Eretria - Wien

Diesmal wollen wir die schnellere, wenn auch landschaftlich weniger attraktive Strecke nach Patra ausprobieren. Mit der Fähre setzen wir gegen 10 Uhr vormittags von Eretria nach Skala Oropou über, was für einen Bus und zwei Personen 12,- Euro ausmacht (Stand Juni 2008). Am Festland biegen wir an der Hafenausfahrt links statt rechts ab, was uns nicht auf den direkten Weg zur Autobahn bringt, sondern uns auf ein herrliches Straßerl zuerst noch am Meer entlang, dann durch eine hügelige Landschaft führt, dessen Kurven jedes Bikerherz höher schlagen lässt.

Leider endet das halbschattig-bewaldete Hügelland viel zu schnell und wir finden uns auf dem breiten Band der Autobahn wieder, auf dem wir uns durch die Gluthitze direkter Sonneneinstrahlung Richtung Patra weiterbewegen. Nach Athen halten wir an einer Raststation, um uns ein zweites Frühstück zu gönnen. Die Vitrine einer Cafeteria präsentiert Verlockendes. Ohne die „Speisekarte“ am Tisch näher in Augenschein zu nehmen, bestellen wir zwei Häferlkaffee sowie für jeden eine mehlspeisartige Beilage. Als wir dann den Betrag auf der Rechnung sehen, stockt uns der Atem! Für zwei Kaffee, zwei Croissants und ein Stück Obsttorte mit Schlag ~ 25,- Euro (= 341,76 öS = 48,81 DM). Nebenan in der griechischen Ausgabe einer amerikanischen Schnellimbisskette hätten wir uns um diesen Betrag ausgiebig den Bauch voll schlagen können.

Wieder am Asphalt begegnen wir einem Rudel österreichischer Biker auf ihren chromglänzenden Gefährten. Ohne Stress ziehen sie ihres Wegs, sodass es unserem Bus keine Mühe macht, sie zu überholen.

Bis kurz nach Korinth reicht die dreispurig ausgebaute Autobahn, danach geht sie in die alte Bundesstraße über, obwohl die Straßenart am Plan gleich dargestellt ist. Es wird eng und zum überholen der LKWs vor uns lässt der Straßenverlauf sowie der Gegenverkehr selten Gelegenheit. Also reihen wir uns in den Konvoy ein. Wir haben genügend Zeit. Landschaftlich wird es auch wieder interessanter. Bunte Blüten rücken näher an die Fahrbahn und massive Felsformationen zeigen sich als die Vorboten der hohen Gebirge des Peloponnes.

In Patras erwartet uns eine angenehme Überraschung. Der Hafen wurde mit einer wirkungsvollen Umzäunung versehen, zusätzliche bewachte Einfahrtstore errichtet, Schlupflöcher und bislang offene Türen wurden geschlossen und somit den Flüchtlingen, die in den letzten Jahren zu hunderten den Hafen unsicher machten, der Zutritt erschwert. Zwar versuchen die meist jungen, fast gepäcklosen Burschen noch immer, eine kostenlose Passage in jene Länder, wo vermeintlich Milch und Honig fließen, zu ergattern, doch werden die wenigen, die den Zaun überwinden, recht effizient von der Hafenpolizei abgefangen und in Gewahrsam genommen. Wir können uns nun beruhigt vom Fahrzeug entfernen, um einzuchecken und etwas essen zu gehen.


Als wir zum Bus zurückkommen, sehen wir jenen Pulk österreichischer Biker, den wir auf der Autobahn überholt hatten, vor unserem Fahrzeug stehen. Benzinplauderei und Berichte von Reiseerlebnissen vertreiben uns die Zeit, bis die Fähre zum Beladen frei gegeben wird. Trotz besser gesichertem Hafen begehren die Hüter der Örtlichkeit nach wie vor einen Blick ins Innere unseres Busses zu werfen, den wir ihnen natürlich gerne gewähren.

Am Campingdeck entdecken wir wieder einige interessante Gefährte: die rollende Luxus-Suite samt Kleinwagen im Schlepptau; den Transporter einiger ehemaliger frei laufender Hunde, die in Deutschland ein neues zu Hause erwartet, sowie ein schnittig anmutendes Gespann mit Anhänger.

Venedig präsentiert sich bewölkt, was uns nicht unangenehm ist. Um 8 Uhr legen wir am Pier an, gegen 9 Uhr sind wir aus dem Bauch des Schiffes draußen und gegen 10 Uhr haben wir uns durch den Hafen und den Vormittagsverkehr Venedigs gekämpft.

Da sich während der gesamten Fahrt von Venedig bis Wien die Temperatur in wenig schweißtreibenden Bereichen hält, kommen wir zügig und doch stressfrei voran und treffen gegen 18 Uhr in Wien ein.


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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.



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