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Die
Sonne brennt vom blitzblauen Himmel, ein gut ausgebautes Bergstraßerl windet
sich durch eine traumhafte Landschaft und das Radl schnurrt wie ein Katzerl. Euphorisch
versuchst du, alles um dich aufzusaugen. Es geht dir blendend. Am liebsten würdest
du nie wieder anhalten, sondern weiterfahren, weiterfahren, weiterfahren ...
Kennst du dieses Glücksgefühl, das Biker meinen, wenn sie von einer
"klassen Tour" erzählen, nach dem sie süchtig sind und das
man niemandem beschreiben kann, der es nicht schon selbst erlebt hat?
Von der "Droge Motorrad" zu sprechen, ist gar nicht so abwegig. Bei
längeren Touren werden verstärkt Endorphine und Enkephaline produziert,
die ähnlich wie Drogen wirken und genau an jener Stelle im Gehirn andoggen,
die Rauschzustand, Glücksgefühl und Schmerzsenkung auslöst.
Diese "Glückshormone" werden auch bei anderen Extrem- oder Ausdauersportarten
(zB. Joggen) ausgeschüttet, ebenso beim Küssen, beim Sex, bei Sonnehitze,
beim Lachen sowie während der Schwangerschaft und der Geburt.
Speziell bei der Geburt lindern Endorphine den Schmerz, den eine Frau sonst kaum
aushalten würde. Bei einer längeren Fahrt kann das dem Biker zum Verhängnis
werden. Zuerst fühlt er sich voll fit. Durch irgendeinen Umstand (Wetterumschwung,
Meinungsverschiedenheit etc.) läßt die Wirkung der Endorphine nach.
Plötzlich kommen die Schmerzen - aber er hat noch 150 km nach Hause und der
Tag geht bald in die Nacht über.
Eine weitere Gefahr des selbst produzierten Drogenrausches stellt die Selbstüberschätzung
dar, die bekanntlich tödlich enden kann.
Es können aber auch tranceähnliche Zustände eintreten, in denen
man zwar durchaus fähig ist, das Verkehrsgeschehen zu bewältigen, aber
nachher nichts mehr von der zurückgelegten Strecke weiß.
Positiv an den Endorphinen (die zur Gruppe der Endomorphine gehören) ist,
daß sie resistenter gegen Streß und ausgeglichener machen sowie das
Immunsystem stärken.
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