EGIO - TOLO (2. 6. 2003)


Bevor wir losfahren, packen wir um. So ein Hoppala wie am Vortag soll nicht mehr passieren!
Um schneller vorwärts zu kommen, fahren wir bei der nächsten Gelegenheit auf die "Autobahn" auf. Die Abzweigung nach Nafplio ist gut ausgeschildert. Nach einigen Kilometern geht es von der Schnellstraße ab und über kleine Bundesstraßerl weiter ins Land hinein. Die kurvenreiche, oft uneinsichtige Strecke, die mit der Querung einer Bahnlinie beginnt, fahren wir sehr vorsichtig, denn aufgrund der üppig-grünen Vegetation ist jederzeit mit Schaf- und Ziegenherden zu rechnen.

Was uns vor den Vorderreifen hüpft, ist jedoch kein Tier, sondern ein leuchtjackenbekleideter Polizist, der uns zu seinem Kollegen an den Straßenrand winkt. Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Zu schnell waren wir auf keinen Fall. Helm, ja sogar Lederkluft und Stiefel tragen wir!

Die beiden begutäugeln uns und unsere Motorräder.
"Where do you come from?" will der eine von Tjaky wissen. - "Austria!"
"You are a woman???" fragt er erstaunt. - "Yes!" antwortet Tjaky und muss unter'm Helm von einem Ohrwaschl zum anderen grinsen.
Das genügt ihnen. Sie erlauben uns weiterzufahren.

Obwohl in Griechenland die Zahl der stärkeren Motorräder im Steigen begriffen ist und man - im Gegensatz zu früheren Jahren - immer mehr stärker-PSige in protektorengeschütztem Leder oder Goretex sieht, sind weibliche Selbstfahrerinnen immer noch sehr selten und werden dementsprechend bestaunt und bewundert.

Das enge Straßerl wandelt sich plötzlich in eine überbreite, gar nicht dem Verkehrsaufkommen angepasste Fahrfläche, auf der wir meist ganz alleine auf dem Asphalt zügig weiterkommen. Um zu tanken müssen wir rechts abbiegen und in den Ort fahren. Man empfängt uns an der kleinen Tankstation freundlich, freut sich, dass wir noch eine Weile sitzenbleiben, etwas trinken und zu plaudern versuchen. Ein 71jähriger Grieche schaut sich unsere Motorräder ganz genau an und schreibt dann auf einen Zettel die ccm auf, die er auch treffend errät.

Als wir versuchen, mit einem Taschentuch die ärgsten Insektenleichen zu entfernen, springt der Tankwart - bewaffnet mit Fensterreiniger und Küchenrolle - herbei und putzt so inbrünstig Windshielder und Scheinwerfer, dass wir schon glauben, er würde gar nicht mehr aufhören! Er betrachtet das Service als selbstverständlich und will nicht einmal ein Trinkgeld annehmen!

Einmal mehr erfahren wir, dass das Tanken in Griechenland an kleinen Tankstellen weitaus interessanter ist!

Weiter geht's nach Nafplio, wo uns der Verkehrstrubel überfällt - also schnell links abgebogen! Bald darauf sind wir in Tolo, wo wir ein paar Radfahrer nach einem Campingplatz fragen. Sie raten uns zum Kastraki, den wir bald über ein kurzes Schotterstraßerl erreicht haben.

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