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Die Protagonistin, die Deuteragonisten und Tritagonisten sowie - last but not
least - der Antagonist des Tages:
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Der
Unfall im Vorjahr war ausschlaggebend, dass diesmal ein PKW den Schlusspunkt setzen
sollte (was ihm auch zum größten Teil gelang). Zweispurig unterwegs
war darin nicht nur Conny, die während der Fahrt die Kamera schwang, sondern
auch einiges an zusätzlicher Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie Getränke.
Gegen 10 Uhr noch ein schneller Blick in den stark bewölkten Himmel, dann
hieß es "Aufsitzen". Mit gemischten Gefühlen ging es der
Schlechtwetterfront, die über dem Burgenland hing, entgegen. Die ersten Spritzer
versuchten wir beflissentlich zu ignorieren, was die Wettergeister wohl erzürnte
und dazu veranlasste, unsere Sturheit mit noch mehr Wasser von oben zu bestrafen.
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Die erste Pause wurde vorverlegt. Bis auf jenen einen, der schon vorher Richtung
trockenem Heim gewendet hatte, waren sich alle einig, etwas abzuwarten und dann
zu versuchen, dem Schlechtwetter am Rande seines Aktionsradiusses zu folgen. Während
der eine oder andere zur Sicherheit die Plastikhaut überstreifte, glaubten
andere fest daran, dass das Experiment gelingen würde. Ein Blick in den Himmel
beim Aufsteigen ließ alle Möglichkeiten offen.
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Zieht man die Regenkombi an
Tatsächlich brach bald die Sonne hervor und das herrliche Wetter ließ
- vom Helm während der Fahrt verborgen - die Mundwinkel hinter den Ohren
vor Freude zusammenschlagen. Die Landschaft präsentierte sich in vollsaftiger
Triebkraft des Frühlings, einige Windböen versuchten, uns aus der Ideallinie
zu treiben und beutehungrige Möwen kreisten über unseren Helmen. Die
Pause am nun nicht mehr ausweispflichtigen Grenzübergang Pamhagen tat allen
gut. Man genoss das Geplauder unter sanften Frühlingssonnenstrahlen, bis
der Hunger zum Aufbruch trieb.
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Die Wende in Ungarn
Was uns auf den nächsten Kilometern begegnete, ist wohl auch in Ungarn
schon ein seltener Anblick geworden: ein Pferdegespann - und das Fohlen einfach
mit dran an die Kutsche gebunden. Vorsichtig, möglichst leise und fröhlich
winkend passierten wir das achtspurige unmotorisierte Fortbewegungsmittel ebenso
wie die große Reitergruppe, die drei Orte weiter unseren Weg kreuzte.
Umringt von blühenden Bäumen in den verschiedensten weiß-rosa
Schattierungen stellten wir die Motorräder im tiefsten Glauben, dass so ein
herrliches Wetter durch nichts zu vertreiben wäre, ab. Ein Blick in den Himmel
zeigte ihn tiefblau und das, was da noch an Wolkenschleiern rumhing, würde
nicht einmal zum Schatten machen reichen.
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Die gute Stimmung während der Mittagspause sowie das vorzügliche
Essen ließen uns ganz vergessen, einen Blick in den Himmel zu tun.
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Als nach ca. 1 ½ Stunden die Kellner die Tische im Freien abräumten
und die stoffenen Tischtücher in Sicherheit brachten, kam eine böse
Ahnung in uns auf. Regnete es etwa? Nein. Es schüttete. Und der Blick in
den Himmel ließ vermuten, dass er noch mehr für uns bereithielt.
Ein
Blick in den Himmel ... und jetzt heißt es: "Auuuufsitzen!"
Unter diesen Bedingungen in den Sattel zu steigen, um die 100 km Rückweg
anzutreten, kostete Überwindung. Besonders Gaby zeigte sich nicht erfreut
über die starken Schauer, blieb es ihr nun nicht erspart, ihre erste Regenfahrt
anzutreten. Je dunkler und bedrohlicher der Himmel wurde, um so vergnügter
wurde die Stimmung in der Gruppe, was Gaby wohl sehr half, sich unbeschwert in
den Sattel zu schwingen und gemeinsam den Kampf gegen die Fluten von oben aufzunehmen.
Obwohl die Uhr erst kurz nach drei zeigte, wurde es dunkler und dunkler. Blitze
zuckten, die den Blick weg von der regennassen Fahrbahn kurz anzogen. Man kämpfte
sich durch wohlbefüllte Spurrillen und Schlaglöcher, wobei Straßenschäden
kaum mehr auszunehmen waren. Nicht alle haben die Regenkombis übergestreift.
Manche hofften - worauf auch immer, doch kräftig geduscht und irgendwo nass
wurden wir alle.
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Der österreichische Wettergott zeigte sich gnädiger als sein ungarischer
Amtskollege. Der Regen ließ nach. Ein Blick in den Himmel beim Tankstopp
im Heimatland bestärkte die Hoffenden.
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Der Tag war hart genug. Wir beschlossen, die Kurven des Leitha-Gebirges diesmal
links liegen zu lassen und unseren gemütlichen Ausklang direkt anzusteuern.
Ohne besondere Vorfälle erreichten wir trockenen Asphalts unser Ziel: das
Clubhaus der Echt'n in Schwechat.
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Ohne besondere Vorfälle? Nicht ganz, denn:
Gabi löste sich auf
Bereits beim letzten Stopp in Ungarn musste Textilband herhalten, um Gabys
Plastikoveral zu kleben. Das vom Hersteller als ein Mal verwendbar deklarierte
Stück nahm seine Produktbeschreibung wörtlich. Aus der Pole-Position
fiel lediglich auf, dass Gaby mehr und mehr im Tempo nachließ. Da es ihre
erste Ausfahrt der Saison war, passte sich der Leithammel ihrem Tempo an. Jene,
die hinter ihr fuhren, waren besser informiert als sie selbst. Während ihr
zuerst lediglich auffiel, dass da und dort etwas an ihr flatterte, erkannte man
von hinten deutlich, dass sich der Rückenteil ihres Regenoverals auflöste.
Dem Rest des Konvois flogen alsbald die gelben Fetzen um die Helme.
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Als wir in Schwechat einfuhren, hatte sich bereits ihre gesamte Rückenpartie
aufgelöst, nur das Textilband in ihrem Nacken hielt eisern die Schulterstücke
zusammen.
Gaby zeigte Nervenstärke und hielt bis zum Clubhaus der Echt'n durch, wo
nun allen Beteiligten die Bedeutung des Wortes "Einmal-Regenoveral"
klar vor Augen geführt wurde.
Perfekte Gastfreundschaft der Echt'n
Vom MRC Schwechat "Die Echt'n" wurden wir bereits erwartet. Am Grill
brutzelten die Würstel, vor dem Clubhaus waren Bänke und Tische aufgestellt,
um die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen zu können, und die
Heizkanone im Kellergewölbe stand bereit. Müde und zufrieden mit der
Ausfahrt, mit sich und der Welt, dabei liebevoll umsorgt und gelabt von den Mitgliedern
des MRC Schwechat "Die Echt'n", erholten wir uns von den Anstrengungen
des Tages. Man nahm etwas verwundert aus den Augenwinkeln wahr, dass sich Präsi
Andi aufs Motorrad schwang und davonbrauste, um kurz darauf wiederzukehren. Nach
dem Grund gefragt: Unser "Piefke", der sich seit Tagen auf eine Bratwurst
zum Abschluss der Tour gefreut hatte, war etwas enttäuscht, als er am Grill
ausschließlich Käsekrainer entdeckte. Andi beseitigte das Übel,
indem er ganz schnell losfuhr, um Bratwürstel zu besorgen. "Das ist
doch selbstverständlich", kommentierte er die Angelegenheit trocken.
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Um einen mehr
Die Echt'n nutzten den Anlass, um "Chachacha Rudi" offiziell in ihre
Reihen aufzunehmen und ihm unter den Klängen der Clubhymne das große
dreiteilige Rückencolour zu überreichen.
Wir gratulieren zum Zuwachs.
Man glaubt oft nicht, was für Arbeit mit der Organisation einer solchen Tour
verbunden ist. Viele Kleinigkeiten wollen bedacht werden, um die Tour für
die Teilnehmer so sicher und so angenehm als möglich zu machen. In manchen
Momenten denkt man sich: "Das ist das letzte Mal, dass ich mir so etwas antu."
Aber dann ... wenn die Ausfahrt vorbei ist, alles gut geganen ist ... jeder zufrieden
beim gemütlichen Ausklang vom Tag schwärmt und man auch noch großartige
Unterstützung von seinen Helferlein sowie von den "Echt'n" bekommt,
bei denen wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken, ... dann sagt man:
"Schön war's. Auf ein Neues in der nächsten Saison!"
Fotos: Conny, Gaby, Die Echt'n

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