Temperatur von 36° C nicht mehr antun möchten.
Tatsächlich entdecken wir in Kato Achaia Schilder, die den Weg zu einem Campingplatz
weisen. Unsere Freude ist groß - aber nur von kurzer Dauer. Zuerst führt
die Straße über eine undefinierbare Betonerhebung, nach dieser geht
sie in einen grobschottrigen Weg über, der in einem PKW-Parkplatz endet.
Wir sehen uns um. Keine Rezeption, keine Einfahrt, nichts was uns weiterhilft.
Vielleicht
gibt es auf einem der unbetonierten Seitenwege den Hügel hinauf tatsächlich
einen Campingplatz und vielleicht ist uns der Schweiß an diesem Tag schon
so in die Augen geronnen, dass wir ihn einfach übersehen haben. Gefallen
hat uns die Ecke dort auch nicht. Laute Musik, gar nicht unser Geschmack, aus
irgendeiner Strandbar, sonst weit und breit nichts, was belebt ausgesehen hätte.
Wir suchen deshalb gar nicht weiter, wenden, geben uns Schotterweg und Betonbrückerl
in die Gegenrichtung und fahren über die Schnellstraße weiter zum Nachbarort
Kato Alissos. Die nächsten Schilder mit Zelt drauf weisen uns tatsächlich
den Weg zu einem geöffneten Platz.
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