|
Gegen
23 Uhr betritt Chris, National President des Outsider MC, in Begleitung von Anita
die Bühne. Sie ist die Witwe von Gerald, der sich als Transportbegleitungsunternehmer
selbständig gemacht hatte. Gerald lebte mit einem Spenderherz und musste
schwere Medikamente einnehmen, damit der Körper das Herz nicht abstößt.
Er sollte auf Anraten der Ärzte ein ruhiges Leben führen und seine Aktivitäten
in Beruf und Freizeit zurückstecken. Er ignorierte diese Ratschläge,
lebte, wie er es für richtig hielt, und engagierte sich neben seinem Beruf
auch noch stark bei der Toy-Run und der Feuerwehr.
18. Juni 2006. Ein heißer Sommertag. Gerald streifte sich die gelbe Jacke
über und fuhr los, um den Benefiz-Kovoi der 2.906 Motorradfahrer bei der
Toy-Run abzusichern. Anita, selbst eine Gelbjacke, entschied sich, beim damals
6 Wochen alten Baby daheim zu bleiben. Am Festplatz versagten Geralds Nieren.
Er brach zusammen und wurde mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht. Dort
kam es zum Herzstillstand. Die Reanimation gelang. Gerald wurde nach Stockerau
verlegt, wo Nieren und Darm versagten. Dann stand sein Herz endgültig still.
 
Gerald hinterlässt seine Ehefrau Anita, eine Tochter (3 Monate alt) und
einen Sohn (14 Monate alt). Da sie in Karenz ist, hat sie keine Einkünfte.
Auch die Einnahmen aus der Firma bleiben aus. Eine Waisenpension berechnet sich
aus Einkünften der letzten zwei Jahre. Gerald war wegen seinen Herzprobleme
und der Transplantation oft krank und im Spital, so fällt diese sehr gering
aus. Ihr Erspartes hat Anita in die Firma investiert, die nun aufgrund der Schicksalsschläge
in Konkurs ging.
Der österreichische Staat befindet, dass Gerald zu früh verstorben sei
und, da die beiden erst zwei Jahre verheiratet waren, eine Witwenpension für
die Frau nicht im Gesetz vorgesehen sei.
Auch mit der Genossenschaftswohnung gibt es ein Problem: Weil die Wohnung auf
seinen Namen läuft und sie "nur" Ehefrau ist, wären sie und
die Kinder nicht weiter berechtigt, darin zu wohnen - es droht die Delogierung.
Doch die Kosten laufen weiter.
Als Chris das Unglück und die momentane Situation Anitas und der Kinder den
Anwesenden im Saal schildert, treibt es Anita die Tränen in die Augen. Und
wohl nicht nur ihr
Chris überreicht ihr das, was an diesem Abend in die Spendenbox gefallen
ist. Sicher zu wenig, um ihr erschöpfend zu helfen, lediglich ein Überbrückungsgeld,
das dazu beitragen soll, sie und die Kindern vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Anita selbst schweigt - Trauer und Schmerz ersticken ihre Worte. So spricht Chris
für sie. Sein (und ihr) Dank ergeht an alle, die dazu beigetragen haben zu
helfen: "Ich bin stolz auf euch!"
Nach einer Gedenkminute, in der nicht nur Gerald, sondern allen im letzten Jahr
Verstorbenen gedacht wird, kehrt bald wieder die gute Laune zurück.
Die Member des Outsider MC haben gezeigt, dass ihr Blick weit über die
Grenzen der MC-Szene hinausreicht und mit ihrer Benefiz-Aktion im Jahr 2006 einer
Familie geholfen, die in einem völlig anderen Bereich der Motorradfahrer
zu finden war. Dank ihrem Weitblick und der Hilfsbereitschaft unzähliger
MC-Mitglieder, Clubfahrer und Freebiker konnte gezielt geholfen werden, wo der
Staat versagt und die Gesetzeslage einer effizienten Hilfe den Riegel vorschiebt.
Solltet Ihr auch helfen wollen,
hier das Spendenkonto zugunsten der beiden Kinder:
Jan Pascal & Marlene Chantal KNOTH
Kntnr.: 00600000772
BLZ: 20227

Zurück zur Veranstaltungsübersicht
|