Parga
Es
soll nicht verschwiegen werden, dass wir diesmal unseren für zwei oder drei
Tage geplanten Aufenthalt in Parga abrupt auf einen Tag verkürzten, nachdem
wir einen Rundgang durch das Städtchen absolviert hatten. Sicher hat niemand
etwas dagegen, wenn Preise steigen, kletterte ja auch hier der Benzinpreis auf
Höhen um die 1,50 Euro. Dass jedoch die pargianischen Geschäftsleute
im selben Verhältnis mit ihren Preisen hochfahren, durchstößt
bei uns beiden die Schmerzgrenze. Ein Feuerzeug, welches im Herbst 2007 noch mit
1,- Euro angeschrieben war, kostet im Frühjahr 2008 plötzlich 4,- Euro.
Eine Tischdecke stieg von 3,- auf 5,- Euro. Ein Eis an der Promenade bekommt man
ab 6,- Euro. Ein Kaffeehäferl im Souvenier-Shop um 6,90 Euro.
Es macht keinen Spaß, durch die Läden zu ziehen, das eine oder andere
Stück, das einem wohlgefällig ins Auge springt, in die Hand zu nehmen
und die Ware nach Ansicht des Preisschildchens entsetzt mit spitzen Fingern ins
Regal zurückzustellen.
Wir richten uns also gar nicht auf einen Aufenthalt in Parga ein, sondern fahren
weiter nach Eretria, in der Hoffnung, dass die Lage hier anders ist. Wir werden
nicht enttäuscht. Im Vergleich sind Feuerzeuge hier mir 1,- bis 1,50 angeschrieben,
ein Souvenier-Kaffeehäferl bietet man um 3,- Euro an, ein Komboloi (das sind
die Perlenketten, die die Griechen um ihre Finger drehen) um 2,- bis 3,50 Euro,
und in der kleinen Taverne am Hafen hat man die Preise nach drei Jahren um wenige
Cent angehoben, was verkraftbar ist - noch dazu, wo wir uns dort zu zweit mit
13,- bis 17,- Euro bis zum Platzen niederfuttern können. Da macht Einkaufsbummel
wieder Freude und das eine oder andere nette Stück findet aus einem hiesigen
Laden seinen Weg nach Österreich.
Wir besprechen das Phänomen mit anderen Reisenden und hören oft dasselbe:
Solange "die Alten" einen Betrieb leiten, sind die Preise in Ordnung.
Setzen sie sich zur Ruhe und übernehmen "die Jungen" den Laden
oder den Beherbergungsbetrieb, wird modernisiert, (manchmal vermeintlich) der
Standard gehoben und - ob gerechtfertigt oder nicht - ebenso die Preise.
Die junge Generation der Griechen scheint sich nicht bewusst zu sein, dass man,
um von Österreich oder Deutschland in ihr Land zu kommen, einiges an Zeit
und Kosten investieren muss. Das ist man jedoch nur bereit, wenn sich die Investition
im Urlaubsland wieder ausgleicht. Solange hier mancherorts die Preise weiter in
rasantem Tempo in die Höhe schnellen, wird angesichts der gestiegenen und
sicher noch weiter steigenden Benzinpreise, die wohl auch die Anreise weiter verteuern
werden, Griechenlands bislang recht gute Position in der Rangliste der beliebtesten
Reiseziele an Anziehungskraft verlieren. Ein solcher Verlust wird nur schwer -
und dann mit viel "Hosen runterlassen" - wieder wett zu machen sein.
Profitieren hingegen könnten vorerst jene Gebiete wie Evia/Euböa, wo
man in der Preisgestaltung noch vernünftig bleibt. Bei der herrschenden Tendenz
zur Verallgemeinerung, die sich in Aussagen wie "Griechenland ist teuer geworden"
niederschlägt, wird das jedoch schwierig werden.
(Stand Frühjahr 2008)
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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.
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