Eretria
- Karpenisi
Den
7. und 8. 9. 2008 verbringe ich mit den Vorbereitungen, um mein Lager in Eretria
abzubrechen und meine Vorräte wieder aufzufüllen. Ich spiele mit dem
Gedanken, eine Strecke in Angriff zu nehmen, die wir uns aufgrund von Schlechtwetter
bislang nie unter die Reifen genommen haben: Eine der ersten Stationen wird Lamia
sein und dann soll es weitergehen in Richtung Karpenisi. Laut Karte liegt das
Städtchen nahe unter einem 2104 m hohen Gipfel und ist End- und Anfangspunkt
einer sehr langen, serpentinenreichen Bergstrecke, vor der uns die Einheimischen
immer warnten, sie in einem Tag bewältigen zu wollen.
Nicht nur, dass man für eine griechische Hochgebirgstour schönes Wetter
braucht, hat die Strecke für Camper noch einen anderen Haken: es gibt unseres
Wissens keinen Campingplatz zwischen Lamia und Amfilohia bzw. Nafpaktos.
Über Agrini und Preveza könnte es dann auch noch nach Parga gehen.
Der letzte Sonnenuntergang auf dem Camping Milos!
Nachdem schon am Vortag alle Dinge erledigt wurden, gehts am 9. 9. 2008 um halb neun los, zuerst in die Stadt Halkida:
Dann der Abstecher über das nette Bergstraßerl zur Autobahn:
Weiter gehts mit gehobenerem Tempo über die Autobahn nach Lamia:
Dieser Wegweiser
musste fotographiert werden, gehts doch hier zum Hotel Edelweiss!
Kurz vor Lamia endet die Autobahn.
Die Kilometer laufen nur so unter mir weg! Zu Mittag erreiche ich Lamia und komme dank der guten Beschilderung rasch und ohne Probleme durch. Ich bin am richtigen Weg nach Karpenisi.
Am Weg gehen mir auch noch die letzten Resevebatterien für den Fotoapparat aus. In einer kleinen Ortschaft zwischen Lamia und Karpenisi sehe ich Geschäfte, die so etwas haben könnten. Schnell noch einen irgendwie möglichen Parkplatz suchen, wenn auch nicht mehr viel Platz für den übrigen Verkehr bleibt, aber es ist ja hier fast alles möglich. Mit den neuen Batterien bewaffnet und nachgeladenem Fotoapparat strebe ich Karpenisi zu.
Von
Lamia bis Karpenisi bietet sich immer wieder die Möglichkeit zu Pausen in
den unzähligen Tavernen oder Tankstellen.
Noch auf keiner meiner Karten eingezeichnet ist, dass es unterwegs eine Straßengabelung
zu zwei möglichen Streckenvarianten gibt: höhere und schwerere müssen
rechts abzweigen, die anderen dürfen links fahren.
Da ich mit Höhe und Gewicht des Busses immer noch zu den "Kleineren"
zähle, entscheide ich mich dafür, links abzubiegen.
Nach ca. 2 Minuten öffnet sich ein Loch im Berg vor mir.
Ich
fahre durch einen 1.400 m langen Tunnel, der mich direkt nach Karpenisi bringt.
Nachträglich bedauere ich es, diese Abkürzung genommen zu haben, denn
ich vermute, dass die andere Strecke fahrtechnisch und landschaftlich wesentlich
schöner ist.
Karpenisi ist ein Bergstädtchen, sehr eng und mit verwundenen Straßen.
Jetzt ist wieder Zeit für einen Kaffee Frapper um 1,20 Euro.
Bei der Gelegenheit erkundige ich mich nach der Fahrmöglichkeit auf der Straße
mit den landschaftlichen Schönheiten zwischen Karpenisi über Megalo
Horo, Prousos und Paravola mit dem Etappenziel Agrinio (auf der Karte mit grünem
Strich neben der eingezeichneten Straße).
Der Wirt schaut sich mein Auto vor dem Lokal an und meint, mit diesem Van sollte
das gehen.
Von nun an geht's - fast immer - bergab.
Dann
die Ernüchterung, eine einspurige Straße in den Fels gesprengt und
mit Gegenverkehr, natürlich an den unmöglichsten Stellen. Wenn ich das
gewußt hätte, wäre ich über die rund 25 km längere Strecke
gefahren und hätte mir sicher auch noch 2 Stunden Fahrzeit erspart, da ich
auf der "landschaftlich schöneren" lediglich mit ca. 30 - 40 km/h
dahinschlich! Dennoch war es ein Erlebnis, was man mit einem Bus von 6,7 m Länge
bewältigen kann.
Für routinierte und tourenerfahrene Motorradfahrer ist diese Stecke wahrlich
ein Erlebnis. Für Anfänger ist sie unserer Meinung nach nicht zu empfehlen,
da sie doch sehr anstrengend ist und viel Konzentration über längere
Zeit erfordert.
Jetzt weis ich auch, warum bei längeren Fahrzeugen das hintere Drittel der Seitenwand manchmal eingedrückt ist. Es sind die engen Kurven, auf die man in der Hektik des Fahrens vergisst und dann durch das die Kurve enger fahrende Heck in Gefahr gerät, an der Felswand zu scheren. Ich mußte die Augen gleichzeitig auf der Straße vor mir und in den Rückspiegeln haben, um den Bus durch die schönen Serpentinen zu bringen. Und Fotos wollten ebenfalls gemacht werden.
Auf
der Strecke Karpenisi bis Prousos gibt es fast keine Tavernen und Tankstellen.
Vielleicht mag sich etwas in den Ortschaften abseits der Strecke finden, was aber
nicht sicher ist.
Nach langer Fahrt ein größerer Platz zum Stehenbleiben mit Taverne.
Wieder ein Kaffee Frappe, diesmal um 1,- Euro, der meinem Körper einverleibt
wird, und dazu drei Gläser Wasser, denn die Lufttemperatur ist oben im Gebirge
auf ca. 20° C gesunken, im Auto und weiter unten hingegen ist es bedeutend
wärmer. Die Strasse wird wieder ein wenig breiter und ich habe doch tatsächlich
geglaubt ich bin durch. Weit gefehlt, jetzt wirds noch enger und ungemütlicher!
Aber bitte, wo in Griechenland Asphalt ist, muss auch eine auch eine Sperrlinie
sein!
Von oben kann man schon den Lake Trichonida sehen, nur mehr bis Agrinio und dann kenne ich mich von früheren Touren wieder aus.
In Amfilochia gibts nochmals einen Kaffee frappe, diesmal um 2 Euro und dann gehts weiter durch den Aktio (5 Euro) nach Parga.
Für die Camper: Unterwegs gab es ab Lamia keinen einzigen Campingplatz.
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