Sternfahrt
mit roter Nelke
6. 5. 2006
Das Clubverzeichnis der Bikerwelt zeigt in seiner breiten Palette die vielfältigen
Backgrounds Motorrad fahrender Vereinigungen, von esoterischen Bikern über
Zangler bis hin zu Ringfahrern. Als wir im Jahr 2005 die "Red Biker"
in unsere Datenbank aufnahmen, bestand der Verein aus einer handvoll Politikern,
die auf ihrer Website anzeigten,
diverse Forderungen von Motorradfahrern auf's politische Tablett bringen zu wollen.
Am 6. 5. 2006 luden sie zur gemeinsamen Ausfahrt und wir packten die Gelegenheit
am Schopf, um die Red Biker näher kennen zu lernen.
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Am
ARBÖ-Parkplatz an der Triesterstraße wartet bereits Penny, die Schriftführerin.
Leider kam ihr ein wichtiger Termin dazwischen - sie kann nicht mitfahren, dennoch
nimmt sie sich die Zeit, um vorbei zu schauen und dem Konvoi bei der Abfahrt nachzuwinken.
Das ist das Los der Politiker und es trifft sie nicht alleine. Auch Hannes, der
mitfahren wollte, ist beruflich verhindert.

Gegen
9:30 Uhr bricht der 12 Motorräder starke Konvoi unter der Leitung von Thomas
auf. Schnell raus aus der großen Stadt und eine wunderschöne klassische
Kurvenstrecke von Mayerling über Pottenstein, Pernitz und das Höllental
nach Reichenau unter die Reifen genommen, wo wir beim Flackl-Wirt die Radeln in
Reih und Glied abstellen.
Wenige
Minuten später trifft die Gruppe der steirischen Landesgruppe ein, die beim
Abstellen ihrer Gefährte weniger Wert auf optisch ansprechende Parkordnung
legt. Ein dritter Konvoi wird noch aus dem Burgenland erwartet.
Das Wetter ist herrlich. Wir speisen unter freiem Himmel. Inzwischen ist auch
die burgenländische Gruppe - 50 Mann/Frau hoch - eingetroffen.
Nach der Nachspeise finden wir endlich Zeit, uns mit Thomas über die Red
Biker und ihre Anliegen zu unterhalten.
Der
Verein, ordnungsgemäß gemeldet und mit Statuten untermauert, besteht
inzwischen aus drei Landesgruppen mit insgesamt ca. 200 Mitgliedern, von denen
der größte Teil nicht aus der Politik kommt. "Es nützt nämlich
nichts, wenn sich ein paar Motorrad fahrende Politiker zusammentun, um die Forderungen
der Motorradfahrer zu vertreten", erzählt uns Thomas. Mit einer großen
Anzahl von Mitgliedern möchten die Red Biker zeigen, dass sie mit ihren Verbesserungswünschen
nicht alleine dastehen.
Thomas erzählt uns auch, wie schwer es selbst für Politiker ist, ihre
Anliegen bei anderen Politikern - besonders bei jenen, die nichts mit dem Motorrad
am Hut haben oder dieses Verkehrsmittel sogar ablehnen - zu deponieren. Als eine
unbedeutende Minderheit sind die einspurig Motorisierten als Wählerpotential
weitaus uninteressanter als andere Zielgruppen und deshalb muss noch viel Überzeugungsarbeit,
sogar in den eigenen politischen Reihen, geleistet werden, um in kleinen Schritten
Verbesserungen zu erreichen, wie z.B. bei der Freigabe der Busspuren oder bei
eigens für Motorrad vorgesehenen Abstellplätzen, von denen es bereits
einige in Wien gibt.
Leider
vergeht die Zeit bei der interessanten Plauderei mit Thomas viel zu schnell. Gegen
13:30 Uhr wird zum Aufbruch gerufen, denn "die Roten" touren noch nach
Aspang Markt auf Kaffee und Kuchen weiter.
Wir verabschieden uns von ihnen in Reichenau und schießen bei der Abfahrt
noch ein paar Fotos von der nun rund 50 Motorräder starken Kolonne.
Es war eine schöne Ausfahrt mit informativem Meinungsaustausch, der erheblich
zum näheren Kennen lernen beitrug. Resümee: Wir bleiben in Kontakt!

Wiener Bezirkszeitung, Ausg. 9/2006, S. 5.

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