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Auch wenn ihn die meisten Autofahrer nicht machen und ihn sogar schon ein angeblich erfahrener Motorradfahrer strikte abgelehnt hat, ist er doch eines der wichtigsten Dinge beim Biken.
Das Argument der Verweigerer: "Wenn ich nach hinten schaue, sehe ich ja nicht,
was vor mir passiert - und außerdem fährt man dorthin, wohin man schaut."
Von der Ausgangsposition des Körpers sind wir Biker den Autofahrern sicher
einen Schritt voraus. Der Mensch in der Blechkiste muß sich erst mühsam
herumwinden, um die Genickstarre zu überwinden. Am Bike hat man mehr Bewegungsfreiheit
und macht keinen wirklichen Schulterblick, sondern einen "schräg-am-Oberarm-vorbei-nach-hinten-Blick".
Nun gut ... nennen wir ihn weiterhin "Schulterblick".
Er dauert nur den Bruchteil einer Sekunde und braucht weniger Zeit, als wenn du
das Tempo vom Tacho abliest.
Du sollst nämlich nicht feststellen, ob die blonde Lenkerin des roten
VW-Cabrios mit dem grimmig dreinschauenden, glatzköpfigen, älteren Herren
am Beifahrersitz eine echte oder eine Zuchtperlenkette trägt, sondern lediglich
ckecken, ob sich etwas neben bzw. knapp hinter dir befindet - und das,
kurz bevor du die Spur wechselst.
Worum es sich handelt, wenn etwas da ist, ist völlig egal.
In der Vorbereitung des Spurwechsels ist der Schulterblick das letzte Glied in
der Kette. Alles andere hast du bereits geprüft: die Verkehrslage vor dir
und jene hinter dir durch einen Blick in die Rückspiegel. Alles OK. Blinker
raus, Schulterblick und Spur gewechselt - wenn's geht.
Man braucht keine Angst haben, ins Schlingern zu geraten (weil man "dorthin
fährt, wohin man schaut"). Tust du es doch, dauert dein Schulterblick
einfach zu lange.
Nachdem wir uns eine Weile selbst beobachtet haben, stellten wir fest, daß
wir in manchen Situationen den Schulterblick sogar dem Blick in den Spiegel vorziehen.
Besonders Rudi schwört auf den Schulterblick. Ihm hat er auf seinem Weg zur
Arbeit über die Tangente in Wien schon oft das Leben gerettet.
An der roten Ampel ...
kannst du den Schulterblick im Stehen üben.
Außerdem bietet sich Gelegenheit, die Nackenmuskulatur zu stärken.
Probiere es jetzt, wo du vor dem PC sitzt: Lasse deinen Kopf langsam kreisen,
einmal rechts herum und einmal links herum. (Geht schon, schaut keiner her!) Knirscht
und grammelt es?
Der Helm am Kopf ist ein zusätzliches (ev. ungewohntes) Gewicht. An einer
roten Ampel kannst du die Zeit nützen und ein paarmal ganz langsam den Kopf
kreisen lassen oder nach hinten schauen (langsam rechts und links). Das stärkt
die Nackenmuskulatur und hilft dir auch beim Schulterblick.
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