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Für diesen Tag hatten wir ein "Warm-up"-Sicherheitstraining
beim ÖAMTC gebucht. Online. Die Bestätigung des Termins kam per Post.
Zuerst müssen wir jedoch den ÖAMTC rufen. Per Handy. Rudis FJ1200 will
nicht anspringen. Und 300 kg durch die Gegend schieben, ist ziemlich mühsam.
Der Wettergeist beschert uns verschärfte Bedingungen. Von Wien nach Teesdorf
läßt er uns unter einer Gewitterwolke fahren. Die Sicht ist fast Null.
Natürlich besitzen wir Regenkombis - doch die ruhen im Schrank und haben
nicht geschrien, als wir die Wohnung verließen. Etwas durchnäßt
und verspätet treffen wir in Teesdorf ein.
So verpassen wir die Theoriestunde und gehen - im Gegensatz zu den 10 anderen
Teilnehmern - gleich zum praktischen Teil über.
Als wir drückend und legend durch die Hütchenreihen kurven, dreht der
oben kurz den Wasserhahn ab, um ihn wenig später wieder zu öffnen. Macht
nichts - das Training ist bei Regen noch eine Spur interessanter.
Nach dem Hütchenpracour teilen wir uns in zwei 6er-Gruppen, üben im
großen Kreis fahrend Blicktechnik und die gemütliche Kurve. Danach
wird's haarig. Wir wechseln zur engkurvigen Simulation stark gewundener Bergstraßerln
ohne Steigung. Die schmale, einspurige Straße ist mit Begrenzungslinien
von den Rasenflächen (grün, auf den Boden gemalt) getrennt. Im Gegensatz
zur Praxis braucht man hier nicht fürchten, daß einem ein LKW entgegenkommt
- der große Vorteil dieses Sicherheitstrainings. Wiederum: Blicktechnik,
legen, drücken und ausprobieren, in welchem Gang die Strecke am besten zu
bewältigen ist.
Rudi tut sich da mit der ungelenkigen FJ1200 besonders schwer. Der Trainer gibt
dem Radl 0,4 Bar mehr in den Vorderreifen - siehe da! Mit 2,5 statt mit 2,1 geht's
besser!
Anschließend sind die Bremsproben dran. Hütchen im 8-m-Abstand verdeutlichen
die Länge des Bremsweges. Bremsung nur mit Vorderbremse, nur mit Hinterbremse
und mit beiden zugleich. Auf Extremexperimente ersucht uns unser Trainer angesichts
der miesen Wetterlage zu verzichten. Trotzdem darf jeder noch zwei Versuche draufsetzen
- die Ergebnisse verbessern sich.
Inzwischen ziemlich durchnäßt und schon etwas von der Kälte geschüttelt,
machen wir uns an die letzte Station: den Handling-Kurs, die schöne, griffige
Rundstrecke, wo abschließend noch einmal alles durchgespielt werden soll,
was wir an diesem Tag eingehämmert bekommen haben. Der Wettergeist hat endlich
ein Einsehen und stoppt die Wasserzufuhr von oben, doch der Asphalt ist noch immer
naß. Etliche Male rechts herum, dann Richtungswechsel, dann raus aus den
nassen Handschuhen und ab zur Schlußbesprechung, wo die letzte Gelegenheit
ist, um Fragen zu stellen, was auch genützt wird.
Als krönenden Abschluß bekommt jeder Teilnehmer ein Diplom, welches
nicht nur als Ziergegenstand dient, sondern auch bei manchen Versicherungen zur
Beitragsreduzierung verhilft.
Beim Nachhausefahren im Sonnenschein nach einer kleinen Pause im Restaurant merken
wir nur soviel, daß das Training ziemlich anstrengend gewesen ist. Wenige
Tage später versuchen wir wieder einmal die Kurven unserer Hausstrecke (Dopplerhütte,
Höhenstraße). Da merken wir beide, daß das Training Wirkung zeigt.
Zum einen geht's besser um Kurverln und Kehren, zum anderen bemerken wir Fehler,
die es noch auszumerzen gilt.
Das Sicherheitstraining des ÖAMTCs bringt jedem etwas: dem Neueinsteiger
genauso wie dem erfahrenen Fahrer. Es ist nur zu empfehlen!
[Aufgrund des Superwetters gibt es leider keine Fotos, da wir die Funktionsfähigkeit
unserer Digitalkamera nicht riskieren wollten.]

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