KATO ALISSOS - PATRAS - PARGA (13. 6. 2003)


Das kurze Stück bis Patra nehmen wir die alte Bundesstraße. Sie schlängelt sich sanft durch die Landschaft und bringt uns in die große Stadt, deren Verkehrsaufkommen nach den vielen Fahrten oft ganz alleine auf der Straße absolute Konzentration erfordert. Eigentlich könnten wir den braunen Schildern "By-Pass Patra" folgen, doch wir suchen jene blauen "Ferry-Boat"-Tafeln, die es auf der peloponnesischen Seite aber nicht gibt. So durchqueren wir die Stadt, landen auf der Schnellstraße nach Athen (was auch kein Fehler ist), fahren die erste Abfahrt, beschildert mit "Rio" ab und genießen - WOW! - für einige Sekunden den phantastischen Panoramablick über die neuen Brückenpfeiler und den alten Fährenhafen.

Brücke in Bau.Dann gilt es, unter den unzähligen angelegten Schiffen jenes zu finden, das als nächstes abfährt. Vor einer der Fähren rangieren PKWs. Die muss es sein! Wir wollen auffahren. Wieder das - uns nun schon bekannte - Spiel: Motorräder zum Schluss! Da die Fähre noch freie Plätze hat, müssen wir so lange in der Sonnenglut warten, bis sich der griechische Einweiser genügend Blechkisten herangewinkt hat, um sein Schiffchen voll zu haben.

Endlich dürfen wir rauf. Rudi will mit der Pan beinhart auf der Rampe wenden, was dem Einweiser wiederum gar nicht passt. Die beiden beginnen zu streiten - Rudi auf Deutsch, der Einweiser auf Griechisch. Nur gut, dass die beiden einander nicht verstehen! Rudi setzt schließlich seinen Willen durch, steht in Pole-Position und mit der Nase zur Ausfahrt.

Tjaky will nicht streiten, parkt die Deauville mit dem Heck zur Rampe und wartet gemütlich ab, wie sich die Sachlage entwickeln würde.

Einer der recht zarten BrückenpfeilerAls sich am anderen Ufer die Rampe öffnet, ist Rudi als erster draußen. Tjaky ist nun mit wenden dran, rollt ein kleines Stück zurück, da regt sich eine alte Griechin auf, die vorbei will. Sie meint, sie könnte die fast 300 kg schwere Deauville am Topcase ein bisschen zur Seite drücken, um durchzukommen. Doch Tjaky hält dagegen - lässt sich von der Alten doch nicht das Radl umschmeißen! Kleiner Kampf, Tjaky gewinnt, die Frau quetscht sich unter lautstarkem Protest durch.

Im Griechenland kommt es immer wieder zu solchen Konfrontationen, da die breite Bevölkerung nicht mit dem Handling schwerer Motorräder vertraut ist. Die meisten wissen nicht, wie viele Kilo ein solches haben kann und glauben, man kann damit genauso einfach rangieren wie mit einem ihrer Mopeds.

Tjaky konzentriert sich wieder auf das Wendemanöver. Überraschung! Das Fährenpersonal sperrt die Weiterfahrt für alle anderen Fahrzeuge an Deck und die Deauville kann vorsichtig um die Kurve geführt und an Land gefahren werden. Manchmal sind die Dinge in Griechenland ganz einfach ... Manchmal!

Gegen 11 Uhr beginnen wir, die uns bereits von unserer Reise 2002 bekannte Strecke von Andirio über Amfilochia und Preveza nach Parga unter die Reifen zu nehmen. In Amfilochia machen wir Mittagspause wie gehabt. Die Kurven zwischen Amfilochia und Preveza genießen wir diesmal ohne Gewitter, Hunde und Schildkröten.

Blütenpracht im FrühlingUm zum Aktio (Tunnel) zu gelangen oder abzufahren, muss man nicht mehr durch Preveza. Die große Straße (E 55) ist angeschlossen.

Es ist Pfingsten in Griechenland und deshalb sind viele Einheimische auf Kurzurlaub im Land unterwegs. Auf den Straßen sehen wir vermehrt Polizei patroullieren.

Ohne weiteren Vorfall kommen wir am Parga-Camping an, wo wir unser Zelt aufbauen und die letzten Tage unseres Urlaubs in Ruhe und ohne einen Kilometer im Sattel verbringen wollen.

Nicht nur auf den verstärkten Einsatz der Exekutive hat Pfingsten seine Auswirkungen, sondern auch auf das Leben in Parga. Zum ersten Mal erleben wir in dem Ort einen Vorgeschmack auf die Hauptsaison. Sogar tagsüber herrscht Gedränge auf der Promenade, denn viele Griechen machen hier Kurzurlaub. Abends sind die Restaurants und Tavernen voll. Wir sind froh, als es am Pfingstmontag wieder ruhiger wird.

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