Wien - Venedig

Abfahrt in Wien um 9 Uhr, ganz gemütlich.

In Zöbern fällt uns etwas ins Auge: ein durchgestrichener Helm. Wir erkundigen uns nach der tieferen Bedeutung dieses Symbols, welches dort an der Türe zu den heiligen Hallen der Tankstelle prangt, und erfahren, dass man diese tatsächlich nicht mit Helm betreten darf. Wir erkundigen uns, ob man dafür wenigstens draußen mit Kreditkarte zahlen kann. "Nein", erfahren wir, "Wenn man allerdings keine Rechnung braucht, ist es möglich, bei den Tankstellenbetreuern zu bezahlen, die um die Zapfsäulen wieseln."

Noch sind wir in Österreich und wir philosophieren während der Weiterfahrt vor uns hin, was man künftig noch für Verbotsschilder finden wird: Keine Sonnenbrille, keine Kopfbedeckung und am besten nackt ausziehen, damit der Mann an der Tankstellenkassa eventuelle körperliche Kennzeichen erkennen kann, sollte es dann doch noch einer wagen, die Tankstelle zu überfallen.

Beim Magen-Befüll-Stop in der Raststätte Wörthersee ist wie so oft die Rennleitung anwesend. Rudi will dem Hüter der öffentlichen Ordnung, dem wohl das Motorrad gehört, das hinter dem Haus steht, ein Karterl überreichen. Der Herr in Blau: "Des kenn i scho." - Rudi: "Na dann kennst uns jetzt auch." - Da staunen wir nicht schlecht.

Über fast leere Autobahnen bewegen wir uns unserem Ziel entgegen: dem Campingplatz "Venezia Camping Village", dessen Zufahrtsplan wir uns ausdrucken haben lassen. Zwar ist gut beschrieben, dass man bei Belluno abfahren soll, doch kommt die Abfahrt früher als wir es erwarten und so fahren wir erst mal dran vorbei. Ein kleiner Umweg führt uns in die nähere Umgebung des Campingplatzes, schließlich finden wir ihn gegen 18:30 Uhr doch.

Für die Zukunft wissen wir: es ist besser, ihn von der venezianischen Seite aus anzufahren, da man dann lediglich rechts abbiegen braucht und sich nicht mit einem etwas umständlicheren Links-Abbiege-Manöver im Kreisverker abquälen muss.


Wir suchen uns einen guten Platz für unseren Bus. Da das Restaurant geschlossen ist, gehen wir auf Tavernensuche. Schräg links von der großen Kreuzung entdecken wir eine, die aus der Ferne in den Schatten, die die untergehende Sonne wirft, eher unbelebt und heruntergekommen aussieht. Da wir aber gerade in solchen Lokalen eher gute Erfahrungen gemacht haben, scheuen wir nicht die Gefahr, über die viel befahrene ampellose Straße zu hechten. Tatsächlich ist geöffnet und aus der Nähe sieht das Restaurant, das an ein Hotel mit eigenem Parkplatz angeschlossen ist, auch sehr sauber aus. Wir werden mit herrlichen Pizzas verwöhnt. Nachdem wir auch den Rückweg über die vier Spuren der Durchzugsstraße unverletzt geschafft haben, dürfen wir die am Campingplatz auch sachgemäß verdauen.

Am nächsten Morgen erklärt uns die Dame in der Rezeption, dass wir nicht den direkten Weg nehmen können, sondern zuerst rechts abbiegen und irgendwo umdrehen müssen, um zur Brücke nach Venedig und zum Fährhafen zu gelangen.

Da die Fähre erst um 14 Uhr ablegt, haben wir genug Zeit, um die paar Restkilometer zurückzulegen und machen es uns dann im Hafen gemütlich.


Minoan - Anek Line: ein Vergleich

Schon bevor es mit dem Einfahren in das riesige Schiff los geht, merken wir einen gewissen wohltuenden Hang zur Ordnung im Einweiser-Team. Man trifft Vorauswahlen und treibt ohne Schreierei jene am Parkplatz zu kleinen Herden zusammen, die dieselben Ziele haben. Gegen 12 Uhr beginnt man, die Fahrzeuge auf den Decks zu schlichten, was durch die gute Vorarbeit recht zügig voran geht.
Die Einweiser werfen einen Blick auf das Kennzeichen und sprechen die meisten in jener Sprache an, von der sie vermuten, dass der Fahrer ihrer mächtig ist. Alles geht ruhig ab, keiner der Einweiser brüllt genervt herum.

Weitere positive Aspekte bei der Minoan, die uns gegenüber der Anek Line (mit der wir bisher immer übersetzten) auffielen:

• Mehr Platz zwischen den Fahrzeugen bei "Camping an Bord"

Anek-Line:

Zwei Fahrten, zwei Plätze auf der Anek: jedesmal wenig bis kaum Platz zwischen den Fahrzeugen oder den Bordwänden. An's Sessel aufstellen ist hier gar nicht zu denken!

Minoan:

Bei der Minoan konnten wir bei beiden Fahrten die Sessel vor die Türe stellen, wobei man noch bequem daran vorbei gehen konnte.

• Während der Fahrt durch Venedig erklärt man über Lautsprecher die wichtigsten Bauwerke
• Bei der allgemeinen Begrüßung wird nicht nur eine gute Reise gewünscht, sondern auch der Kapitän mit Namen genannt, die zu erwartende Wetterlage während der Fahrt samt Windstärke und -richtung durchgegeben sowie einige andere Informationen.
• Behindertenhilfe, die nicht nur per Lautsprecher angekündigt wird, sondern auch - wie wir beobachteten - tatsächlich praktiziert wird.
• Jede Person der Camping-An-Bord-Buchung bekommt einen Schlüssel fürs Campingdeck (bei der Anek gibt es einen pro Fahrzeug)
• Aufkleber werden hinter die Windschutzscheibe gesteckt und nicht, wie bei der Anek, aufs Fahrzeug geklebt
• Das Personal spricht verschiedene Sprachen
• Die Stufen auf den Freiluftdecks sind mit Haftstreifen versehen, wodurch sie wesentlich rutschsicherer werden
• Hohe Dienstränge mischen sich unters reisende Volk und helfen rangniedrigeren Kollegen auch bei "niedrigen Arbeiten" tatkräftig
• Die Ausstattung könnte man als gleich schön einstufen, das Schiff der Minoan wirkt allgemein gepflegter und nicht, wie bei der Anek, "geflickt"
• Die Speisen im Restaurant und in der Sonnendeck-Bar sind vielfältiger und appetitlicher angerichtet
• Dezente Klimaanlageneinstellung im Restaurant. Das Essen bleibt länger warm und die Luft ist trotzdem angenehm.
• Raucher- und Nichtrauerzone im Restaurant (bei der Anek bekommen nur Privilegierte einen Aschenbecher, sonst herrscht im Restaurant allgemeines Rauchverbot)
• Super Frühstücksbuffet
• In Igoumenitsa abermals keine Schreierei der Einweiser


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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.



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