7.
Kirchberger Moto Guzzi Treffen
29. 6. - 1. 7. 2001
"Ein gelungenes Fest besucht man gerne wieder", dachten wir uns
und machen uns am Samstag Früh auf den Weg, um die Guzzisten in Kirchberg
am Wechsel/Nö zu besuchen. Ob sie es diesmal wieder schaffen, ein Super-Fest'l
auf die Beine zu stellen? Ob wieder alles friedlich abläuft?
Mit diesen Gedanken im Helm streben wir zügig von Wien nach Kirchberg.
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Es
ist alles beim Alten. Derselbe Festplatz. Dieselben sieben Organisatoren. Wer
will, kann in der Turnhalle oder am Campingplatz gratis nächtigen, im Freibad
ein paar Runden schwimmen oder an den gemeinsamen Kurzausfahrten teilnehmen.
Die Sonne brennt vom Himmel (- endlich!). Viele - mehr als im Vorjahr, kommt es
uns vor - genießen den schönen Sommertag bei einem kühlen Getränk
und einem Leckerbissen vom gut bestückten Buffet zu echt komoden Preisen.
Um 13:15 Uhr sind zwei Ausfahrten geplant. Die eine soll zum Brotofen führen,
die andere in die kühlen Tiefen der Hermannshöhle.
Wir
entscheiden uns für Tropfsteine und Fledermäuse und folgen der fahnen-geschmückten
Guzzi runter den Hügel und zweimal ums Eck. In der Höhle hat es 7°
C. Die Abkühlung tut gut. Bei 95 % Luftfeuchtigkeit fällt auch die Kletterei
treppauf treppab ganz leicht.
Alle sind begeistert über die Beseitigung einer Bildungslücke. Sowohl
die "Einheimischen" aus der Umgebung als auch das Bikerpärchen
aus Udine (I), die das Grüppchen auf 12 Köpfe aufgestockt haben.
Die Gäste aus Italien sind aber nicht die am weitest Angereisten, sondern
jene aus Luxemburg. Auch aus der Nähe von Cottbus, aus Berlin (D) und aus
Liechtenstein haben sich einige durch den österreichischen Schulschluß-Verkehr
zu den Guzzisten gekämpft.
Kaum
zurück von der Hermannshöhle, geht der Streß los! Unser Kaffee
ist noch nicht aus der Maschine geflossen, da wird zum Aufbruch zur Präsentationsfahrt
gerufen. Die Gendarmerie - dieselben Herren wie im Vorjahr (denen scheint es auch
gefallen zu haben!) - haben sich bereits samt ihren weißen Pferden mit dem
blau blinkenden Kopfschmuck eingefunden. Biker, die es wollen, dürfen sich
an der Rezeption ein hübsches Mädchen abholen und mitaufsitzen lassen.
Es scheint sich auch herumgesprochen zu haben, was es mit dem Besuch am Fischteich
auf sich hat, denn diesmal bleibt kaum ein Bike zurück.
Gemütlich
geht es durch die wunderschöne Landschaft der Buckligen Welt, von Kirchberg
über Wanghof, Aspang, Unternberg und St. Corona zurück nach Kirchberg.
An allen größeren Kreuzungen stehen die PKWs der Gendarmerie dem übrigen
Verkehr im Weg - der seltene Fall, daß man stehende und auf Biker achtende
Exekutive gerne sieht.
Da und dort winken uns Passanten. Schlimm wird's in Kirchberg. Die Ankündigung
einer Präsentationsfahrt hat unzählige Menschen angelockt. Wir passieren
die Schaulustigen und sind froh, daß sie alle brav stehenbleiben und uns
nicht vor die Vorderräder hüpfen.
Nachdem
die ca. 250 Bikes durch Kirchberg gedröhnt sind, finden sie sich alle am
idyllischen Forellenteich zusammen. Während im klaren Wasser die Forellen
durch den überfallsartigen Besuch von 300 Bikern nervös werden, gibt
man sich am Ufer den kulinarischen Genüssen und der Plauderei hin. Geräucherte
Forelle garniert auf Weißbrot - ein ganz besonderes Schmankerl! Dazu gibt
es gratis Getränke und Obst, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.
Wer flink ist, kommt auch noch zu einem exzellent schmeckenden Stück Räucherkäse.
Hinter
dem Restaurant entdecken wir die Aufzuchtbecken, in denen es von jungen Forellen
nur so wurlt. Sie haben noch ein bißchen Zeit, bis sie in den großen
Teich übersiedelt werden, wo sie dann von jedermann herausgeangelt werden
können. Offensichtlich haben wir die Fische in ihrer Samstagruhe gestört,
denn die paar Angler um den Teich packen ihre Ruten ein. Vielleicht sind aber
auch die vielen verschiedenen Radln interessanter als Würmer baden.
Dann
heult die Polizei-Sirene auf. Im Gegensatz zu anderen Tagen nehmen es die Biker
gelassen. Irgendwie hat kaum jemand Lust, den gemütlichen Ort zu verlassen.
Oben am Festplatz bauen die "Blues Pumpn" auf. Bevor sie richtig Gas
geben, werden noch ein paar Preise vergeben: für die weitest Angereisten,
den größten Club, die und den ältesten BikerIn (zusammen 137 Jahre)
und die älteste Guzzi (Bj. 1935, lt. Zulassungsschein 1933).

Eigentlich wollen wir uns nun in den Sattel schwingen, um Heim
zu fahren, doch die Guzzisten lassen uns nicht weg! Und so wird noch etwas getrunken
und weitergeplaudert, bis weit in den Abend hinein.
"Geschafft",
freut sich Vroni, die Präsidentin, weil alles problemlos und unfallfrei abgelaufen
ist.
Wir fragen sie, ob sich die Guzzisten vermehrt haben, weil wir diesmal so viele
grüne T-Shirts mit Namen drauf bemerkt haben.
"Nicht die Organisatoren. Das sind immer noch wir Sieben. Aber wir haben
für das Fest viele Helfer gewonnen, die uns bei der Durchführung vor
Ort behilflich waren." -
"Und die Kleine auf Deinem Arm?" -
"Das ist meine Tochter", erklärt sie stolz. (Also doch vermehrt!!!)
"Im Gegensatz zu den ersten Jahren freuen sich die Leute im Ort schon jedes
Jahr auf unser Guzzi-Treffen, weil immer alles ruhig verläuft."
So wie dieses Jahr auch wieder.




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