Der
Kampf im Staub
50 ccm Mopedrennen des MC Crusader
6. 11. 2004
Bad
Fischau/Nö. High Noon. Das Kinderrennen ist in vollem Gang, als wir neben
unzähligen 50 ccm unsere beiden mit insgesamt 1.750 abstellen. Die "Kleinen"
sind mit ihren Kleinen voll bei der Sache. Ihre Eltern noch mehr. Im Ziel ist
jeder Sieger.
Dann die Erwachsenen. Der Le-Mans-Start wird draußen auf der Straße
gelaufen. Jene, deren Rennfahrzeug nicht im letzten Moment abgestorben ist, nehmen
sich in wildem Kampf um die Pole-Position den Asphalt unter die Reifen, um nach
ca. 150 m auf das Clubgelände einzuschwenken und sich auf den langen, staubigen
Weg des Rundkurses zu machen.
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Als Ausrüstung sind vom Veranstalter, dem MC Crusader, lediglich Helm,
Stiefel und Handschuhe gefordert. Der Rest des Outfits bleibt den Fahrern überlassen,
was somancheinen motivierte, kreativ zu werden - und das im Team. Weiße
Moorhühner, Hexen, Fledermäuse, Teufelchen, selbst gestylte Teamoveralls
oder der Anzug mit Krawatte - alles am Laufsteg ... äh ... auf der Rennpiste
zu finden.
 
 
Zwischen
Spurrillen, Steinen und Staub vermischt sich der Spaß an der Sache mit Ehrgeiz
und Siegeswillen, wobei nun die Bekleidung zur (manchmal hinderlichen) Nebensache
wird. Hauptsache, das oft schon sehr betagte Moperl hält durch.
Nach einer halben Stunde mehren sich gravierende technische Probleme. Liegengebliebene
Gefährte werden hurtig über die rumpelige Halde in die Boxengasse eingeliefert,
wo der Teammechaniker samt Team hochmotiviert Fehleranlayse und -behebung versucht.
Bei den rennoptimierten Flitzern mangelt es manchmal nur an einer Kleinigkeit
- etwas Wasser, Sprit oder Luft, und das Gefüge aus Motor, Auspuff und Rädern,
verbunden mit Rahmen und Kabel röhrt wieder über die Strecke.
Drei
Stunden dauert die wilde Kreisfahrt (zumindest für jene der 107 Teilnehmer,
deren 50 ccm nicht vorher die Fortbewegung endgültig verweigern). Bald weiß
man nicht mehr, wer an der Spitze liegt oder bereits (einige Male) überrundet
ist. Den zahlreichen Zuschauern ist es egal, den Fahrern auch, denn ein hochwertig-sensibles
"Zeitmessungs- und Datenerfassungssystem" hat die Positionen, Rundenzeiten
und zurückgelegten Kilometer jedes einzelnen Teams voll im Speicher.
Warum findet das Rennen so spät im Jahr statt", wollen wir wissen. "Wäre
es im Sommer nicht angenehmer für Fahrer und Zuschauer?" - "Im
Sommer geht es nicht", erklärt uns Alex, der Präsi des MC Crusader.
"Die Fahrer und Teams, die hier mitmachen, sind in der warmen Jahreszeit
auf offiziellen Rennen - für uns bleibt nur der November übrig."
Staub
und Abgase schlucken, als Laie gegen Profis antreten, gegen die Tücke der
Technik kämpfen und drei Stunden die 50 ccm im Kreis jagen, wo doch zu Hause
das hochkubikige, weitaus bequemere und repräsentativere Motorrad mit den
Reifen scharrt - weshalb tun sich das versierte Biker an? Was treibt einen Profi
auf den Rundkurs, auf dem ihn kostümierte Laien auf waghalsigen Umbauten
nur behindern und am Ernst des Renngeschehens zweifeln lassen?
Der Spaß ist's - und der gute Zweck, denn das Nenngeld von 15,- Euro pro
Team kommt ausnahmslos der Kinderabteilung des Krankenhauses Wr. Neustadt zu Gute.
And the Winners are:
Bei der MC-Wertung siegt der MC Silo Riders mit 181 Runden, zweiter wurde der
MC Kodiak’s mit 161 Runden und mit nur einer Runde weniger landete der MC Death
Bulls auf Platz Drei.

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