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Als
in früheren Zeiten noch wenige Biker durch die Landschaft kurvten, freuten
sie sich, einen Artgenossen zu treffen und grüßten einander. (In den
1960er Jahren reiste ich mit meinen Eltern nach Italien, damals grüßte
mein Vater uns dort begegnende Fahrzeuge aus Österreich!) Während sich
die Blechkistentreiber heute eher Finger oder Vögel zeigen, hat sich der
Bikergruß unter Motorradfahrern erhalten.
Nach einer Umfrage von www.motorradundmehr.de
entschieden sich 91 % (1415 Personen) dafür, daß die Tradition des
"linkshändigen Bikergrußes" beibehalten werden soll, 9 %
(137) waren dagegen.
Kein Biker ist gezwungen zu grüßen!
Besonders auf beliebten Strecken oder in den Großstädten kommt man
aus dem Grüßen nicht mehr heraus, was die Konzentration sehr vom Verkehrsgeschehen
ablenkt. Würde man alle grüßen, käme man kaum mehr zum Schalten,
da sich die Linke ständig in der Luft befände.
Grundsätzlich gilt: Grüße nur, wenn du dich sicher dabei fühlst.
Kein anderer Biker will, daß du einen Unfall baust, weil du zwar höflich
warst, dabei aber die Kurve nicht gepackt, etwas übersehen oder die Beherrschung
über das Radl verloren hast.
Auch wie du grüßt, ist dir freigestellt. Meist mit der Linken ... versteht
sich ... die Rechte brauchst du ja, um Gas zu geben. Manche zeigen das Victory-Zeichen,
andere heben die Hand.
Bei manchen gelten die gehobenen Finger (die Hand bleibt dabei am Lenker) nicht
als "richtiger " Gruß, vernünftige Biker erkennen das aber
genauso an.
Ziehst du gerade die Kupplung, ist ein Kopfnicken üblich.
Wenn du grüßt, schaue den dir entgegenkommenden Biker nicht dabei an,
sondern konzentriere dich auf das Verkehrsgeschehen.
Kommt dir einer entgegen, der den linken Arm von sich streckt und mit dem Boden
zugewandter Handfläche auf und ab deutet, verringere deine Geschwindigkeit
und fahre mit erhöhter Aufmerksamkeit. Er warnt dich - nicht nur vor Radarfallen,
es können zB. auch Steine auf der Fahrbahn liegen oder sich auf der Strecke
vor dir ein Unfall ereignet haben.
Es gilt als unschick, die Fahrer von Motorroller, Mofas, Mokicks, Kleinkrafträder
oder Leichtkrafträder zu grüßen. Manchmal sind diese "Kleinen"
aber bereits so durchgestylt, daß sie leicht mit einer "Großen"
zu verwechseln sind. Laß dir keine grauen Haare wachsen, wenn es dir "pasiert".
Vielleicht wird aus einer "Kleinen" ja bald eine "Große".
Geschüttelt oder gedrückt?
Kommst du zum ersten Mal auf ein Bikertreffen, wirst du bemerken, daß Biker
einander anders die Hand drücken.

Das ist aber nicht zwingend vorgeschrieben,
somit gibt es auch welche, die "ganz normal" die Hand schütteln.
Ein bißchen Feingefühl und Beobachtung ist angesagt, sonst will der
eine so, der andere anders und beide fahren aneinander vorbei.
Kameradschaft
Eng mit dem Gruß der Biker hängt auch ihre Kameradschaft und Hilfsbereitschaft
zusammen. Letzteres läßt in den vergangenen Jahren verstärkt zu
wünschen übrig und ist Auslöser vieler Diskussionen und Ärgernisse.
Als Rudi einst auf der Tangente anhielt, um auf mich zu warten, da wir uns im
Getümmel verloren hatten, blieb prompt ein anderer Biker stehen und fragte,
ob Rudi Hilfe bräuchte. Das war einer von der alten Gilde - und so sollte
es auch sein.
Es ist natürlich nicht nötig, daß du bei jedem Motorradfahrer
stehenbleibst, nur um dann zu erfahren, welchen Baum er gegossen hat. Auch auf
der Autobahn ist anhalten meist problematisch, speziell dann, wenn du auf der
3. Spur dahinbraust und einen Liegengebliebenen am Pannenstreifen entdeckst. Siehst
du allerdings auf der Landstraße einen Biker, dessen Situation unklar ist,
kannst du dein Tempo reduzieren und schauen, ob er Zeichen gibt, weil er tatsächlich
Hilfe braucht.
Einem Biker, der eine Panne hat, zu helfen, ist selbstverständlich (... für
uns - leider nicht für alle Motorradfahrer).
Bei einem Unfall mit Verletzten bist du dazu sogar gesetzlich verpflichtet (auch
wenn es sich dabei um Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer handelt).
Humorvolles zum Thema:
Burkhard
Straßmanns Motorradkunde
Unter Helmen: "Vom Grüßen"
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