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Tour
um den Amvrakikos-Golf
(246 km) |
Von Parga aus geht es ca.
45 km die Küste entlang südlich Richtung Preveza.
Die Straße ist gut asphaltiert, anfangs leicht kurvig, später recht
gerade. Plötzlich weitet sie sich zu einer riesigen Fläche - dort ist
die Abzweigung nach Arta. Nach 7,5 km links, nach ca. 15 km rechts, immer der
guten Beschriftung folgend, ist man nach weiteren 10 km in Arta.
Gleich am Ortseingang befindet sich das Hinweisschild zur "Old
Bridge", die wir uns bereits auf unserer letzten
Reise angesehen haben.
An
dieser Kreuzung hätten wir in das kleine Dorf Koronisia abbiegen müssen,
welches im Reiseführer als der Ort für Freunde von Fischgerichten
gepriesen wird. Da es uns für's Mittagessen jedoch noch zu zeitig ist, behalten
wir uns diesen Abstecher für eine unserer nächsten Reisen vor.
Allerdings halten wir an dieser Kreuzung, um in einer kleinen Bar, die ausschließlich
von Griechen bevölkert ist, einen Kaffee zu trinken. Die Verständigung
ist schwierig. "Kaffee" bzw. "Nescafe" versteht er noch, der
Wirt, aber bei "Milk" und "Suggar" endet sein Vorstellungsvermögen.
Schließlich landet doch ganz unproblematisch die Milchdose auf unserem Tisch
und den Kaffee brauchen wir auch nicht bitter zu trinken.
Einer der Gäste singt griechische Lieder, andere spielen Back Gammon, wobei
sie sich mit gut aussehenden Fleischkügelchen und Pommes Frittes (Chips)
laben. Einer der Männer schenkt uns drei Feigen.
In
der unbevölkerten Gaststube entdecken wir ein Gemälde der Alten Brücke
im Winter, der Fluß teilweise zugefroren und die Landschaft schneebedeckt.
Die
gut ausgebaute Bundesstraße enthält, während sie um Arta herumführt,
einige Ampeln - ein Anblick, den wir schon gar nicht mehr gewohnt sind. Statt
unserem Grün-Blinken gibt es eine gelb blinkende Vor-Ampel, die auf das Nahen
einer frequentierten Kreuzung oder einer Lichtsignalanlage aufmerksam macht. Steht
diese auf Rot, springt sie ohne weitere Vorwarnung auf Grün.
Nach Arta zieht sich die Strecke recht gerade dahin. Ab Menidi
wird die Landschaft schöner, die Straße enger und kurvenreicher. Unter
der Woche ist dort vermehrt mit LKWs zu rechnen, da es sich um die Hauptroute
Ioanina - Athen handelt.

Hält man am Straßenrand,
muß man großzügig über die Müllberge hinweg auf die
glitzernde Wasserfläche mit ihren Fischaufzuchtbecken sehen. Die Fische werden
sogar bis nach Italien exportiert.
Schneller
als erwartet taucht vor uns in einer Bucht Amfilochia
auf, wo wir in einem der vielen Restaurants am Hafen Cuttle Fish (eine Sepia-Art)
und Beefburger (2 Fleischlaberl mit Pommes) essen.
Diese Stadt scheint sich eher durch den Bade- und Segel-Tourismus zu erhalten
als durch die Vermarktung sehenswerter alter Steine. Zwar gibt es hoch oben auf
dem Berg eine Ruine (Wo denn nicht in Griechenland?), doch scheint sie historisch
nicht von Bedeutung zu sein.
Da
über dem Hügel dunkle Wolken hängen und die ersten Regentropfen
fallen, machen wir uns schnell auf den Weg, in der Hoffnung, der Flut von oben
zu entkommen, was uns aber wenig nützt, denn die dunkle Wolke holt uns ein.
Gerade die hübsche, kurvenreiche Strecke müssen wir sehr langsam absolvieren,
da besonders in Griechenland die Straßen zu Beginn eines Regens am gefährlichsten
sind. Auf einer langen Geraden endet die Regenfront abrupt von einem Meter auf
den anderen und die Sonne knallt uns wieder auf die Helme.
In
Vonitsa geht es an der nicht funktionierenden
Ampel links, bald danach rechts, weiter auf der Straße, die in unserer Straßenkarte
rot eingezeichnet ist. Auf einer längeren Geraden will Tjaky, die wieder
einmal vor Rudi fährt, einen jungen Burschen auf einem klapprigen Moped überholen,
doch der Kerl wird schneller und schneller - etwas über 100 km/h bringt er
auf, als Tjaky neben ihm fährt. Da die nächste Kurve naht, zupft sie
kurz am Gasgriff und schwenkt vor ihm auf die rechte Spur.
Kaum die Kurve passiert, hört sie das Knattern links neben sich. Den Oberkörper
tief auf den Tank gedrückt, das T-Shirt flattert hinauf bis in seinen Nacken,
quält er sein Gefährt an ihr - die ihn großzügig gewähren
läßt - vorbei und hält dann am Straßenrand bei einigen anderen
Burschen. Im Vorbeifahren winkt ihm Tjaky zu, in der Gewißheit, daß
er heute sehr gut schlafen wird - hat er doch eine 650er überholt!!!
Einmal müssen wir noch scharf rechts abbiegen und einige Kurven hinter uns
bringen - wo wir unserer ersten (noch) lebenden Schildkröte auf der Fahrbahn
begegnen -, um zur Mautstation des neu erbauten Tunnels (= Aktio) zu kommen. Für
ein Motorrad kostet die Durchfahrt 70 Cent.
Der
Tunnel ist 660 m lang, liegt 27 m unter dem
Meeresspiegel und beginnt auf der Seite der Mautstelle mit einer plastikummantelten,
lichtdurchlässigen Einfahrt, damit sich die Augen langsam auf geänderte
Lichtverhältnisse einstellen können. Die Seitenwände sind weiß
gestrichen, die Beleuchtung sehr gut. Kaum ist man unten, geht es schon wieder
aufwärts, und das, obwohl alle brav 60 km/h fahren, da im Tunnel die Radargeräte
dicht gesät sind.
Nach der Unterfahrung des Meeres überrascht ein noch in Bau befindlicher
Kreisverkehr, den man fast zur Gänze umrunden muß, um nach Preveza
zu kommen - gleich danach ein zweiter, der allerdings schon fertig ist.
Die
griechischen Verkehrsplaner scheinen eine Verbindung zwischen der nun vor Preveza
endenden E55 und dem Tunnel in Erwägung gezogen haben. Wann diese fertig
sein wird, weiß nur das Orakel von Delfi - und das schweigt sich bekanntlicher
Weise seit geraumer Zeit aus.
Zurück nach Parga nehmen wir die uns inzwischen gut bekannte Küstenstraße.
Einige Kilometer vor der Stadt beobachten wir, wie sich in den Bergen der Weltuntergang
zusammenbraut. 15 km vor Parga beginnt es zu regnen, 2 km davon ziemlich heftig.
Wir tuckern mit höchstens 40 km/h durch die Landschaft, wo wir sonst 100
km/h fahren - hinter uns vier Autos, die auch lange Zeit hinter uns bleiben. Die
Fahrer wissen schon, warum!
Leicht durchnäßt, aber glücklich, die Tour gut zu Ende gebracht
zu haben, erreichen wir unseren Campingplatz in Parga.