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für schwere Einspurige nicht ganz einfach, für die meisten andern Gäste
leichter, denn an des "Wikingers Tafelrunde" finden sich hauptsächlich
Gespannfahrer ein.
Während andere in Stockerau herumirrten, fragen wir am Ortsrand nach dem
Weg nach "Flake", wie des "Wikingers" Residenz benannt ist.
"Nach Flake wollt's zum Franzl?" meint der ältere Herr wissend.
"Do grod aus, dann net unter der Bruck'n durch, sondern links und über's
Wiesenwegerl. Dann seid's glei durt!" Den "Wickinger" kennt man
eben!
Zwei
Jahre ist es her, dass wir ihn das letzte Mal besucht haben. Das Fest 2002 fiel
aus. Sein Schiff lernte die hohe See kennen, die im letzten Herbst den Garten
überflutete. Doch die Eroberung ferner Küsten wurde verschoben und durch
intensive Aufräum-, Trocken- und Renovierungsarbeiten ersetzt.
Als wir gegen 12 Uhr eintreffen, sind die wackeren Ritter und Fräulein gerade
beim Frühstücken, was wohl auf einen längeren Lagerfeuerabend am
Vortag hindeutet. Herbert aus Augsburg ist diesmal mit einer Yamaha samt Beiwagen
gekommen und auch zwei andere haben den über 500 km langen Anfahrtsweg nicht
gescheut. Fast übergangslos wird das morgendliche Mahl durch das Mittagessen
ersetzt: Spanferkel - die Sau lächelt - es muss ein glückliches Schwein
gewesen sein!
Das
dreitägige Fest der Stürme fällt - wie auch vor zwei Jahren - in
die Sonne. Und so vermuten wir langsam, dass sich der Name des Treffens weniger
auf das Wetter bezieht, sondern auf das Fass, welches angestochen wurde und noch
nicht so alkoholischen, dafür aber verdauungsfördernden jungen Wein
enthält.
Den Nachmittag verbringen wir an Deck mit Plaudern, Philosophieren und den oft
lustigen Erinnerungen aus früheren Zeiten. Jeder der Anwesenden begrüßt
die gemütliche Atmosphäre im kleinen Rahmen und erzählt über
Festln in Österreich und Deutschland, die einst ebenso waren, inzwischen
aber zu unbehaglichen Großveranstaltungen auswucherten - ein Wehklagen,
das man immer öfter in Biker- und Tourenfahrerkreisen hört.
Der
"Wikinger" läßt anklingen, dass dies wohl sein letztes Festl
gewesen sein könnte, denn es stünde ein Umbau seines kleinen Reiches
bevor. Es wäre schade drum, denn dann wäre ein weiteres kleines, urgemütliches
Treffen in trauter Runde vom Terminplan und damit auch aus Österreichs Bikerkultur
verschwunden. Wir hoffen inbrünstig, dass er auch im nächsten Jahr wieder
zur Tafelrunde lädt!


