| Igoumenitsa - Parga |
Die Bauarbeiten gleich nach
Igoumenitsa sind glücklicher Weise beendet. Damals versanken wir dort auf
dem zwangsweisen, ca. 1 km langen Offroad-Parcour bis über die Felgen in
grobem Schotter.
2002 überrascht man uns auf der Strecke nach Parga mit einer ebenso interessanten
Baustelle. Zuerst endet der Asphalt und ein Mann mit roter Fahne winkt uns. Dieser
hier meint - im Gegensatz zu jenem im Vorjahr -, daß wir tatsächlich
anhalten sollen. Als der Gegenverkehr durch ist, dürfen wir die kleinschottrige
Piste befahren, was im Grunde nicht schwer ist. Allerdings nehmen die beiden quer
zur Fahrtrichtung hin- und herbaggernden Raupenfahrzeuge keinerlei Rücksicht
auf den fließenden Verkehr und arbeiten munter weiter. Also - schwupp -
hinter dem einen vorbei, kurz abwarten und - schwupp - hinter dem zweiten. Gleich
darauf verbreitert sich die Piste auf ca. sechs Fahrspuren, wobei nun wieder Gegenverkehr
herrscht und uns dazu zwei breite Walzfahrzeuge entgegenkommen. Und kein Hinweis
darauf, wo man nun fahren soll. Tjaky entscheidet sich, zwischen den beiden Walzen
durchzufahren und Rudi folgt ihr im Staub des Hinterreifens.
Die Baustelle erinnert stark an ein Computerspiel, wobei man hier aber die Gegner
nicht abschießen darf und nur 1 Leben bzw. 1 Motorrad hat.
Ohne
weitere Überraschungen geht es dann nach Parga, wo wir auf den "Parga
Camping" einschwenken. Daphne, die Senior-Platzmeisterin, erinnert sich
noch gut an uns und freut sich, daß wir unser Zelt wieder bei ihr aufschlagen.
Der terrassenartig angelegte Platz ist über seine gesamte Fläche mit
schönen, alten Olivenbäumen bewachsen. In ihnen leben Eidechsen, viele
Vögel und - sehr praktisch, da man nicht aufzupassen braucht in einen ihrer
Bauten zu treten - die Ameisen, die es hier von XSmall bis XLarge gibt. In einem
der Bäume klopft tagelang ein Specht. Tagsüber sind die Äste von
Spatzen und Meisen bevölkert. Nachts hört man andere Vogelschreie. Man
sollte auch damit rechnen, einer Fledermaus zu begegnen, die hier während
der Vor- und Nachsaison in den Baumlöchern wohnen.
Man muß sich nicht unbedingt ein Zelt oder einen Wohnwagen mitnehmen, sondern
kann auch in einem der kleinen Häuschen, die mit Pritschen ausgestattet sind,
wohnen.
Zur
nächsten Meeresbucht sind es ca. 400 m - so das Schild ... nachgemessen haben
wir es nicht.
Parga-Camping ist ganzjährig geöffnet und betreibt Duschen mit warmem
Wasser rund um die Uhr. Da es mehrere WC-Häuser gibt, braucht niemand weit
zum Örtchen zu laufen.
Die Zufahrt zu den Stellplätzen geht über geschotterte Wege, die mit
Ölbaumblättern bedeckt sind - bei Regen für Einspurige eine interessante
Sonderprüfung!
(2 Personen, 2 Motorräder + 1 Zelt = 15,- Euro p. T. in der Nachsaison.)
PARGA
Auf den ersten Blick hat sich in Parga nichts verändert, außer, daß
die Außenstationen der Lokale an der Hafenpromenade an die Hauswände
verlagert wurden, was den Kellnern viel Lauf- und Jonglierarbeit erspart.

Unser
erster Weg führt uns zu Sophoklis ins Kryoneri
Reisebüro. Bei ihm haben wir - nach ausgiebigem Preisvergleich - unsere
Fährentickets gebucht. Laut Vereinbarung sollen wir sie in Parga bezahlen,
was wir auch gleich tun. Sophoklis und Inge freuen sich, uns zu sehen und es dauert
eine ganze Weile, bis wir uns über dies und das abgeplaudert haben.
Das Kryoneri-Reisebüro findet man, wenn man von der Hafenpromenade aus an
der Villa Rossa vorbei weiter die Straße entlanggeht, an der nächsten
Kreuzung.
Unser
zweiter Weg führt uns zu einem der Souveniergeschäfte, wo es auch Straßenkarten
gibt. Wir besorgen uns die "Road-Editions" Nr. 3 und 4, um je 7,50 Euro
etwas teurer als andere Karten, dafür auch recht genau. Road Editions ist
ein in Athen ansäßiger Verlag, der in Zusammenarbeit mit dem griechischen
militärgeographischen Institut die Karten erstellt. Sie verwenden Schattierungen
und Höhenangaben, um die verschiedenen Höhenstufen zu kennzeichnen.
Es wird zwischen Schnellstraßen, Autobahnen, asphaltierte Haupt- bzw. Nebenstraßen
und Nebenstraßen unterschieden. Weiters sind Strände, Kirchen, Kapellen,
Burgen, Festungen, Leuchttürme, archäologische Stätten, ja sogar
Weinberge im Gelände sind eingezeichnet. Camper wird auch interessieren,
wo es Campingplätze gibt - die sind auch vermerkt (leider nicht die Öffnungszeiten).
Orte sind zweisprachig (griechisch / englisch) eingetragen, die Legende ist viersprachig
(gr / en / dt / it).
Nach
wie vor gibt es das Internet-Café
Terra-Bar, welches ungefähr in der Mitte der Hafenpromenade liegt. Christos
ist ganz erstaunt, als wir plötzlich in der Türe stehen und freut sich
ebenfalls ungemein! Der erste Aufenthalt im Terra dauert ca. 1 1/2 Stunden - immerhin
ist Christos auch Biker und da gibt es viel Benzin zu plaudern.
Wir beschließen, unseren ersten Abend in Parga bei Rudi's
zu beschließen. Emilio, der Koch, ist wieder bzw. immer noch da - auch er
freut sich riesig, uns wiederzusehen.
Wir sind ganz überrascht über die Gastfreundschaft der Menschen in Parga.
Auch solche, von denen es wir uns gar nicht erwartet hätten, erinnern sich
noch an uns! Ein Spaziergang durch die Stadt, der voriges Jahr eine Stunde gedauert
hat, beansprucht durch diverse Plauderein nun die doppelte Zeit, wenn nicht sogar
noch mehr.
Am
nächsten Morgen treffen wir am Campingplatz auch den "Maler von Parga"
wieder. Er ist Porträt-Zeichner. Sein Arbeitsplatz ist an der Hafenpromenade.
Wir nennen ihn den "Indianer". Auch er begrüßt uns wie gute,
alte Freunde. Er ist gerade dabei, bei herrlichstem Sonnenschein einen Graben
um sein Zelt zu buddeln und prophezeit uns, daß es bald regnen wird.
Tatsächlich ziehen kurz darauf dunkle Wolken auf, die sich jedoch vorerst
in den Bergen verfangen. Erst am Abend, zu späterer Stunde, als wir gerade
bei Souliotis zu Abend essen,
bricht der Sturm und das Gewitter los. Der Sturm beruhigt sich nach wenigen Minuten,
doch der Regen hält die Nacht über an.

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