| Wien - Igoumenitsa |
Gut gelaunt, da dieses Jahr
kubik- und motorenmäßig besser gerüstet, machen wir uns von Wien
aus auf den Weg. In Wöllersdorf, unserem ersten planmäßigen Zwischenstopp
ca. 40 km nach Wien, stellt Rudi fest, daß er für sein Top-Case den
falschen Schlüssel mit hat und nicht an den Kaffee dran kommt. Das wäre
nicht das Schlimmste, doch im Case befinden sich auch die Fährentickets.
Somit hat sich unser kurz-nach-Aufbruch-Stop wieder einmal als gut erwiesen, denn
Rudi fährt schnell zurück und holt den richtigen Schlüssel - und
auch gleich den Kartenhalter, der einfach geschwiegen hat, als Tjaky die Wohnung
verließ.
Bis
Zöbern geht dann alles glatt. Beim dortigen Stop vereinbaren wir, auf der
Raststation nach Graz die nächste Pause einzulegen. Während Tjaky auf
Rudi in Zöbern hinter der Kurve wartet, biegt dieser - im Glauben, Tjaky
befände sich bereits am Autobahnasphalt - auf die A2 hinauf, was Tjaky aber
vom Parkplatz aus beobachtet. So schnell kann's gehen und man hat sich verloren!
Nun jagt Rudi einer Tjaky nach, die sich jedoch hinter ihm befindet!
In Gralla, der vereinbarten Raststation, hat die Jagd ein Ende. Man trifft einander
wieder und lacht über die Sache.
Meist bei Schönwetter und ein wenig Regen geht es über die herrlichen
Autobahnen Sloweniens. Ein Biker, den wir noch in Österreich trafen, erzählte
uns, daß in südlichen Ländern mit Autobahnmaut immer mehr der
Computer ausrechnen würde, ob man von Mautstelle zu Mautstelle die Durchschnittsgeschwindigkeit
eingehalten hätte. Wäre die Zeit unterschritten, würde der Computer
gleich die Strafe errechnen und auf die Maut draufschlagen.
Da wir unser Geld lieber in Griechenland in gutes Essen investieren wollen, probieren
wir nicht aus, ob die Slowenen bereits über dieses System verfügen und
halten uns vorwiegend an die empfohlenen 130 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Auf Sloweniens Autobahnen ist weit weniger los wie auf denen in Österreich.
Besonders aufpassen muß man allerdings, wenn eine Kriechspur endet, was
durch zwei blaue, rechteckige Tafeln mit weißem Aufdruck angezeigt wird.
Dann scheren die LKWs, manchmal ohne zu blinken, beinhart auf die 2. Spur rüber.

Auf unserem Campingplatz (Tel.:
040 216968) kurz nach der slowenisch-italienischen Grenze ist noch alles beim
Alten. Wir stehen wieder am selben Platz wie im Vorjahr, zu dem wir auf asphaltiertem
Weg zufahren können. Abgestellt werden die Radln aber auf natürlichem
Boden, wobei sich zum erstenmal die kleinen Brettchen, die wir mitgenommen haben,
bewähren.
Da
wir diesmal das Handy daheim gelassen hatten, müssen wir von einer Telefonzelle
aus nach Hause telefonieren. Tja, öffentliche Telefone sehen wir viele, aber
alle schlucken nur eine "Telefonkarte". Anderthalb Stunden suchen wir,
bis wir einen finden, der so viele davon hat, daß er sie verkauft: drüben
im Café der LKW-Zollabfertigung! Der gute Mann erklärt uns auch noch,
daß man die kleine Ecke abbrechen muß, um damit telefonieren zu können.
Nach
dem Telefonat haben wir uns eigentlich auf gute italischenische Spaghetti in einem
Restaurant in der Nähe des Campingplatzes gefreut. Doch dieses hat geschlossen.
So landen wir wieder bei den Truckern, befüllen uns mit Pizza und anderen
Bäckereien und kehren zu unserem Zelt zurück, in dem wir eine geruhsame
Nacht verbringen.
Da wir bemerkt haben, daß die Bundesstraße nach Triest offensichtlich
gesperrt ist, fragen wir am nächsten Morgen unseren Platzmeister, der uns
geduldig die Umleitung beschreibt und aufzeichnet. Es stellt sich auf unseren
Reisen immer als gut heraus, Einheimische zu Routen zu befragen, denn oft erzählen
sie uns dann von Sehenswürdigkeiten oder Gefahrenstellen, die in keinem Reiseführer
zu finden sind.
Diesmal
finden wir gut zur Fähre, auch wegen der Auskunft unseres Platzmeisters,
daß sie auf "Mole VII" abfahren würde. Die Lefa Ori der Anek-Line
steht bereits im Hafen. Während die ersten LKWs verladen werden, braut sich
über Triest eine schwarze Wolke zusammen. Wir freuen uns, daß sie sich
mit ihrem Erguß noch zurückhält, denn die Auffahrt in den "ersten
Stock" sowie der Wendeplatz im Bauch des Schiffes sind in trockenem Zustand
bereits rutschig wie ein Eislaufplatz.
Obwohl
für die Nacht vom Wetterdienst Regen angesagt ist, gleiten wir bis auf einen
kurzen Schauer bald nach Triest in herrlich warmer Nachtluft durch die Dunkelheit
über die glatte Meeresfläche. Unsere Motorräder verbringen die
Zeit unter Deck, am Hauptständer, gesichert mit einem dünnen Seil, wobei
unsere Handschuhe zwischen Seil und Sattel stecken, um das Kunstleder des Sattels
vor Beschädigungen zu schützen.
Im Hafen von Korfu machen wir am nächsten Vormittag nur einen kurzen Aufenthalt
und kommen wenig später planmäßig in Igoumenitsa an.
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