| Touristen-Extreme |
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"Griechenland
ist nicht mehr wie früher, alles nur noch auf den Tourismus ausgelegt, nur
noch Abzocke - und mit den Menschen kommt man gar nicht mehr in Kontakt!"
hört man immer wieder. Nicht nur den Einheimischen, sondern auch den anderen Touristen muten manche Urlauber durch den Anblick ihres Outfits Magenkrämpfe zu. Da schlendern sie die Promenade entlang oder sitzen in Lokalen, nur mit Bikini-Oberteil und ein wehendes Tuch um die Orangitis-Hüften geschlungen, die Fettwülste sind sich uneinig, in welche Richtung sie zuerst quellen sollen - die Herren der Schöpfung stellen im Ortsgebiet kurz behost ihre bleichen, behaarten Beine samt dem unbedeckten Bierbauch mit Sonnenbrand zur Schau. Oder man wird das Gefühl nicht los, daß sie für den Urlaub ihre miesesten Klamotten aus der untersten Schublade geholt haben, um ihre guten Sachen während der schönsten Tage im Jahr nicht abzutragen. In diesem Aufzug würden sie sicher nicht über die Hauptstraße ihres Heimatortes flanieren! Die Griechen selbst sind übrigens allesamt sehr ordentlich bekleidet, sogar dann, wenn sie auf ihrem Privatgrundstück im Garten in der Sonne sitzen! Zu unserer Lieblingsbeschäftigung in Parga gehört es, Menschen die wir gar nicht kennen, zu grüßen - Einheimische gleichermaßen wie Touristen. Die meisten Touristen erschrecken, wenden den Blick ab und gehen mit verbissener Mine weiter. ("Urlaubsreif!") Die meisten Griechen, die vor ihren Häusern oder Geschäften sitzen, grüßen freundlich zurück. Nach dem dritten, vierten Mal grüßen hat sich dann auch schon ein Gespräch ergeben, in dem man wieder Neues über den Ort, seine Einwohner oder die Geschichte erfährt. Inzwischen spazieren wir durch den Ort und es ist umgekehrt: Die Menschen grüßen uns! Manchmal müssen wir fest grübeln, wer das denn war, der eben auf seinem Moped vorbeigeflitzt ist und uns ein fröhliches "Jassu" zugerufen hat.
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