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Die "Motorradlhexen" gibt es seit 4 Jahren. Sie entstanden, weil Isabella und
Evi es leid waren, sich bei technischen Fragen an Männer wenden zu müssen,
die ihnen entweder keine gute Auskunft gaben, "weil sie Frauen sind und eh nix
davon verstehen", oder andererseits die Sache auf Wichtig erklärten. Die
beiden waren die Urheber des eingetragenen Vereins, der heute 15 Hexen zählt
- von Wien bis Graz und ein Mitglied auch in Kärnten
"Wir glauben, daß es einfacher ist, wenn Frauen mit Frauen über das
Motorradfahren diskutieren", erzählt Isabella (rechts im Bild). "Doch es
ist schwer, Mitglieder zu finden." Warum weiß sie nicht. Gibt es doch immer
mehr weibliche unter den Bikern.
Dabei
besteht bei den Hexen kein Zwang zum Dabeisein bei den Klubaktivitäten. Niemand
ist böse, wenn ein familiärer Grund eine Hexe daran hindert, an einer
Tour teilzunehmen. Deswegen sind sie heute auch nicht vollzählig. Zwei sind
auf Urlaub, eine zieht gerade um.
Alljährlich findet eine große gemeinschaftliche Tour statt, die sich
über ein Wochenende erstreckt. Sonst trifft man sich zu gemütlichen,
streßfreien Ausfahrten. Auch Männer sind willkommen - und das lassen
sich die Herren nicht zweimal sagen. Auf dem Klubtreffen in St. Veit sind wohl
mehr Herren als Damen vertreten. Der Mitgliedsbeitrag von öS 200,- pro Jahr
ist wohl für jeden erschwinglich. Mitglieder können jedoch nur Frauen werden.
Die Hexen sind gut organisiert. Zum eigenen Schutz bei Ausfahrten haben sie sich
leuchtgelbe Sicherheitsjacken besorgt. Die erste, die letzte und eine in der Mitte
tragen sie bei gemeinsamen Touren. "Das hat sich gut bewährt", berichtet
Isabella stolz. "Wenn man in diesen Jacken eine Kreuzung absichert, wird man wirklich
beachtet und vermeidet so besser gefährliche Situationen."
Wie perfekt die Mädels tatsächlich eingespielt sind, sehen wir auf der
Ausfahrt, die um 14 Uhr beginnt, in die Kalte Kuchl führen soll und über
einen Bogen durch das Höllental wieder zurück nach St. Veit. Doch das
schlechte Wetter macht uns einen Strich durch die Route. Die Strecke wird, nach
einem kurzen Stop für alle jene, die ihre Regenkombi überstreifen wollen,
verkürzt - sehr zu unserer Freude, denn dadurch lernen wir das traumhaft
schöne, kurvenreiche Tal zwischen Pernitz und Berndorf kennen.
Obwohl der Regen nach unserer Rückkunft manchmal spärlich, manchmal
heftiger immer wieder auf uns niederprasselt, läßt sich keiner die
Laune verderben. Alle bleiben - hartgesotten, wie Biker eben sind - im Gastgarten
des Wurzelsepps unter den großen Nußbäumen sitzen und unterhalten
sich prächtig.
Je später die Stunde, umso mehr Biker trudeln trotz Regenüssen und herbstlicher
Kälte ein. Auf der angrenzenden Wiese entsteht im Laufe des Spätnachmittags
eine kleine Zeltstadt. Der Parkplatz vor dem Wurzelsepp ist schon übervoll
mit den verschiedensten Hubräumen und Modellen.
Nepp ist den Hexen fremd. Bei ihnen bekommt man verschiedene Würstel, Kesselgulasch
(Evi ist hier gerade fest am Umrühren) und Getränke fast zum Selbstkostenpreis
- wer Lust auf Spezialitäten hat, bekommt diese beim Wurzelsepp im Lokal.
Abends wird die Stereoanlage durch Live-Musik abgelöst. Christian und seine
Co-Sängerin covern Songs aus unserer Jugend: Simon and Garfunkel, Cat Stevens
und andere Oldies aus Country- und Soul-Szene begeistern trotz kühlem Abend
die Anwesenden, die mitklatschen, was die steifen Finger wieder warm werden läßt.
Die Hexen sind eifrig herumgeflogen und haben für einen Höhepunkt gesorgt:
Die Verlosung. Die Firma Freytag spendete als Hauptpreis ein Wochenende mit dem
Motorrad Deiner Wahl. Wiederum gut organisiert, hat jeder Loskäufer eine
garantierte Gewinnchance auf einen der zahlreichen anderen Preise.
Alles in allem ein gelungenes Festerl, das die Hexen da auf die Beine gestellt
haben. Daß sie unter den Bikern beliebt sind, haben wir am regen Besuch
ihrer Veranstaltung gesehen. Wir können Ihnen nur wünschen, daß
ihre Mitgliederzahl wächst.
Dieser Bericht ist bereits historisch, denn die Motorradlhexen haben sich
2004 aufgelöst.


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